Archiv für den Monat: August 2018

Die Wahrheit über den 1. Spieltag

Der BVB hat seinen Kader wie nichts Gutes umgekrempelt. Der geballte Sachverstand des neuen Quartetts Watzke, Sammer, Kehl und Zorc hat die Schwachstelle an den fehlenden Führungsspielern festgemacht und unsichere Kandidaten wie Castro im Mittelfeld abgegeben. Andere wie Rode und Toljan, die wohl kaum mehr spielen werden, hatte man nahegelegt, den Verein ebenfalls zu verlassen, aber die beiden wollen ihren gut dotierten Vertrag lieber absitzen. Hier hat der Verein leider nicht die Möglichkeit mit Mitteln des Streiks das Vertragsverhältnis zu kündigen wie Dembele es gemacht hat, wobei allerdings 100 Millionen ein gutes Schmerzensgeld waren, die einiges für das neue Umsatzrekordjahr beigetragen haben, obwohl sportlich die Saison eher mau war. Aber die Show geht weiter, die Umsätze und die Ablösesummen werden auch weiterhin steigen, und niemand weiß so genau, warum eigentlich, denn das, was man geboten bekommt, schon lange nicht mehr mit den Summen mithalten kann. Der BVB setzt jetzt auf Mittelfeldkämpfer wie Witsel und Delaney, die nicht glänzen, sondern ackern sollen, d.h. vermutlich, dass man beim BVB nicht mehr soviel Rasanz, sondern mehr Arbeitssiege erwarten kann, und das ist als Ergebnis der Analyse auch nicht verwunderlich, waren Zorc, Kehl und Sammer alles Vertreter dieser Arbeitsmoral, die im Mittelfeld und in der Abwehr vor allem darauf achteten, dass hinten nichts anbrannte. Diese riesige Umstrukturierungsmaßnahme soll demnächst durch den Stürmer aus Barcelona Alcácer abgeschlossen werden, ein »Star«, der kaum spielte, weil er an Messi natürlich nie vorbeikam. Bayern hingegen hielt sich merkwürdig zurück, als hoffte man, die turbulenten Preise würden sich in der nächsten Saison wieder legen. Andererseits ist man bei den Bayern auch im Besitz eines ausgezeichneten Kaders, der für die nächste Meisterschaft und den Pokal mehr als ausreicht, wenn auch nicht für die CL. Leverkusens Trainer Heiko Herrlich hält seinen Ex-Verein, den BVB, für den Meisterschaftfavorit, aber es ist trotz des neuen Trainers Favre kaum abzusehen, wie sich die neue Mannschaft zusammenfinden wird. Auch Bayern tat sich im ersten Saisonspiel gegen Hoffenheim schwer und konnte das Spiel erst nach einer fragwürdigen Schiedsrichterentscheidung gewinnen, die den Videobeweis in einem schlechten Licht erscheinen ließ, denn Ribérys Schwalbe, die jeder auf Anhieb im Stadion sehen konnte, verleitete den Schiedsrichter selbst nach eingehendem Studium auf dem Bildschirm dazu, auf den Elfmeterpunkt zu zeigen. Überhaupt verbrachten die Schiris eine Menge Zeit vor dem Bildschirm, und nicht immer kam eine vernünftige Entscheidung dabei heraus. Nur bei der roten Karte, die sich Nastasic von Schalke nach seinem üblen Foul gegen den Wolfsburger Weghorst abholte, führte der Videobeweis auf die richtige Spur, denn der Schiedsrichter hatte zunächst nur gelb gegeben. Aber in diesem Spiel, das erfreulicherweise die Wolfsburger in der 94. Minute für sich entscheiden konnten, schien der Schiedsrichter etwas überfordert gewesen zu sein, denn später musste er eine rote Karte in gelb umwandeln. All diese Videobeweisführungen verändern auch das Spiel. Sie machen vielleicht einiges gerechter, wenngleich auch nicht alles, aber man kann sich über all die schönen falschen Entscheidungen gar nicht mehr aufregen, weil sie der Schiedsrichter korrigiert, und irgendwie ist das auch nicht das Gelbe vom Ei.