Die Wahrheit über den 21. Spieltag

Endlich wieder in Dortmund. Immer noch reihen sich auf der zum Stadion führenden Lindemannstraße Kneipen und ambulante Händler wie eine Perlenkette aneinander. Überall Trauben mit BVB-Fans. Das Bier ist hier das Hauptlebensmittel. Es gibt aber auch eine Bude, an der ein Doppelschnitzel im Brötchen angeboten wird, und es gibt Leute, die das auch essen. Auf dem Walk of Fame treffe ich Matthias Sammer, Stefan Klos und Lambert, die CL-Sieger von 1997, eingraviert am Boden. Ich bin als VIP eingeladen. Das war ich noch nie. Aber auch VIPs müssen sich anstellen und eine halbe Stunde lang in der Menge stehen, die durch ein Nadelöhr drängt. Dafür erlebe ich einen angenehmen, entspannten Nachmittag, denn die Eintracht aus Frankfurt hat offenbar gar nicht die Absicht zu gewinnen, denn Armin Veh läßt die mit einer Gelbsperre bedrohten Rode und den argentinischen Treter Zambrano draußen, um nicht in der nächsten Partie gegen Bremen auf sie verzichten zu müssen. Und so müssen die Dortmunder nichts befürchten und können nach Herzenslust kombinieren auch ohne Reus und Bender, die sich verletzungsbedingt abmeldeten. Und obwohl es 4:0 ausging, ließen die Dortmunder jede Menge Chancen aus. Trotzdem alles prima, denn selbst die in der 68. Minute eingewechselte Neuverpflichtung Milos Jojic kann nach nur 15 Sekunden auf dem Platz einen Abpraller zum Endstand einschieben. Ich erfahre dann, daß ich von Flyeralarm, einer Billigdruckkette, eingeladen worden bin. Da ich selber dort schon habe drucken lassen, kann ich sagen, daß ich indirekt über Flyeralarm ein BVB-Sponsor bin. Ich frage, wie teuer die Bandenwerbung gewesen ist. Viel billiger jedenfalls als bei Bayern München, erfahre ich, wie es überhaupt in Dortmund viel angenehmer sei, als Sponsor tätig zu sein. Ich bin erstaunt, wie groß der VIP-Bereich ist und wie viele VIPs hier herumlaufen, die gar keine sind. Wie ich zum Beispiel. Flyeralarm geht dann noch Michael Zorc die Hand schütteln, während ich lieber Fisch mit gelber Soße esse. Inzwischen läuft auf den Bildschirmen das Abendspiel Leverkusen gegen Schalke. Irgendwie komisch, findet das ein Eintracht-Fan und ich muß dem zustimmen. Und sonst? Der HSV implodiert. Der Club verliert das Abstiegsduell gegen Braunschweig. Van Marwijk ist jetzt draußen und Slomka übernimmt als Feuerwehrmann den Verein, weil Magath inzwischen bei dem Abstiegskandidaten der Premier League Fulham angeheuert hat. Gladbach kann auch nach 27 Jahren nicht in Bremen gewinnen, obwohl gerade die Gelegenheit sehr günstig ist, denn Bremen gehört ebenfalls zu den heißen Anwärtern auf die letzten beiden Plätze. Bayern gewinnt zu Hause gegen Freiburg, weil inzwischen nicht mal mehr die Tore anerkannt werden, die gegen Bayern erzielt werden wie das von Mehmedi. Auch Stuttgart trudelt in die Abstiegszone nach der sechsten Pleite in Folge. Da ist nur der HSV mit sieben Pleiten in Folge besser. Aber auch Leverkusen hat fünf Pleiten in sieben Spielen zu verzeichnen. Die neue Niederlage gegen Schalke ist besonders schmerzhaft, weil man gegen einen direkten Konkurrenten, verloren hat. Und da auch Gladbach Punkte liegen gelassen hat, sieht es so aus, als würden Dortmund, Leverkusen und Schalke die Plätze 2 bis 4 belegen. The same procedere as every year.