Kategorie-Archiv: Blutgrätsche

Die Wahrheit über den 26. Spieltag

Hertha hat im Spiel gegen den BVB alles versucht. Sogar der Platz war, wie Favre sagte »für die Pferde«, glich also eher einem Acker als einem Rasen, auf dem sich technisch versierte Spieler entfalten können. Die Berliner hatten damit weniger Probleme, weil sie sowieso nur vorhatten zu kämpfen, zu grätschen und zu rempeln. Aber das sind die Dortmunder mittlerweile gewohnt, dass man gegen sie mit allen Mitteln zu Werke geht. Der Schiedsrichter hatte einen großzügigen Tag und ließ mehr laufen als dem Spiel gut tat. Gleich in der 4. Minute patzte Bürki und ließ einen haltbaren Schuss vor die Füße Kalous abprallen, der den Ball nur einzuschieben brauchte. Wieder eins von den Geschenken, die Dortmund in der letzten Zeit großzügig an die Gegner verteilt. Delany, der ohne seinen an einem Muskelfaserriss verletzten Partner Witsel spielen musste, schnappte sich dann an der Mittellinie den Ball und schleppte ihn bis zum Sechzehner, ohne dabei gestört zu werden, schoss einen Berliner an, von dem der Ball in einer schönen Bogenlampe über den Torwart hinweg ins Tor abgefälscht wurde. Noch vor der Pause ging Hertha wieder in Führung durch einen Handelfmeter, der mal wieder ziemlich umstritten war, denn Weigl wurde aus kurzer Distanz angeschossen, wobei seine Hand instinktiv sein Gesicht schützte. Direkt nach der Pause kam der BVB überraschend stark aus der Kabine und machte sofort Druck und erspielte sich riesige Chancen, aber nur ein Kopfball von Zagadou nach Ecke von Sancho ging ins Tor. Aber auch die Hertha hatte einen Pfostentreffer und hätte durchaus noch ein Tor erzielen können. Die Dortmunder hingegen gingen wieder unglaublich verschwenderisch mit ihren Möglichkeiten um, so dass die Hoffnung auf einen Sieg immer mehr schwand, denn die Berliner nahmen sich immer mehr die Dortmunder Gefahrenquelle Nr. 1 vor und bearbeiteten Sancho mit allen Mitteln, bis schließlich der Schiedsrichter gezwungen war, Torunarigha nach einigen üblen und taktischen Fouls vom Platz zu stellen. Und wieder war es Sancho, der in der 92. Minute in unnachahmlicher Art den Ball zwischen zwei Herthanern zu Reus durchsteckte. Mit einer Direktabnahme beförderte der den Ball ins rechte untere Toreck. Dass die Berliner schlechte Verlierer sind, bewies der eingewechselte Ibisevic, der den Ball aus Ärger über angebliche Spielverzögerung Bürki an den Kopf warf. Aber dann war das Spiel aus, und man hatte gegen unangenehme Berliner drei Punkte einkassiert, die vor allem gegen Spitzenmannschaften gerne mal punkten und auch schon den Dortmundern die ein oder andere unangenehme Niederlage zufügten. Und auf Schalke fällt den Verantwortlichen nach dem 7:0-Abschied aus der Championsleague gegen Manchester City nichts anderes ein, als den alten prolligen Holzkopf aus den Niederlanden Stevens zu engagieren, der zum Einstand zu Hause auch gleich 1:0 gegen Leipzig verlor. Jetzt sind es noch drei Punkte auf den von Stuttgart gehaltenen Relegationsplatz, die immerhin zu Hause einen Punkt gegen Hoffenheim ergatterten. Auch Gladbach schwächelt. Nach drei Heimniederlagen in Folge schafften sie auch gegen Freiburg keinen Sieg zu Hause, so dass die Frankfurter Eintracht bei einem Sieg gegen den Club ihnen bis auf einen Punkt auf die Pelle rücken kann.

Die Wahrheit über den 25. Spieltag

Nach dem Desaster in Augsburg schien es plöztzlich nicht mehr unmöglich, dass der BVB auch zu Hause gegen Stuttgart Federn lassen würde. Und genauso sah es zunächst auch aus. Wieder rannten die Dortmunder an, schnürten den Gegner ein, kombinierten, aber eine richtige Torchance sprang nicht heraus. Und als es nach einer Stunde immer noch 0:0 stand, schwand zunehmend die Hoffnung, dass sich daran noch etwas ändern könnte, bis Sancho in den Strafraum dribbelte und vom Ex-Kollegen Castro gefoult wurde, aber wenn der großzügige Referee nicht einen Tip aus Köln bekommen hätte, wäre den Dortmundern wie auch ein weiteres Mal in der Partie der Elfer versagt worden. So schoss Reus das erlösende 1:0. Eine Stunde hatten die Dortmunder für das Tor gebraucht. Stuttgart brauchte zehn Minuten, dann stand es nach einem Standard und nach einem katastrophalen Stellungsfehler 1:1 und alles konnte von neuem beginnen. Der 2. Treffer für die Borussia entstand aus dem Gewühl heraus, und nur das 3:1 war endlich wieder mal das Ergebnis einer wunderschönen Kombination. Die Mühe, die es dem BVB z.Z. bereitet, ein Spiel gegen eine nominell schwache Mannschaft zu gewinnen, der es per Kampfgeist gelingt, die Dortmunder in die Bredouille zu bringen, lässt einen ziemlich skeptisch werden, vor allem, wenn willenlose Wolfsburger sich von Bayern mit 6:0 abfertigen lassen, was schon an Wettbewerbsverzerrung grenzt, denn so schlecht dürfte die VW-Truppe nicht mal in der Regionalliga spielen, um nicht stark abstiegsgefährdet zu sein. Jetzt hat Bayern dank des um zwei Tore besseren Torverhältnisses die Nase wieder vorn, die ihre Schwächephase zum richtigen Zeitpunkt hatten, die Dortmunder zum falschen. Aber immer noch hat der BVB 11 Punkte Vorsprung vor Gladbach, die auf Platz 3 stehen und hat sich so gut wie sicher für die CL qualifiziert, was ja schon längst das Wesentliche ist für einen Verein. Zudem geht es Dortmund im Vergleich immer noch gut, denn auch Klopps Liverpool hat einen 7-Punkte-Vorsprung in der Premier-League verspielt und ihm droht zudem mit ziemlicher Sicherheit das Aus bei den Bayern in der CL, so dass sich die Reds dann zu den großen Vereinen zählen dürfen, die in der CL schon im Achtelfinale ausgeschieden sind, wie Real Madrid und Paris. Und das ist bei diesen Mannschaften besonders schön, denn es zeigt die schöne Unberechenbarkeit des Spiels, die noch jede von Geld gesteuerte Planung durchkreuzt. Real Madrid steht jetzt sogar vor einem Scherbenhaufen, weil der machtbesessene Präsident Perez nach dem peinlichen 4:1 gegen Ajax Amsterdam die Mannschaft zusammenstauchte und jetzt Ramos mit einem Rausschmiss drohte, weil der ihm Widerworte gegeben hatte. „Dann zahl mich aus und ich bin weg“, hatte der mit einem mehrjährigen Vertrag ausgestattete Ramos gesagt und man darf gespannt sein, ob Perez sein letztes Alpha-Tierchen wird ziehen lassen. Da sind die Probleme des BVB doch fast schon peripher. Dort gibt es zwar Watzke, der angeblich sogar ganz gut mit Perez kann, was einen nicht wirklich wundert, der aber zumindest weiß, dass er mit dem Stil den Verein vor die Wand fahren würde, was in gewisser Weise der Vorteil eines sauerländischen, bodenständigen Unternehmers ist, gleichzeitig aber bedeutete, dass es das große Drama, das in Madrid gerade aufgeführt wird, in Dortmund nicht geben wird. Tatsächlich gab es das ja schon mal. Damals aber gewann man die CL. Ein paar Jahre später war man pleite. Heute wird einem weder das eine noch das andere passieren.

Die Wahrheit über den 24. Spieltag

Kurz durfte man sich vor einer Woche Hoffnung machen, dass es im Meisterschaftskampf spannend bleibt, dass es nicht nur eine One-team-Show der Bayern wird, als der BVB gegen zuletzt gut aufgelegte Leverkusener 3:2 gewann. Aber das Spiel enthielt alarmierende Zeichen, denn wenn eine Mannschaft fast 20 Minuten lang eingeschnürt wird und kaum an den Ball kommt, dann lässt sich nicht gerade von einem souveränen Sieg sprechen. Und gleichzeitig gab es das unerklärliche Kippen des Spiels, als wie aus dem Nichts, die Dortmunder plötzlich gut kombinierend nach vorne spielten. Aber in Dortmund kennt man das, denn das ist der Systemfehler bei Bosz, den die Dortmunder in diesem Fall mal zu ihren Gunsten ausnutzen konnten, waren sie doch selbst lange genug Opfer dieser Spielweise. Jetzt aber nach der 2:1-Niederlage in Augsburg sieht man klarer. Sicher tut sich der BVB schwer gegen tief und in der Abwehr dicht stehende Mannschaften, sicher hatte man etliche Großchancen, die man in Tore hätte verwandeln müssen, sicher spielte man überlegen und mit großem Ballbesitz, aber wie ein großer Fußballphilosoph mal gesagt hat, es gewinnt diejenige Mannschaft, die weniger Fehler macht. Aber es lag eben auch daran, dass Dortmund wieder einmal gegen eine unterlegene, aber leidenschaftliche kämpfende Mannschaft kein Mittel fand, weil die bereit war, zehn Kilometer mehr zu laufen und sich in jeden Zweikampf stürzte. Reus, der darauf angesprochen wurde, sagte zwar durchaus nachvollziehbar, dass es nicht darauf ankäme, mehr zu laufen, wenn man meistens den Ball hat, sondern die Zwischenräume richtig zu besetzen, aber wenn man das offenbar nicht schafft, dann sollte man den Kampf annehmen, dann sollte man auch ins Risiko gehen und schnell spielen, statt den Ball erstmal zu sichern, man sollte pressen und drücken, wie man es in den letzten fünf Minuten gemacht hat. Kann sein, dass man dann möglicherweise, wenn es dumm läuft, spektakulär verliert, aber die Chance ist relativ gering, wenn der Gegner Augsburg heißt, der nicht mal einen Lukebakio in seinen Reihen hat, also eine schnelle, gefährliche Spitze, mit der die Düsseldorfer Schalke ins Debakel stürzten. Jetzt dürften die jungen Spieler, allen voran Hakimi, der in den letzten Spielen mit krassen Fehlern mindestens vier Gegentore verschuldete, so verunsichert sein, dass auch für die nächsten Spiele nichts mehr zu erwarten ist, denn ein Spiel besteht nun mal zu 50 % aus Psychologie, und wenn eine unbewusste Blockade vorhanden ist, dann kriegt man vorne auch keine Tore mehr rein, egal wie groß die Chancen sind, die einem der in der Regel ja schwache Gegner anbieten, und ein solcher waren die Augsburger, die seit 14 Spielen nicht mehr gewonnen haben. Bayern hingegen hat die alten Verhältnisse wieder hergestellt und Gladbach mit 5:1 abgekanzelt. Man ist jetzt punktgleich und fast hätte man auch den Torvorsprung der Dortmunder egalisiert. Aber das wird sich schon nächste Woche ändern, wenn der VfB nach Dortmund kommt. Wieder eine Mannschaft, die ihre gewonnenen Spiele an einer Hand abzählen kann, ihr Heil in der Abwehr suchen wird und für die sich der BVB als Aufbauhelfer betätigen kann. Dafür hat die Eintracht mit einer leidenschaftlichen Leistung, der man den Glauben an die eigenen Möglichkeiten ansieht, das Spiel gegen Hoffenheim noch in der 96. Minute gedreht. Auf Schalke hingegen herrscht Weltuntergang nach dem 4:0 zu Hause gegen Düsseldorf, wo man zum letzten Gefecht aufrief, dann aber einen blamablen Auftritt hinlegte, der in die Geschichte des Vereines eingehen wird. Nachdem Heidel schon hingeworfen hat, wird die erste Handlung seines Nachfolgers wohl darin bestehen, Tedesco zu entlassen, der einfach nicht einsehen will (»Ich bin keiner, der sich verpisst!«), dass sein Team mit ihm nichts mehr anzufangen weiß.

Die Wahrheit über den 23. Spieltag

Nachdem die Dortmunder wegen ihrer sorglosen Art, sich Tore zu fangen, im letzten Spiel in Nürnberg vor allem darauf bedacht waren, sich keinen Konter einzufangen, worunter dann allerdings auch die Offensive litt, die zwar engagiert, aber ohne Ideen spielte, auch irgendwie gebremst, nie wirklich befreit, nachdem den Dortmundern also zuletzt nur ein torloses Remis gelang, da war es amtlich: der BVB steckt in der Krise nach dem dritten Unentschieden in der Liga. Ist es wirklich nur deshalb, weil Reus fehlt, ist er wirklich, wie Watzke sagte, so unersetzlich wie Messi für Barcelona, der in Sevilla drei Zaubertore machte? Oder liegt es an der Unerfahrenheit der Spieler, die einen Leistungsknacks nicht so gut wegstecken können wie die Routiniers aus Bayern, die zwar schlecht spielten, aber trotzdem 1:0 gegen Hertha gewannen? Wahrscheinlich ist es so. Jedenfalls können die Dortmunder den Ausfall ihrer Routiniers wie Reus und Piszczek weniger gut verkraften als die Bayern, die sowieso nur Routiniers in ihrer Mannschaft haben. Und vor allem haben jetzt alle Mannschaften das Erfolgsrezept der Dortmunder entschlüsselt, sie wissen, dass man einen Sancho erst gar nicht zur Entfaltung kommen lassen darf, dass man die Räume so verdichten muss in einer disziplinierten Verteidigung, dass man dem Gegner das Gefühl gibt, auf Granit zu beißen, aber auch Tottenham wusste, wie man den Dortmundern zu Leibe rücken kann, nämlich durch ständiges Pressing, das die Dortmunder in der Liga nicht gewöhnt sind, wo sich der Gegner in der eigenen Hälfte einigelt. Eigentlich schade. Es hätte ein schöner Traum sein können, auch wenn das eigentliche Wunder darin besteht, dass Dortmund mit dieser Mannschaft überhaupt so weit kam. Aber vielleicht hilft es noch ein bisschen, wenn der BVB sich demnächst ganz auf die Liga konzentrieren kann. Das kurzzeitig als Mitfavorit um den Titel geltende Gladbach geht es wesentlich schlechter. Schon zum 2. Mal in Folge verloren sie ihr Heimspiel, diesmal gegen Wolfsburg, vor denen man sich eigentlich nicht zu fürchten braucht, aber wie das manchmal eben so ist, ging alles schief. Gladbach machte das Spiel, Wolfsburg die Tore, womit wieder einmal bewiesen wäre, dass es im Fußball alles andere als gerecht zugeht. Gerecht und sehr logisch hingegen verlief das Spiel der Schalker in Mainz, wo die Blauen sang- und klanglos mit 3:0 untergingen, nachdem jeder schon dachte, das kurze Aufflackern gegen Manchester City, gegen die man zwei Elfer verwandelte, auch wenn man 3:2 verlor, würde sich vielleicht in der Liga positiv auswirken. Diese schwache Hoffnung zerstob schnell und verwandelte sich kurz vor Spielende in einen Scherbenhaufen, als durchsickerte, dass Sportdirektor Heidel seine Mission offenbar als gescheitert ansah und gekündigt hatte. Er will seinen Sessel räumen, sobald Schalke Ersatz gefunden hat. Und der Ersatz, für den die Grinsekatze Olaf Thon eigentlich prädestiniert wäre, weil er schon als »Experte« sein fußballerisches 08-15-Wissen unter Beweis gestellt hat, wird tun, was alle tun würden, nämlich Tedesco entlassen. Und das wäre vermutlich nicht mal falsch. Freiburg hingegen hatte zu Hause mit einem 5:1 gegen den direkten Konkurrenten um die unteren Tabellenplätze Augsburg einen glanzvollen Auftritt. Besonders spannend dürfte es im Kampf um den Abstieg nicht mehr werden, denn Nürnberg schaffte es nicht, sein Abwehrbollwerk in Düsseldorf ähnlich effektiv zu gestalten wie gegen den BVB und verlor 2:1. Und Hannover ist auch mit von der Partie.

Die Wahrheit über den 22. Spieltag

Die erste Generalprobe der deutschen gegen die englischen Mannschaften in der Champions-League ging für den BVB mit einem ziemlich eindeutigen 3:0 gegen Tottenham schon mal total daneben, nachdem man in der Bundesliga nach einer 3:0-Führung gegen Hoffenheim innerhalb von zwölf Minuten ein 3:3 hinnehmen musste. Bayerns letzter Auftritt in Augsburg vor der Begegnung mit Klopps Liverpool endete zwar mit einem knappen 3:2-Sieg, aber überzeugend war er auch nicht, noch dazu verletzte sich Coman am Sprungelenk, das bei Coman besonders anfällig ist, weshalb er bereits darüber nachgedacht hat, seine Karriere zu beenden, bevor das Martyrium kein Ende nehmen sollte. Er ist bei den Bayern gerade besonders wichtig, trug er doch gleich zwei Tore in Augsburg zum Sieg bei, in dem es für die Bayern ganz und gar nicht danach aussah, als würde ihnen die Siege nur so in den Schoß fallen, vor allem, nachdem Goretzka gleich in der Anfangsphase ein Eigentor fabrizierte. Gegen die Reds traut ihnen niemand allzu Großartiges zu, die Favoritenrolle hat eindeutig Liverpool, d.h. Bayern kann eigentlich nur gewinnen und leider haben sie oft genug bewiesen, dass sie dann besonders stark sind, während den Dortmundern die Favoritenrolle überhaupt nicht gut bekam, um so mehr als Harry Kane und ein paar seiner Kollegen verletzt waren. Die Chancen der Bayern sehen also gar nicht so schlecht aus, während man bei den Schalkern tatsächlich ein Desaster erwarten darf, denn das extrem spielstarke Manchester City hat es mit einer Elf zu tun, der in der Liga noch ein einziger glanzvoller Auftritt gelungen ist, an dem man sich klammern könnte im Sinne von, es geht doch. Es geht eben nicht, nicht mal gegen Freiburg, gegen die man mit Glück ein torloses Remis zustande brachte. War man in der ersten Halbzeit noch ein bisschen überlegen, biss sich aber an der disziplinierten Abwehr der Freiburger die Zähne aus, dezimierten sich die Schalke nach einem üblen Foul von Serdar an Frantz selbst. Ein Spiel, in dem der Schiedsrichter im Mittelpunkt steht, ist nie besonders attraktiv, aber das ist die einzige Chance, die Schalke z.Z. hat. In der 2. Hälfte nutzten die Freiburger ihre zahlenmäßige Überlegenheit aus, weil sie spürten, dass durchaus drei Punkte drin waren, aber Freiburgs Innenverteidiger Lienhart brachte das Kunststück fertig, aus einem Meter Entfernung über das Tor der Schalker zu köpfen. Hoffenheim tat sich mit einem 3:0 gegen Hannover gütlich, vergaben aber Chancen für ein 8:0. Dolls Versuch, den dürftigen Sieg Hannovers gegen die noch schwächeren Nürnberger in der letzten Woche, als Aufbruch zu interpretieren, indem er sagte, seine Mannschaft hätte sich noch nicht aufgegeben, war nur ein frommer Wunsch. Man kann jetzt schon nichts mehr gewinnen, wenn man auf den Abstieg Hannovers setzt, während man bei Nürnberg gespannt sein darf, denn dort hat Marek Mintal, der Schatten, den glücklosen Köllner abgelöst. Wenn es heute abend gegen Dortmund geht, dann wird für beide Mannschaften das Spiel richtungsweisend sein, wobei ein Sieg der Dortmunder zwar Pflicht ist, aber es bei ihnen darauf ankommt, wie sie den Sieg errungen haben werden: Ob mit Kampf und Krampf oder überzeugend. Ein schönes Spiel wird es nicht, das glanzvolle 7:0 für den BVB aus der Hinrunde wird es nicht mehr geben.

Die Wahrheit über den 21. Spieltag

Der BVB macht es spannend. Bei den Dortmundern ist es jedenfalls nicht so langweilig wie in den letzten sechs Jahren, als Bayern Meister wurde. Dreimal hintereinander haben sie bereits nur Remis gespielt. War das 3:3 im Pokalfight gegen Werder schon schlimm, weil man zwei völlig unnötige späte Tore hinnehmen musste, die zum Elfmeterschießen führten, so war dieses 3:3 zu Hause gegen Hoffenheim eigentlich noch viel schlimmer, weil man bis zur 75. Minute 3:0 führte und dann innerhalb von 12 Minuten drei Gegentore kassierte. Und das nicht einmal zu Unrecht. Zwar fehlte erneut Reus, aber sonst waren die Grippekranken fast alle wieder genesen, vor allem war Sancho wieder zurück und zeigte, dass ohne ihn gerade nicht allzuviel läuft in Dortmund. Seine Sololäufe, sein Antritt und seine Finten sind von keinem Spieler der Welt zu verteidigen. Das erste Tor schoss er selbst, die beiden anderen bereitete er auf geniale Weise vor. Das war in der ersten Halbzeit allerdings auch relativ leicht, denn Hoffenheim spielte sehr zurückhaltend und kam kein einziges Mal wirklich gefährlich vor das Tor. Das änderte sich schlagartig in der 2. Halbzeit, als mit Geiger und Belfodil zwei neue Spieler für Hoffenheim aufliefen. Plötzlich spielten sie aggressiv und setzten den ballführenden Mann frühzeitig unter Druck. Und Dortmund fing an zu schwimmen. Eine torgefährliche Situation reihte sich an die andere, aber der Anschlusstreffer wollte nicht fallen, stattdessen erzielten die Dortmunder wunderschön kombinierend nach Hackentrick von Sancho auf Götze, der in den Rückraum auf Guerreiro passte das 3:0. Aber die Hoffenheimer ließen sich nicht beeindrucken und spielten einfach ihr Spiel weiter. Hätte Sancho nach einem Konter das 4:0 erzielt, wäre das Spiel entgültig entschieden gewesen, aber auch einem Sancho gelingt eben nicht alles. Aber auch der Drei-Tore-Vorsprung muss 15 Minuten vor Abpfiff eigentlich reichen. Leider aber klappte bei Hoffenheim nunmehr all das, was vorher misslang. Und als Sancho nach hinten verteidigte und ein leichter Rempler als Strafstoß gewertet wurde, war das Schicksal besiegelt, denn ausgerechnet die beiden eingewechselten Hoffenheimer erzielten den Ausgleich. Der Strafstoß war zwar eine Fehlentscheidung, aber man kann so eine Flanke aus dem Halbfeld auch verteidigen. Aber Diallo und Hakimi waren an diesem Tag von der Rolle, und die Dortmunder Trainerbank traf merkwürdige Entscheidungen und setzte völlig falsche Signale, denn man wechselte mit Toprak für Götze einen Defensivmann ein, der das fragile Gefüge noch mehr chaotisierte, denn kurz darauf fielen zwei Hoffenheim-Tore. Und als Dortmund versuchte, noch den Siegtreffer zu erzielen, wechselte man in der 92. Minute völlig sinnlos Wolf für Guerreiro ein, was man nur macht, wenn man auf Zeit spielen will, die man nicht hatte. Es sind zwar immer noch 5 Punkte Vorsprung vor Bayern, die gegen Schalke natürlich nicht viel Mühe hatten, aber das bedenkliche ist die augenblickliche Formschwäche, die ohne Reus noch verschärft wird. Und diese Formschwäche kommt nicht gerade gelegen, denn so hat man in der CL gegen Tottenham am Mittwoch kaum Chancen. Danach muss man zum Club, dem das Wasser bis zum Hals steht. Auch das ist keine angenehme Aufgabe, denn die haben nach der Niederlage gegen den direkten Abstiegskonkurrenten Hannover nichts mehr zu verlieren.

Die Wahrheit über den 20. Spieltag

War es schon vorher klar, dass es in Frankfurt nicht einfach werden würde, auch wenn die Eintracht in Bremen nur ein Remis zustande brachten und am Ende der Vorrunde schwächelten, so fanden die Frankfurter im BVB eine echte Herausforderung, die sie gerne annahmen, indem sie ihr besten Spiel der Saison ablieferten. Immer wieder setzten sie der Dortmunder Abwehr zu, der unter Druck dann eben Missverständnisse unterliefen wie zwischen dem ansonsten sehr zuverlässigen und zweikampfstarken Weigel und Diallo. Aber Rebic konnte die Chance, als er plötzlich allein vor Bürki stand, nicht verwerten. Es war nur eine von ein paar hochkarätigen Chancen, die die Einrtachtstürmer liegen ließen, was sie eigentlich sonst nicht tun, denn nicht umsonst haben sie ebensoviele Tore erzielt wie Dortmunds Stürmer. Aber nach den ersten zehn Minuten konnten sich die Dortmunder von der Umklammerung befreien und hatten die Gelegenheit, ihrerseits mehrere Großchancen zu versieben. Vor allem Reus zeichnete sich in dieser Kunst aus. Er schoss zwar das 1:0, aber wem das Tor eigentlich gebührte, das machte Reus selbst durch Gesten deutlich, denn dem Treffer war ein sehenswertes Dribbling Guerreiros vorausgegangen, der sich durch die Frankfurter Abwehr tankte, dabei noch den Überblick behielt und im richtigen Moment den Ball zu seinem Nebenspieler schob, der nur noch den Fuß hinhalten musste. Reus lief kurz darauf noch einmal allein auf Frankfurts Torhüter Trapp zu, setzte den Ball aber neben den Pfosten, aber als er eine flache von Alcacer in den Rückraum geschlagene Flanke genau ins rechte obere Toreck setzen wollte und nur die Latte traf, da konnte man schon fast von Fahrlässigkeit sprechen. Die erste Halbzeit war ein unglaublich intensives, ein grandioses Fußballspiel, und dass den Dortmundern alles abverlangt wurde, ist vielleicht nicht schlecht, denn dadurch merken sie, dass sie eben immer alles geben müssen, dass ihnen nichts in den Schoß fällt, denn irgendwie scheinen sie die Gabe zu besitzen, das beste aus dem jeweiligen Gegner herauszukitzeln. Selbst gegen den Club vor einer Woche war das so, auch wenn der dann nach einer Stunde aufgab. Schade, dass Reus seine Chancen verdattelte, denn Man hätte sich noch deutlicher von den Münchnern absetzen können. Am Ende waren beide Mannschaften zufrieden, vor allem deshalb, weil die Bayern in Leverkusen mit 3:1 verloren hatten, nachdem sie 1:0 führten, weshalb die Bayern nicht wie gefürchtet dem Tabellenführer näher kamen, sondern der BVB seinen Vorsprung sogar noch ausbauen konnte, wenngleich auch nur durch einen Punkt. Der Gewinner des Abends waren die Gladbacher, die gegen verbissene und uninspirierte Schalker auswärts mit 2:0 gewannen und sich dadurch an den Bayern vorbei sogar auf Platz zwei schoben. Die grandiose Schnapsidee der Hannoveraner Vereinsführung, Thomas Doll als Retter des Vereins zu engagieren, ging voll auf, denn Doll, der schon vor langer Zeit in Dortmund seine Unfähigkeit unter Beweis gestellt hatte, eine Mannschaft zu Höchstleistungen zu führen, blieb seinem Ruf treu. Die Aufbruchstimmung, die er zu verbreiten suchte, kippte bei einem blutleeren Auftritt zu Hause gegen Leipzig um in Resignation und Verzagtheit. Es gibt also nichts neues unter der Hannoveraner Fußballsonne, außer eine neue Ratlosigkeit, die die alte ist.

Die Wahrheit über den 19. Spieltag

Für Hannovers Trainer Breitenreiter war das Spiel in Dortmund eine mission impossible, denn das Auftreten seiner Manschaft wurde von den Verantwortlichen zur Bedingung für seine Weiterbeschäftigung gemacht. Schon nach dem letzten Spiel wurde öffentlich über den Trainerwechsel gesprochen, was Breitenreiter nicht sonderlich hilfreich für seine Arbeit empfand. Dennoch ist die Situation nicht eindeutiger geworden, denn trotz der deutlichen 5:1-Niederlage der Niedersachsen, hatten die Sechsundneunziger eine Stunde lang den Dortmundern Paroli geboten und in dieser Zeit hatte man nicht den Eindruck, Hannover sei die schlechtere Mannschaft, im Gegenteil, man konnte sich nie sicher sein, ob die knappe 1:0-Führung durch Hakimi in der 24. Minute wirklich ausreichen würde, denn Hannover hatte durchaus Chancen, und wenn Bürki auf der Linie zur Zeit nicht so gut in Form wäre, hätten die Hannoveraner bereits in der 2. Minute geführt. Es war also durchaus ein Spiel, in dem den Dortmundern so ziemlich alles abverlangt wurde, und man konnte sich zunächst nicht vorstellen, dass Hannover nur auf dem 17. Platz stand. Jedenfalls gaben sie alles, und sie gaben es für ihren Trainer. Bei Dortmund hingegen klappte unter Druck nicht viel, und wenn Piszczek nicht so grandios gespielt hätte mit zwei genialen Vorlagen, die Reus und Guerreiro allerdings nicht verwerten konnten, dann hätte es optisch noch schlechter ausgesehen. Aber nach genau einer Stunde, verlor Hannovers Verteidiger Albornoz den Ball völlig unnötig an Hakimi, der aus einer Entfernung von guten zwanzig Metern angebraust kam – was wie absurder Übereifer aussah –, den Ball eroberte und überlegt auf Reus passte, der den Ball kunstvoll wie eine Billardkugel am Torwart vorbei ins Tor bugsierte. Danach brach Hannover ein. Sancho auf Götze und Reus auf Guerreiro, fast zwei identische Tore, und das Spiel war gelaufen. Dennoch ließ sich Hannover nicht hängen und erzielte noch den Anschlusstreffer, einen abgefälschten Schuss von Bakalorz, nachdem er fast von der Mittellinie bis fast zum Sechzehner gelaufen war. Das ärgerte die Borussen dann doch so sehr, dass Witsel in der 90. noch mit einem sehenswerten Fernschuss den Endstand herstellte. Breitenreiter schien ganz zufrieden zu sein, wenigstens konnte er sich mit einer guten Leistung verabschieden: »Es geht jetzt nicht um mich, sondern darum, den Verein vor dem Klassenerhalt zu bewahren«, sagte er hinterlistig und setzte damit die Schlusspointe, denn auch ein anderer Trainer wird die Hannoveraner nicht retten können. Leider war es für den BVB nur ein Pflichtsieg, denn auch Gladbach gewann, und es lässt sich kaum davon ausgehen, dass die Bayern im Sonntagsspiel gegen Stuttgart verlieren werden. Erstaunlicherweise gewann Bosz mit Leverkusen in Wolfsburg souverän mit 3:0. Aber das hatte er auch Anfang der letzten Saison mit Dortmund. Man darf gespannt sein, ob sich auch alles andere wiederholen wird. In einer mitreißenden Partie trennten sich Bremen und Frankfurt mit einem 2:2. Es wird also in einer Woche nicht ganz so einfach sein, in Frankfurt zu gewinnen, wenn der BVB dort antreten muss, denn im Unterschied zur Hinrunde, als die Eintracht völlig von der Rolle war, gehören sie zu den Anwärtern auf einen internationalen Platz und haben mit Haller, Jovic und Rebic drei richtig gute Stürmer.

Die Wahrheit über den 18. Spieltag

Im Vorfeld des Spieltags stand in der FAZ ein großes Interview mit Marco Reuss, der auf Nachfrage sagte, dass er nie zu Bayern wechseln würde, eine Nachricht, die groß aufgeblasen wurde, obwohl Reuss selbst darauf hinwies, dass er als fast Dreißigjähriger wohl kaum bei der von den Bayern geplanten Verjüngungskur in Frage kommt. Und der FAZ-Redakteur Horeni fragte weiter, ob Reuss durch seine Führerscheinaffäre von Löw nicht mindestens zwei bis drei Spiele hätte gesperrt werden müssen, weil er seinen Vorbildcharakter für die deutsche Jugend verletzt habe. Man ist bei solchen Gelegenheiten doch immer wieder erstaunt, was Reporter so umtreibt, die wie die AfD reden, ohne es zu merken, vermutlich weil ihnen die anspruchslose und simple Argumention, bei der sich alles über den deutschen Leisten schlagen lässt, ihrer Auffassungsgabe entgegenkommt, denn selbstverständlich entgeht ihnen natürlich, dass die Spieler der Jugend nicht etwa vermitteln, ohne Führerschein zu fahren, sondern an der Spielkonsole zu daddeln und auf Fortnite zu ballern, was das Zeug hält. Sonst aber war der Spieltag ganz wunderbar, weil trotz kurzfristiger Verletzung von Reuss die Dortmunder in einem rasanten Spiel nun auch in Leipzig bestanden und den überengagierten und von Rangnik bis in die Haarspitzen motivierten RBlern die erste Heimniederlage zufügten. Die Dortmunder ließen sich nicht von der Hektik, die die Leipziger zu entfachen versuchten, anstecken, und dennoch wurde es ein sehr enges Spiel auf kleinem Raum, weil jeder versuchte, die Räume um den Ball einzuengen und durch ständige Eroberungsversuche des Balles sich Vorteile zu verschaffen. Aber auf engem Raum konnten die Dortmunder ihre technische Überlegenheit durch schnelle Kombinationen ausspielen, und einige Male gelang es ihnen, schnell in die Spitzen zu spielen, aber der wuchtige und schnelle Upamecano vereitelte immer wieder gefährliche Situationen im letzten Moment. Das Spiel hätte einige Tore mehr verdient, aber auf beiden Seiten ließ man großzügig die Chancen aus, die sich boten, so dass der wunderschöne Schuss Witsels aus dem Stand heraus an die Unterkante der Latte mitten im Strafraumgewühl nach einer Ecke von Guerreiro der einzige Treffer bleiben sollte. Dennoch gibt es bei den Dortmundern einiges zu bemängeln, zum Beispiel an Bürki, der zwar ein paar tolle Paraden zeigte und deshalb auch gleich zum besten Spieler des BVB gekürt wurde, aber der eine der größten Chancen der Leipziger selbst generiert hatte, als er ausrutschte und den zurückgepassten Ball nicht traf, eine Gelegenheit, die sich eine etwas bessere Mannschaft nicht hätte entgehen lassen. Vor allem aber kam keiner der lang nach vorne geschlagenen Bälle beim eigenen Mann an, was wirklich eine Leistung ist, die ihm so schnell niemand nachmacht. Und auch der Reuss-Ersatz Philipp enttäuschte nicht nur, weil er die riesige Chance zum 2:0 versiebte, auch sonst spielte er unglücklich und dürfte wesentlich an den schlechten Zweikampfwerten der Dortmunder mit einer Quote von 44 % beteiligt gewesen sein. Jedenfalls war der Sieg des BVB sehr wichtig, weil Bayern schon am Freitag in Hoffenheim souverän mit 3:1 gewonnen hatte und zur Jagd auf die Dortmunder geblasen hatte, wobei man sich in der nun eröffneten 2. Saisonhälfte nicht allzu viele Ausrutscher wird erlauben dürfen, denn Bayern macht wieder einen sehr stabilen Eindruck. Peter Bosz ist wieder in die Liga zurückgekehrt und hat mit Leverkusen auch gleich sein erstes Spiel gegen Gladbach verloren. Ob es diesmal klappt mit seinem Offensivsystem? Man darf gespannt sein.

Die Wahrheit über den 17. Spieltag

Nachdem es die Dortmunder in Düsseldorf erwischt hatte und sie ihre erste Niederlage hinnehmen mussten, ging mir wieder die Szene aus »Farewell my lovely« durch den Kopf, als Mitchum alias Philipp Marlowe mit seinem Zeitungshändler und Freund wettet, wie lange die unglaubliche Siegesserie von Joe DiMaggio noch anhalten würde, die ihm die Gunst sogar von Marylin Monroe einbrachte. Während des ganzen Films eilt DiMaggio von Sieg zu Sieg, aber als der Fall gelöst war, schnappt sich Marlow nach einem anstrengenden Tag eine herumliegende Zeitung und erfährt von der ersten Niederlage seines Helden, ausgerechnet gegen zwei mittelmäßige Spieler, wie man aus dem Off erfährt. Und genau das denke ich auch immer, wenn es gegen solche Gegner wie Düsseldorf geht, bei denen sich fast jede Mannschaft bedient, und dann kommt einmal ein vernünftiger, attraktiver, glamouröser Gegner vorbei und schon geben alle Spieler 200 Prozent, als ob es um ihr Leben ginge, denn das ist es schließlich, das sie ihren Enkeln mal erzählen können, dass sie gegen den großen BVB gewonnen haben. Gegen Gladbach musste man sich hingegen weniger Sorgen machen, denn bei denen ging es nur darum, vielleicht auf drei Punkte an die Dortmunder heranzukommen, d.h. sie konnten sich nicht hinten reinstellen und sich vorne auf eine schnelle Spitze und eine schlafmützige BVB-Innenverteidigung verlassen. Leider wurde das Spiel weit weniger attraktiv als gedacht, vielleicht weil beide Mannschaften doch ziemlich ersatzgeschwächt in das Spiel gingen, weil beide Spielsysteme auf kontrollierte Offensive setzten, und natürlich auf Ballbesitz. Wie der Gladbach-Trainer Hecking am Ende durchaus richtig sagte, der Unterschied bestand darin, dass Gladbach mehr Fehler machte und Dortmund daraus resultierend mehr Möglichkeiten besaß, wie Reus in der 20. Minute nach einer genialen Kombination, der an Sommer scheiterte, den er aber hätte machen müssen. Dafür war es wieder einmal Sancho, bei dem es aussah, als würde er ausgerechnet in aussichtsreicher Situation das Spiel verzögern, so dass sich die Gladbacher wieder ordnen konnten, aber selbst das scheint ihn nicht aufzuhalten. Eine Finte, ein schneller Antritt und aus spitzem Winkel das überraschende 1:0. Dieser Mann ist so gut, dass er nicht mehr lange beim BVB spielen wird, und das ist schade. Merkwürdig hingegen der Formverfall von Pulisic, dem nichts mehr zu gelingen scheint. Jedenfalls ist es nicht gut, wenn die Leistung einer Mannschaft so stark von einer Person abhängt. Und sie tut das viel mehr von Sancho als von Reus, den viele für den Spieler den Hinrunde halten, aber Reus bleibt wie ein normal Sterblicher immer wieder hängen, versiebt Chancen und ist jetzt nicht wirklich so schnell, dass gegnerische Spieler nicht mitkommen würden. Das ist zwar eine Klage auf hohem Niveau, aber Sancho vollbringt Dinge, denen man auch bei näherem Hinsehen nicht auf die Schliche kommt, dabei ist er schnell und kann Gegner auf sich ziehen und sie wie Statisten stehen lassen, als würde er zur Familie der Incredibles gehören. Erst an ihm sieht man, wie schlicht die anderen spielen, wie weit selbst ein Schmelzer oder Pisczcek dahinter zurückbleiben, selbst wenn sie einen guten Tag haben. Allerdings scheint die Zeit von Schmelzer tatsächlich abgelaufen zu sein, denn Hakimi ist in seinen Vorstößen um einiges gefährlicher und rennt nicht nur mit dem Ball nach vorne, nur um beim ersten Gegner abzustoppen und den Ball wieder zurückzuspielen. Leider ist Hakimi von Madrid nur ausgeliehen und wird bei seinen Leistungen wohl kaum loszueisen sein. Und was macht Frankfurt? Schon wieder verloren. Diesmal auch noch gegen Bayern. Wenn das mal keine Wettbewerbsverzerrung ist. Die Eintracht sollte dringend seinen Trainer entlassen.