Die Wahrheit über den 29. Spieltag

Ist schon großartig, daß es Dortmund immer spannend macht, egal, ob es gegen einen guten oder schlechten Gegner geht. Diesmal war es der Werksverein VW-Wolfsburg, also ein Verein, den niemand braucht, der aber CL-Ambitionen hat, und es wäre unverzeihlich gewesen, diese zu unterstützen. Dortmund spielte seine schlechteste 1. Halbzeit der Saison mit sensationellen 32 % Fehlpässen und gerade mal zwei Torschüssen. Dazu tendiert Dortmund in letzter Zeit häufiger. Jetzt endlich kam heraus, woran es liegt. Nach CL-Spielen muß die Müdigkeit erst rausgelaufen werden, bevor die Spieler in der 2. Halbzeit wieder auf Touren kommen. Hört sich paradox an, aber auch Zorc kennt dieses Phänomen aus seiner eigenen CL-Zeit. In der 2. Hälfte kamen dann Jojic und Durm für Sahin und Aubameyang, die beide wie ihre eigenen Schatten herumliefen, und schon lief es besser. Der BVB war kaum wiederzuerkennen, und auch Lewandowski drehte wieder auf und bereitete den Wolfsburgern eine Menge Probleme. Am Ende stand es dann 2:1, und das war durchaus gerecht, auch wenn beide Tore glücklich und nicht ohne Mithilfe des Gegners zustande kamen. Nach drei hintereinander verlorenen Liga-Spielen gegen Wolfsburg wurde es langsam mal wieder Zeit, den überflüssigen Werksverein zu deckeln. Der andere Werksverein hat jetzt seinen Trainer entlassen, weil er nur einen Sieg in den letzten zwölf Pflichtspielen zustande brachte. Dabei war der wortkarge Sami Hyypiä noch das Sympathischste an Leverkusen. Der Absturz zudem eine Tat, die ihm hoch anzurechnen ist. Die Bayern haben mit drei Spielern, von denen noch nie jemand etwas gehört hat, in Augsburg nach 53 Bundesligaspielen das erste Mal wieder verloren. Guardiola schickte eine C-Elf auf das Feld, um seine Spieler gegen Manchester zu schonen. Und wenn das Bayern macht, warum nicht auch die ganze Liga gegen Bayern? Warum schickt man gegen Bayern nicht einfach die B-Elf auf den Platz, wenn sie sowieso wieder Meister werden? Und da Lewandowski nächstes Jahr bei den Bayern spielt, werden sie wahrscheinlich noch früher Meister als in diesem Jahr und der Punkteabstand zum Zweitplatzierten wird noch größer sein. Die Liga sollte einmal solidarisch gegen Bayern sein und nicht nur immer artig und devot Glückwünsche nach München senden oder sich ein Ei darauf braten, wenn ein Verein mal eine C-Elf der Bayern mit 1:0 besiegt hat. Bayern tut es auch, wenn es ihnen notwendig erscheint. Allerdings nicht gegen den BVB, der nächste Woche in München antreten wird, und das aus Gründen der Rache, weil man zweimal hintereinander gegen dem BVB das Nachsehen hatte, aber vermutlich in den restlichen vier Spielen. Die freiwillige Unterwerfung gegen die Macht des Geldes ist schon seltsam. Dabei werden Argumente ins Feld geführt wie Wettbewerbsverzerrung, dabei ist die Finanzkraft der Bayern wohl die größte Wettbewerbsverzerrung, die man sich vorstellen kann. Und wenn alle Vereine der Liga sich darauf einigten, wäre es nicht mal mehr eine Wettbewerbsverzerrung. Dennoch würden die ganzen Reporter dagegen Amok laufen und Klopp müßte noch häufiger das Mikrophon hinschmeißen wie er das so großartig nach dem verlorenen 3:0 gegen Real Madrid auf die bescheuerten Fragen von Jochen Breyer getan hat.