Die Wahrheit über den 15. Spieltag

Man muß kein Anhänger der Verschwörungstheorie sein, aber dass es gerade ganz dick für Dortmund kommt beziehungsweise gegen Dortmund, das ist sehr auffällig. Im Spiel um Platz zwei hatte der BVB einen rabenschwarzen Tag erwischt. Im Gegensatz zu den verlorenen Partien gegen Gladbach, Bayern und Wolfsburg, hat Dortmund gegen Leverkusen durchaus verdient verloren. Es war kein gutes Spiel des BVB. Diesmal nämlich war es nicht das Problem der mangelnden Chancenverwertung, sondern die Unfähigkeit, überhaupt eine Chance zu kreieren. Und das war das Verdienst der Leverkusener, die defensiv geschickt standen und nicht nur laut Rudi Völler ihr bestes Spiel der Saison ablieferten. Erst letzte Woche noch gegen Nürnberg unterlegen, aber trotzdem gewonnen, ganz zu schweigen von den geschenkten Punkten durch ein Phantomtor Kießlings gegen Hoffenheim und noch mehr zu schweigen von der Blamage gegen ManU, hat Dortmund z.Z. nicht das Glück, schlechte Spiele auch mal zu gewinnen. Sie hätten ein Unentschieden schaffen können, aber da bestand der Unterschied im individuellen Fehler, der natürlich dem Ex-Leverkusener Friedrich unterlief, der statt den Ball einfach nach vorne zu dreschen einem Gegner den Ball in die Füße spielte und gleich darauf auch noch den Koreaner Song davonlaufen ließ. In der Folge war es nur Weidenfeller zu verdanken, dass es nicht zu einem zweiten Tor der Leverkusener kam. Und schließlich war Land unter, weil sich mit Sahin, der umknickte, und Bender, der brutal gefoult wurde, gleich zwei »Sechser« verletzten, bzw. verletzt wurden. Und auch Lewandowski wurde übel mitgespielt und erlitt eine Prellung, so daß Klopp für das entscheidende Spiel gegen Marseille so langsam die Spieler ausgehen. Dortmund wird dann mit Sicherheit in einer Formation auflaufen, in der sie noch nie gespielt haben, was nie eine besonders gute Voraussetzung ist, jedenfalls nicht bei Spielen, bei denen es um mehr geht als um drei Punkte. Hier die beeindruckende Liste an verletzten Nationalspielern: Gündogan, Hummels, Subotic, Sahin, Bender, Schmelzer, wobei etliche Spieler angeschlagen sind oder gerade erst wieder ins Training eingestiegen sind. Insofern ist es auch wiederum nicht so erstaunlich, gegen eine Mannschaft zu verlieren, die aus welchen Gründen auch immer ihr bestes Saisonspiel bestreitet. Die Dortmunder konnten diesmal nicht ihr schnelles Passspiel aufziehen und griffen deshalb zu einem ungeeigneten Mittel, nämlich den Ball nach vorne zu tragen, so daß sich die Leverkusener in der Abwehr in Ruhe wieder sortieren konnten. Dieses Spiel war nicht nur ein verlorenes Spiel um den 2. Platz und um die Position des sogenannten »Bayern-Verfolgers«, wie in der BamS zu lesen war, schließlich war schon von Beginn der Saison klar, dass Bayern auch diesmal einsam seine Kreise an der Tabellenspitze ziehen wird, abgesehen davon, daß der BVB auch nie behauptet hat, er könne in irgendeiner Form mithalten (außer natürlich in der Kategorie Spannung und Spektakel), nein, dieses Spiel hat wieder dramatisch vor Augen geführt, dass Dortmund ein unglaubliches Verletzungspech hat und in der Defensive nicht die Möglichkeit hat, auf adäquaten Ersatz zurückgreifen zu können. Noch drei Spiele stehen auf dem Programm in diesem Jahr und bei dieser Konstellation kann man bei keinem Spiel davon ausgehen, dass Dortmund sie gewinnt.