Pressschlag zum 13. Spieltag

Es ist erstaunlich, was alles unternommen wird, um den BVB als möglichen Meisterschaftskonkurrenten, der er nach dem überraschenden Wechsel von Götze und der neuerlichen Aufrüstung der Bayern gar nicht ist, auch noch alle möglichen Steine in den Weg zu legen. Das fing schon vor einer Woche in Wolfsburg an, als der Schiedsrichter den Dortmundern in den Schlussminuten zwei klare Elfmeter verweigerte und sie dadurch um mindestens einen, wenn nicht sogar um drei Punkte brachte. Und um ganz sicher zu gehen, wurde nach der Verletzung von Subotic in Wolfsburg die vorhandene Restverteidigung Hummels und Schmelzer in einem ebenso unwichtigen wie überflüssigen Freundschaftsspiel gegen England verheizt. Und plötzlich stand Dortmund im Spitzenspiel ohne Verteidigung da. Aber in Dortmund ist man in der Kunst der Improvisation geübt, und so verpflichtete Klopp einen alten Bekannten aus Mainzer Zeiten, den 34-jährigen Manuel Friedrich. Die Chance, mit solchen Maßnahmen gegen eine Mannschaft wie Bayern zu bestehen, wurde zu Recht von niemandem als besonders groß eingeschätzt. Der Partie wurde dadurch bereits vor Anpfiff die Brisanz genommen und wenn jemand Ahnung vom Fußball hatte, dann wusste er, dass das einzige Interessante an dieser Partie darin bestand, wie sich Dortmund aus der Affäre ziehen würde. Würden sie sang- und klanglos untergehen oder sich einigermaßen achtbar schlagen. Eine Option war so unangenehm wie die andere, aber immerhin ließ sich eine gewisse Gelassenheit unter den Fans beobachten, denn bei einer solchen Konstellation konnte man eigentlich nur gewinnen. Und das tat man dann ausführlich, indem vor allem in der ersten Halbzeit die Abwehr der Bayern vorgeführt wurde, als Lewandowski, Mikhitaryan und Reus allein vor Neuer auftauchten, aber alle von einer plötzlichen Versagensangst gepackt wurden, weil man selber nicht so recht dran glaubte, es zu packen. Und mit jeder Chance, die Dortmund verdaddelte, rückte die Sensation in weitere Ferne. Es war ein Spiel, wo man sich ziemlich sicher sein konnte, dass nach dem ersten Tor auch das zweite und dritte fallen würden und zwar mit großer Leichtigkeit. So war es dann ja auch, allerdings eben für die Bayern, für die der eingewechselte Götze den Dosenöffner spielte. Eine Geschichte, aus dem der Stoff für Fußballlegenden sind. „Ausgerechnet  Götze“ heißt es dann. Dabei tut er nur, was sein Job ist und weshalb ihn die Bayern geholt haben. Dortmund jedenfalls, und das ließ sich auch wieder in dieser Partie beobachten, spielte mitreißend und spektakulär, und die Wahrscheinlichkeit, vom Zauber ihres Spiels ergriffen zu werden, ist hoch. Aber es ist kein Ergebnisfußball wie ihn die Bayern spielen, die auch schlechte Spiele gewinnen. Und das ist das Schöne am Dortmunder Spiel. Man weiß, auch gegen Neapel am Dienstag, wo es um das Weiterkommen in der Champions-League geht, wird wieder ein großer Abend, den man um keinen Preis gegen ein Spiel gegen Viktoria Pilsen eintauschen möchte.