Kategorie-Archiv: Allgemein

Die Wahrheit über den 1. Spieltag

Herr Seethaler ist bereits nach dem 1. Spieltag überzeugt, dass der BVB Meister wird. »Ist doch sonnenklar, Dortmund wird Meister.« Ich sollte ihm eigentlich beipflichten, wenn es da nicht die bei Dortmund-Fans eingebaute Skepsis gäbe, die einem sofort tausend Gründe nennt, die dagegen sprechen. Nur, um mal ein paar zu nennen: Immer, wenn ein Verein für die kommende Saison Ambitionen angemeldet hat, ging es in der Regel schief. Zuletzt meldete Stuttgart Ansprüche auf einen internationalen Platz an mit der Folge, dass der Verein schließlich sogar im Relegationsspiel gegen Union das Nachsehen hatte. In diesem Fall, hatte ich zwar nichts dagegen, denn wer kann schon den VfB leiden? Nicht mal eingefleischte Stuttgarter, die was auf sich halten. Die sind nämlich Kickers-Fans. Außerdem liegen noch 33 Spiele vor einem. Und in denen wird es einem nicht so leicht gemacht, wie es die Augsburger (in der letzten Saison noch der Dortmunds Angstgegener) dem BVB gemacht haben, allen voran Torhüter Koubek, der in der ersten Halbzeit noch prima einige gar nicht so einfache Schüsse abgewehrt hat, dann aber in der 2. Hälfte einige Male daneben griff. Und nach dem Augsburg-Treffer nach 31 Sekunden, gelang dem BVB außer dem schnellen Ausgleich, natürlich und fast wie immer nach genialer Vorarbeit von Sancho, erst mal kein Tor mehr, so dass man schon anfing, sich Sorgen zu machen, denn im Prinzip wird das in dieser Saison die Spiele prägen: Totale Blockade gegen kontrollierten Angriff, denn das ist die einzig mögliche Strategie, die den kleinen Vereinen übrigbleibt. Und wenn dem überlegenen Verein keine Tore gelingen, dann kann es eben so ausgehen, wie am Freitag im Auftaktspiel der Bayern gegen Hertha. Dort stand es am Ende 2:2, weil den Herthanern zwei Glückstore gelangen und die Bayern aus ihrer drückenden Überlegenheit eben auch nicht mehr Tore. Aber das ist noch das einzige Spannungselement: Das Glück der schwächeren, bzw. Pech der besseren Mannschaften. Dortmund wird aber von einer Welle der Sympathie getragen, denn endlich soll mal jemand anders Meister werden und nicht zum 8. Mal Bayern, was ja auch extrem langweilig ist. Aber so leicht werden die Bayern nicht aufgeben. Nach dem geplatzten Sane-Transfer, haben sie jetzt Coutinho an der Angel, der sich bei Barcelona nie richtig durchsetzen konnte und nach den spektakulären Transfers der Spanier noch weniger Chancen hat. Perisic allerdings, der bei Juventus keine Chancen mehr hatte, ist nicht gerade der große Fisch. Trotzdem reicht der Kader der Bayern aus, um den Dortmundern mehr als nur Probleme zu bereiten, auch wenn jeder den Westfalen bescheinigt, wie gut und klug eingekauft wurde. Und tatsächlich ist Hazard ein Gewinn, wie alle anderen Neuen auch, Hummels mit seinen präzisen Außenristpässen (auch wenn er hinten nicht immer eine bella figure macht), Julian Brandt, der gleich nach seiner Einwechslung eine sensationelle Flanke aus dem Halbfeld von Witsel direkt zum 5:1 Endstand verwandelte, und der schnelle Nico Schulz, der viel Druck nach vorne zu machen versteht und endlich mal Schmelzer ablöst, der in der letzten Zeit viel zu ideenlos agierte. Aber der Beste ist nach wie vor nicht etwa Reus, sondern Sancho, bei dem es nicht nur eine Augenweide ist, ihm bei seinen Tricks zuzusehen, sondern der bei der Vorbereitung fast aller Treffer beteiligt ist. Okay, vielleicht hat Herr Seethaler ja doch recht. Ich wünsche es ihm. Manchmal sagt er, er ist Bayern-Fan, aber so richtig glaube ich es ihm nicht.

Die Wahrheit über den 34. Spieltag

Die Überraschung ist ausgeblieben, wie schon in England, wo City sich in den letzten beiden Ligaspielen den 1-Punkte-Vorsprung durch zwei Siege nicht mehr von Liverpool nehmen ließ. In Deutschland hätte ein bisschen mehr passieren müssen, aber die Konstellation war im vornherein so unwahrscheinlich, dass nur reiner Zweckoptimismus davon ausgehen konnte, weil man ja als Dortmunder sowieso nichts zu verlieren hatte. Aber schon nach vier Minuten stand es in München 1:0 gegen die Eintracht, die in den letzten Ligaspielen eine Klatsche nach der anderen kassierte und ausgequetscht war wie eine Zitrone, wie Adi Hütter sagte. Der BVB hingegen spielte abwartend, behäbig und auf Ballsicherung bedacht, also nicht schön, während Gladbach durchaus noch an die Chance glaubte, die CL zu erreichen. Das glücklichere Ende der ersten Halbzeit erwischte dann aber Dortmund mit einem umstrittenen Tor durch Sancho nach Vorarbeit von Reus, der den Ball haarscharf am Toraus noch die Mitte flankte. Aber Manuel Gräfe war nicht geneigt, den Ball in vollem Umfang über der Linie gesehen zu haben, wieder so eine Millimeterentscheidung, die umso schwachsinniger ist, je länger sie nachgeprüft wird. Aber nachdem man zweimal jubeln durfte über ein Tor, nämlich nachdem es gefallen war und dann noch einmal, nachdem es offiziell gegeben wurde, lobten die Dortmunder Fans den Videobeweis in höchsten Tönen. Als der Eintracht dann zu Beginn der 2. Hälfte der Ausgleich gelang, keimte noch einmal kurz Hoffnung auf, aber nur für drei Minuten, denn dann legten die Bayern los und kanonierten die Frankfurter in Grund und Boden, bis es schließlich 5:1 stand, als ob die Bayern unbedingt noch am Torverhältnis was drehen wollten. Die Dortmunder spielten in der 2. Hälfte entschlossener und drückten, bis schließlich nach einem Konter Reus nach scharfer Hereingabe von Pulisic auf 2:0 erhöhen konnte. Jetzt war nur noch die Frage, ob der BVB wieder einknicken würde, wie sie das in den letzten Spielen immer gemacht haben, aber vielleicht, weil es um nichts mehr ging, konnten ihnen die Bemühungen der Gladbacher keinen Schrecken mehr einjagen. Immerhin aber ging es noch um einen CL-Platz, den sich die Leverkusener mit einem 5:1-Sieg »auf überschaubaren Niveau« in Berlin sicherten. Hoffenheim hätte mit einem Sieg in Mainz noch in die Euroleague einziehen können und zunächst sah das auch ganz gut aus, denn zur Pause führte Hoffenheim 2:0, aber dann ließ man sich von Mainz die Butter vom Brot nehmen und verschenkte in der Nachspielzeit den sicher geglaubten Sieg mit einem 4:2. Wolfsburg durfte sich in Augsburg gegen eine Mannschaft, bei der es um nichts ging und die wahrscheinlich schon in Urlaub war, mit einem 8:1 wettbewerbswidrig noch auf Platz 6 schießen und darf jetzt wieder in der europäischen Gruppenphase scheitern, was aber nichts macht, weil niemand weder Wolfsburg noch die Gegner angucken will, nicht mal, wenn der Konzern die Getränke zahlen würde, die man beim Gucken verkonsumiert. Immerhin hat der BVB Platz 2 geschafft, und als alten BVB-Afficionado hätte Wiglaf das sehr gefreut. Zumindest das also haben die Schwarzgelben nicht vergeigt.

Die Wahrheit über den 33. Spieltag

»Und Ihr wollt deutscher Meister werden?«, sangen die Fortuna-Fans voller Spott über eine weitere Zitterpartie, die die Dortmunder im eigenen Stadion hingelegt hatten, als die Düsseldorfer in der Nachspielzeit mit einem Spieler weniger noch den 3:2-Anschlusstreffer erzielten, die Dortmunder in ihrer eigenen Hälfte festnagelten und in der allerletzten Minute noch zwei Riesenchancen erspielten. Sogar einen Elfmeter, der allerdings zu Unrecht gegeben wurde, auch wenn sich der Dortmunder Ersatztorhüter Hitz mehr als dämlich dabei anstellte, mussten die Düsseldorfer danebenschießen, um dem BVB zu drei Punkten zu verhelfen. Nein, man kann nicht sagen, dass die Dortmunder diese Partie verdient gewonnen haben, sondern mal wieder unter Beweis gestellt haben, wie unglaublich wacklig und verunsichert sie sind, wenn der Gegner mit Courage, Leidenschaft und Willen auftritt, auch wenn ihre spielerischen Mittel beschränkt sind, was der Fortuna allerdings nicht wirklich anzusehen war, im Gegenteil, hatte man nicht den Eindruck, dass sie spielerisch nicht mithalten könnte. Ihr schnelles und durchaus präzises Konterspiel brachte die Dortmunder ein ums andere Mal schwer in Bedrängnis. Trotzdem sorgten die Dortmunder mal wieder selbst für die gegnerischen Tore. Diesmal war es der für den verletzten Bürki spielende Hitz, der sich an seinem Kollegen ein Vorbild nahm und ebenfalls einen harmlosen Ball durch die Beine rutschen ließ. Und man kann nur froh sein, dass die Saison nächste Woche zu Ende geht, denn man kann z.Z. bei den Dortmundern nur in einer Sache sicher sein, nämlich, dass sie mit haarsträubenden Fehlern hart an der Niederlage arbeiten, was ihnen im Abschlussspiel gegen wieder erstarkte Gladbacher ganz gut gelingen dürfte. Pulisic, neben Delany der einzige Lichtblick in der Dortmunder Elf, wurde verabschiedet, Schmelzer kam in der Nachspielzeit, damit der zuletzt nicht mehr berücksichtigte ehemalige Dortmunder Kapitän sich verabschieden konnte. Es war wie immer ein Drama, aber ein Drama der peinlichen Art, und dass die deutsche Meisterschaft noch nicht entschieden ist, ist nicht dem souveränen Auftreten der Dortmunder zu verdanken, sondern einer fragwürdigen Videoentscheidung aus Köln im Spiel Leipzig gegen Bayern, als wieder mal ein Millimeter-Abseitstor nicht gegeben wurde. Bayern jedenfalls spielte gegen den Tabellendritten aus Leipzig über weite Strecken überlegen und verpasste einige Mal mit dicken Chancen den letzten Punkt, der rechnerisch für die Meisterschaft gereicht hätte. Watzke meinte in der Pressekonferenz, dass jetzt der Druck in München liege, denn die müssten jetzt mindestens ein Unentschieden gegen die Eintracht schaffen, während der BVB befreit aufspielen könne, was sich wie ein Hintertreppenwitz anhörte, denn nichts spricht dafür, dass die Dortmunder im letzten Spiel nicht vor sich hinzittern, und die Bayern gegen die Eintracht kaum Schwierigkeiten haben dürften, denn seit des verpassten Einzugs ins Euroleague-Endspiel gegen Chelsea ist die Eintracht deprimiert und verliert ein Bundesligaspiel nach dem anderen, sogar zu Hause gegen Mainz. Analysten haben schon in Zeiten des 9-Punkte-Vorsprungs den Dortmundern keine großen Chancen eingeräumt, jetzt sind bei Null. Was man vorher auch schon wusste: Hannover und Nürnberg sind abgestiegen, Stuttgart ist in der Relegation. Nur um den letzten CL-Platz rangeln sich noch Gladbach, Leverkusen und Frankfurt. Gladbach konnte mal wieder drei Punkte holen, wenngleich nur beim Club, während Leverkusen nach dem furiosen 6:1 gegen die Eintracht über ein mittelmäßiges 1:1 gegen Schalke nicht hinauskam.

Die Wahrheit über den 32. Spieltag

Die Dortmunder Abwehr ist z.Z. immer für einen folgenreichen Schnitzer gut. Vor allem unter Druck schlingert sie manchmal wie bei schwerem Seegang und man stellt sich unwillkürlich vor, dass es für jede europäische Spitzenmannschaft eine wahre Freude wäre, gegen eine solche indisponierte Abwehr fröhlich Tore zu schießen, die man auch noch geschenkt bekommt. Bis zur 70. Minute machte Werder kaum einen Stich. Der BVB spielte überlegen gegen eine ersatzgeschwächte Bremer Elf. Pulisic, der für die gesperrten Reus und Wolf in die Starelf rückte, nahm sich bereits in der 6. Minute ein Herz und lief einfach in den Strafraum und schob den Ball am Torhüter vorbei ins Netz. Da sah alles noch leicht und schön aus. Und als Alcacer nach Foul an Pulisic den Strafstoß messilike verwandelte, ging bei dieser Überlegenheit, die sich in zahlreichen weiteren Chancen zeigte, kaum einer davon aus, dass noch etwas anbrennen könnte, vor allem als auch nach der Pause die Dortmunder weiter hoch überlegen spielten. Kaum einer rechnete mit den Dortmundern Blackouts, denn sonst wäre das Spiel ja auch nicht wirklich spannend gewesen, und spannend machen es die Dortmunder immer, nur leider nicht zu ihren Gunsten. Schon ab der 60. Minute zeichnete sich ab, dass die Dortmunder, verführt durch ihre Überlegenheit, die Sache nicht mehr so ernst nahmen. Die Spannung war weg und man schien zu glauben, dass man spielerisch und locker wie beim Training den Rest der Zeit über die Runden bringen könnte, vor allem, als das 3:0 durch Alcacer fiel. Aber dann wurde das Tor wegen des berüchtigten Millimeterabseits nicht gegeben. Kurz darauf wurden Möhwald und Pizarro eingewechselt, das Spiel begann langsam zu kippen, und man muss es Favre ankreiden, dass er darauf nicht bzw. zu spät reagierte. In der 70. Minute ließ Bürki dann einen Ball durch die Beine rutschen, was man als sogenannter Top-Torhüter erstmal schaffen muss, und nur weitere fünf Minuten später wollte Akanji unbedingt einen Ball ins Toraus trudeln lassen und stellte sich dabei so ungeschickt an, dass Augustinsson den Ball auf Pizarro zurücklegen konnte, der dann keine Mühe mehr hatte, den Ausgleich zu erzielen. Es mussten erst weitere wertvolle acht Minuten verstreichen, bevor Favre endlich reagierte, bevor er Bruun Larsen für Götze und Dahoud für Delany brachte, um ein bisschen offensiver zu werden. Philipp brachte er erst in der 90. Minute, wenn andere mit einer solchen Auswechslung auf Zeit spielen. Nach dem 2:2 war dann das Spiel offen und spannend, und sowohl der BVB als auch Werder hätten noch den Siegtreffer erzielen können, wobei die Bremer die beste Chance hatten. Aus den letzten vier Spielen hat Dortmund jetzt vier Punkte geholt, ein bisschen wenig für eine Mannschaft, der man immer noch nachsagt, sie spiele um die Meisterschaft, die rein theoretisch noch drin wäre, wenn Bayern aus den letzten beiden Begegnungen nur noch einen Punkt holt, was ebenso absurd ist wie die Annahme, der BVB würde die beiden Spiele gegen Düsseldorf und Mönchengladbach gewinnen. Dass das nicht der Fall sein wird, dafür sorgt die BVB-Hintermannschaft schon selbst auf verlässliche Weise.

Die Wahrheit über den 31. Spieltag

Dass die Borussia nach dieser Niederlage die Meisterschaft verspielt habe, ist reiner Blödsinn, aber Dortmund hatte trotz des 1-Punkte-Rückstands keine Chance, selbst wenn sie das Spiel gewonnen hätten. Man musste nur die letzten Spiele gesehen haben, um zu wissen, das wird nichts mehr. Die Parallelen zu 2007, als die Dortmunder nach einer verkorksten Saison den Schalkern mit einem 2:0 die Meisterschaft versalzten, die stattdessen an Stuttgart ging, was auch nicht gerade schön war, sind krumm und schief und wurden nur als Mediennachricht aufgekocht. Auch wenn es niemand glaubte, spielte das Gefälle in der Punkteausbeute der beiden Mannschaften, das noch nie so groß war, keine entscheidende Rolle, denn in einem Derby ist alles auf Null gestellt. Und auch wenn Schalke in allen Spielen vorher unterirdisch gespielt hat, war das nicht aussagekräftig, denn die Dortmunder waren in der letzten Zeit auch nicht viel besser, und der souveräne Sieg in Freiburg hatte nicht viel zu bedeuten, weil Freiburg die falsche Taktik gegen den BVB gewählt hatte und Schalke die richtige, nämlich hinten zu stehen, zu mauern, nichts für das Spiel zu tun und sich hin und wieder eine gelbe Karte abzuholen. Dortmund und Favre wussten das, und trotzdem versuchten sie es wieder mit Ballbesitzfußball, mit dem sie schon gegen andere tiefstehende Mannschaften aus dem Tabellenkeller verloren hatten. Trotzdem schien das Spiel einen guten Verlauf zu nehmen, nach dem schönen Lupfer von Sancho in den Strafraum, den Götze mit dem Kopf verwandelte. Beim Torjubel wurde Sancho mit einem Gegenstand am Auge getroffen und musste am Rand behandelt werden, wo die Dortmunder Abwehr sich mit einigen dilettantischen Slapstickeinlagen hervortat, die schließlich zu einer Flanke führten, die Embolo im Zweikampf mit Weigl an dessen Arm schoss, aus ungefähr 30 cm. Der Schiedsrichter wurde von der Zentrale angewiesen, dem Reglement entsprechend einen Elfer zu geben, eine Entscheidung, die nicht nur für Favre »total lächerlich«, »skandalös« und eine »große Schande« ist, denn schließlich kann sich ein Spieler ja nicht die »Arme abschneiden«. Caligiuri verwandelte sicher, weil Bürki wie immer die falsche Ecke wählte. Nur zehn Minuten später sahen die Dortmunder bei einer Schalke Ecke wieder mehr als schlecht aus und ließen Sané das 2:1 köpfen. Dennoch war noch alles offen. Die Schalker versuchten es mit Härte und konnten sich ziemlich viel rausnehmen, ohne dass sie mehr als gelb sahen. Caligiuri beispielsweise hatte schon gelb, als er ein taktisches Foul beging, das nach dem Reglement mit gelb hätte bedacht werden müsste, aber nicht wurde. Für ein brutales Foul von McKennie gab es ebenfalls nur gelb. In dieser Hinsicht zeigte sich Referee Zwayer bei den Dortmundern weniger rücksichtsvoll, denn Reuss bekam in der 60. Minute für eine Blutgrätsche von hinten sofort rot, was nicht unangemessen war, aber man hatte nicht den Eindruck, dass Zwayer mit gleichen Maßstäben urteilen würde. Wolf, der bereits von den Schalkern übel attackiert wurde, eiferte nur fünf Minuten später Reus nach und kriegte ebenfalls rot. Beruhte die erste rote Karte auf einer falschen Einschätzung der Lage, war die zweite einfach nur bescheuert. Ab sofort bemühte sich Schalke, den Ball in den eigenen Reihen zu halten, dennoch gelang den verbliebenen Dortmundern noch der Anschlusstreffer, aber im Gegenzug konnten sie aus einer Überzahlsituation den 4:2-Endstand nicht verhindern. Ein Spiel also, dass auch völlig anders hätte verlaufen können, wenn es nicht die idiotische Regel gäbe, die vermutlich nächste Saison wieder abgeschafft wird, das Spiel aber, das für Schalke eine verkorkste Saison rettete, nicht. Die Borussia hingegen belegte eindrucksvoll, dass sie kein ernstlicher Titelkandidat war, aber immerhin eine echte Drama-Queen, denn solche Auftritte sind es ja wohl, die einen emotional mitreißen und einem im Gedächtnis bleiben.

Die Wahrheit über den 30. Spieltag

Nach der letzten sehr wackligen Leistung gegen Mainz, als der BVB in der Schlussphase unter dem Druck einer mittelmäßigen Mannschaft ins Schwimmen geriet und keine Lösungen mehr fand, sondern nur noch hoffen konnte, dass der Kelch eines späten Ausgleichs an ihnen vorüberziehen würde, war es in Freiburg bei Monsieur „Ausraster“ Streich mehr als fraglich, ob man etwas holen würde. Wieder begann man gefällig und flott und erzielte nach einer wunderschönen Kombination über Reus auf Sancho das 1:0, aber für die erste Halbzeit war es das auch schon. Die große Überraschung bestand dieses Mal darin, dass der BVB diesmal nicht in der 2. Hälfte einknickte, sondern einfach so weiter machte wie in der ersten Halbzeit, vielleicht weil dieses Mal wieder der überragende Guerreiro dabei war, der die letzten Spiele verletzungsbedingt fehlte. Zwar gerieten die Dortmunder auch diesmal immer wieder unter Druck und mussten einige gefährliche Situationen überstehen, aber da die Freiburger ihre Möglichkeiten nicht nutzten, konnten die Dortmunder einfach weiterspielen, als ob nichts gewesen wäre. Nachdem ihnen nach einer weiteren sehenswerten Kombination das 2:0 gelang, hatte man nicht den Eindruck, als könnte noch irgendetwas anbrennen, auch wenn Wolf nach dem Versuch zu flanken übel umknickte und Toprak für ihn eingewechselt werden musste, was immer ein schlechtes Omen ist. Aber auch mit Toprak gelang den Freiburgern kein Treffer, sehr wohl aber den Dortmundern. Am Ende gab es noch einen Handelfmeter, den der für Götze eingewechselte Alcacer sehr humorlos verwandelte, weil Reus so nett war, das spanische Tormonster ein bisschen aufzubauen, denn meistens ist er ja verletzt oder wird für Götze eingewechselt, dem an diesem Tag außer einem Tor nicht allzuviel gelang. Ein paar schöne, schnelle Spielzüge können aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Dortmunder gegen die Bayern im Meisterschaftsrennen keine Chance haben, denn es gab einige Kontersituationen, die durch ein schlechtes Passspiel vergeigt wurden, was einer Mannschaft einfach nicht passieren darf, wenn sie auf internationalem Niveau mithalten will. Immerhin hat man die 8 Punkte Abstand zu Leipzig halten können, die in Münchengladbach mit 2:1 gewannen, was daran liegt, dass Hecking nicht gleich entlassen wurde, denn jetzt hat er die Möglichkeit, noch die CL zu verspielen, was er mit Sicherheit tun wird. Hoffenheim stürzte die Blauweißen auf Schalke in noch tiefere Depressionen mit einem heftigen 5:2, und das nicht mal, weil sie soviel besser gewesen wären, sondern weil der Trainingsanzugsproll Stevens einfach nichts kann, außer das Pech magisch anzuziehen, und nur weil Stuttgart noch schlechter ist und sich mit einem 6:0 von Augsburg abfertigen ließ, bleibt den Schalkern wahrscheinlich die Relegation erspart. Alles in allem also trübe Aussichten, denn es bleibt so wie es war. Die Plätze sind alle vergeben, Überraschungen wird es nicht mehr geben, und so soll es ja auch sein. Im Fußball darf es für die Verantwortlichen keine Überraschungen geben. Die sind das reine Gift. Alles läuft also nach Plan. Spannend wird die Liga deshalb nicht. Und man fragt, wer sich das alles eigentlich noch anguckt. Okay, ich und ein paar andere Unentwegte, aber man kann seine Zeit auch besser verbringen. Gottseidank war ich in Wien und aß im Café Engländer ein Schnitzel, wo man ohne Ton und sonstigem Rambazamba alles gucken kann, was man will, denn man ist der einzige. Das hat mich dann mit dem Spieltag doch wieder etwas versöhnt.

Die Wahrheit über den 29. Spieltag

Mainz hatte zuletzt Freiburg mit 5:0 versenkt, konnte also schlecht als irgendeine Gurkentruppe fehleingeschätzt werden. Dennoch wirkte Dortmund zunächst sehr aufgeräumt und zog sein schnelles Passspiel auf, ließ die Mainzer laufen und manchmal gelang ihnen sogar, was man in letzter Zeit selten gesehen hat, nämlich schnelle Vorstöße zur Grundlinie, um mit Pässen in den Rückraum einige gefährliche Situationen hervorzurufen. Und endlich gelang auch mal ein langer Pass in die Tiefe, der Dortmunds Stürmer Götze erreichte, weil zugegebenermaßen ein Mainzer den Ball falsch einschätzte. In diesem Fall war dieser Fehler tödlich, denn Götze schlug eine millimetergenaue Flanke in den Strafraum, wo Sancho souverän verwandelte. Das war schön anzusehen, genauso wie der schnelle Vorstoß von Delany und sein Rückpass wieder auf Sancho, dessen Direktabnahme noch von einem Mainzer unhaltbar ins Tor abgefälscht wurde. Obwohl man nach der letzten Pleite auf alles gefasst sein musste und dieser Spielverlauf alles andere als selbstverständlich war, fing ich bereits an, mich zu entspannen. Allerdings zu früh, denn in der zweiten Halbzeit dreht Mainz auf und ließ die Dortmunder nicht mehr wie in der ersten Halbzeit einfach spielen, sondern setzten sie unter Druck, und schon fingen die Borussen an zu wackeln. Es eröffneten sich zwar ein paar Konterchancen für die Dortmunder, aber häufig gingen sie eben kein Risiko, sondern brachen wieder ab, um sich wieder auf Ballkontrolle zu beschränken, was aber zunehmend nicht mehr funktionierte, weil die Mainzer das nicht mehr zuließen. Und daran konnte man sehen, wie fragil das Dortmunder Mannschaftgebilde z.Z. ist, wie anfällig es ist gegen kämpferische und laufstarke Mannschaften. Und wenn eine solche Mannschaft dann auch noch spielerisches Vermögen besitzt, dann geraten die Dortmunder wie zuletzt in München eben unter die Räder oder sind gegen Tottenham völlig ohne Chancen. Zum Glück ist Mainz in dieser Hinsicht etwas limitiert, aber sie hätten den Ausgleich noch geschafft, hätten sie noch ein paar Minuten länger Zeit dazu gehabt, denn je mehr sich das Spiel dem Ende zuneigte, desto mehr gerieten die Dortmunder ins Schwimmen und man musste die Einwechslung von Toprak zur Stablisierung der Abwehr schon als schlechtes Omen ansehen, denn als Favre ihn zuletzt aus diesem Grunde einwechselte kassierte Dortmund in der Schlussphase gegen Hoffenheim noch zwei Tore. Und das bahnte sich nun auch wieder an, als im Dortmunder Strafraum ein heilloses Chaos ausbrach, aus dem genausogut das 2:2 hätte passieren können. So landete der Ball in den Armen Bürkis, der zwar immer noch keine Abstöße kann, der aber auf der Linie zu einem der sensationellsten Keeper in der Liga gehört. Wenigstens konnte Gladbach mal wieder punkten und zwar in Hannover bei der Absteigern, die den Gladbachern das Leben zum glücklichen 1:0-Sieg erstaunlich schwer machten. Leipzig eilt von Sieg zu Sieg, diesmal gegen Wolfsburg und ist den Dortmundern weiterhin auf den Fersen. Auch Bremen liegt gut im Schlussspurt dieser Saison und machte gegen Freiburg drei Punkte, wie überhaupt alle Mannschaften auf den internationalen Plätzen gewonnen haben, weshalb der Sieg des BVB ein reiner Pflichtsieg war, mit dem man einfach nur den Abstand zu den Konkurrenten gehalten hat, aber es sind immer noch 15 Punkte im Topf.

Die Wahrheit über den 28. Spieltag

Von einer Demonstration der Stärke der Bayern war in allen Medien zu lesen und zu hören, in Wirklichkeit aber war es eine Demonstration der Schwäche des BVB. Nicht, dass die Bayern nicht gut gespielt hätten, aber sie fanden einen Gegner vor, der aus welchen unerfindlichen Gründen auch immer, völlig katastrophal spielte, wie Reus nach dem Spiel auch sofort zugab. Etwas anderes gab es auch nicht zu sagen, denn erst durch das schwache Dortmunder Spiel konnten die Bayern so auftrumpfen, eine Gelegenheit, die sie sich natürlich nicht entgehen ließen. Noch in der letzten Kolumne habe ich darüber gelästert, dass die Wolfsburger sich von den Bayern haben abfertigen lassen, während sie in Dortmund nahe dran waren, mit einer starken Leistung ein Unentschieden zu erzwingen, jetzt machten die Dortmunder es ihnen nach und zeigten damit, dass sie nahtlos an ihre schlechten Leistungen in den letzten Wochen anknüpften, während man als Fan immer hoffte, dass es die defensiv eingestellten Gegner wären, die die Dortmunder nicht ihre Glanzleistung abriefen ließen, und man sich gegen einen guten Gegner beweisen könne. Alles Makulatur. Von Anfang an hatte sich eine tiefe Verunsicherung über alle Dortmunder Spieler gelegt, und nur einmal blitzte so etwas wie Können auf, als Reus nach einem Steilpass von Bruun Larsen von der Torauslinie zurückpasste, aber Dahoud das riesige Tor nicht traf. Wäre das 1:0 gefallen, wäre es ein anderes Spiel geworden, sagten manche, die sich an einen Strohhalm klammerten, aber es wäre kein anderes Spiel geworden, denn Bayern spielte aggressiv, nah am Mann, mit Pressing, mit unbedingtem Willen. All das ließ der BVB völlig vermissen. Es gibt dafür ein paar Gründe, aber keine Erklärung: Dass Alcacer und der in den letzten Spielen beste Mann Guerreiro verletzt fehlten, dass der lange verletzte Piszczek statt Wolf spielte und aufgrund des Trainingsrückstandes mit dem schnellen Coman nicht mithalten konnte, dass Reus in der Spitze spielte und nicht auf seiner eigentlichen Position, dass Dahoud hinter den Spitzen spielte und ein Totalausfall war, dass Zagadou völlig von der Rolle war und Fehler um Fehler machte. Einiges davon ist Favre anzukreiden, der personell schon häufiger eher rätselhafte Entscheidungen getroffen hat. Aber es ist nicht das erste Mal, dass der BVB in München so untergeht, und auch Klopp und Tuchel kamen mit dem BVB dort unter die Räder, aber selten spielte eine Dortmunder Mannschaft in München so beteiligungslos, so völlig ohne Leidenschaft, was sich auch an der Laufleistung zeigte, als wollte man sich für das nächste Spiel schonen. Wenn ein schwaches Flämmchen der Hoffnung auf die Meisterschaft aufflammte nach dem schmeichelhaften 2:0 gegen Wolfsburg und dem unverhofften 1:1 der Bayern in Freiburg, dann war sie schnell wieder gelöscht. Jetzt muss der BVB aufpassen, in den restlichen Spielen nicht unter die Räder zu kommen und den Leipzigern noch Platz 2 abzutreten, denn das Restprogramm hat es in sich. Zunächst geht es gegen Mainz, die 5:0 in Freiburg gewonnen haben. Nicht anzunehmen, dass dieses Spiel ein Selbstläufer wird. Immerhin gibt es auch zwei schöne Ergebnisse an diesem trüben Spieltag, ein 2:1-Sieg der Frankfurter auf Schalke in der Nachspielzeit und ein 2:1-Sieg von Düsseldorf in Berlin, aber schon sechs Spieltag vor Saisonende ist es nicht nur im Kampf um den Abstieg, sondern auch um die Meisterschaft wieder so langweilig geworden wie immer.

Die Wahrheit über den 27. Spieltag

Ein schönes Spiel war es nicht, das die Dortmunder zu Hause gegen Wolfsburg ablieferte, und als in der Nachspielzeit Alcacer dann doch noch zwei erlösende Tore zum 2:0 schoss, war der Sieg nicht wirklich verdient, aber die Tore verschafften nicht zuletzt deshalb eine große Befriedigung, weil die Dortmunder den Plan der rückgratlosen Wolfsburger, Bayern zur Meisterschaft zu verhelfen, durchkreuzten. Nur drei Wochen vorher hatten die Wolfsburger sich von den Bayern derart willenlos mit sechs Toren abfertigen lassen, dass man kaum schiefliegen dürfte, wenn man von einer massiven Wettbewerbsverzerrung ausgeht, denn in den ersten zehn Minuten hatten die Wolfsburger schon mehr Fouls gespielt als im gesamten Spiel gegen Bayern, denen man für die Tore freundlichen Geleitschutz gewährte. Im Spiel gegen Dortmund jedoch waren die Wolfsburger plötzlich wachsam, defensiv stark, kombinationssicher und laufstark, also alles, was man gegen Bayern nicht war. Dortmund allerdings hatte auch nicht gerade seinen stärksten Tag erwischt. Schnelle Vorstöße ließ man vermissen und wenn man den Ball hatte, versuchte man ihn erstmal zu sichern. Schnelle Kombinationen nach vorne verhedderten sich regelmäßig in der dicht stehenden Abwehr der Wolfsburger und es dauerte 19 Minuten, bis die Dortmunder zum ersten Mal gefährlich vor das Wolfsburger Tor kamen. Zu diesem Zeitpunkt musste Bürki einmal schon alles aufbieten, um mit einer Glanzparade die Wolfsburger Führung zu verhindern. Ansonsten glänzte er wieder einmal mit seinen Abstößen, die regelmäßig völlig missglückten. Der größte Aufreger im Westfalenstadion in der ersten Halbzeit war das 1:0 der Freiburger gegen die Bayern. Aber als die Zuschauer schon entnervt aufbrechen wollten und sich bereits mit einem unattraktiven torlosen Remis abgefunden hatten, machte Alcacer mit einem Freistoß aus 17 Metern zentral ins Tor das 1:0, ein Torwartfehler des ansonsten souveränen Casteels. Ein weiterer Fehler eines Wolfsburgers leitete einen Konter in der 94. Minute ein, den nach Vorlage von Sancho wiederum Alcacer zum 2:0 Endstand nutzte. Aber auch die Bayern hatten einen schlechten Tag erwischt und erreichten nur ein 1:1 gegen Freiburger, gegen die auch die Dortmunder leider noch antreten müssen. Der BVB hat jetzt zwar wieder zwei Punkte Vorsprung, aber das kann sich schnell wieder ändern, denn nächste Woche geht es nach München, wo die Bayern alles daransetzen werden, um wieder auf Platz eins zu kommen, denn es wird das vorentscheidende Spiel für die Meisterschaft sein. Vielleicht kann dann Reus ja wieder daran teilnehmen, der gegen Wolfsburg sich freigenommen hatte, weil er lieber seine Zeit im Kreißsaal verbringen wollte. Wenn das Spiel der Dortmunder allerdings wirklich so extrem von Reus abhängig sein sollte, dann ist man noch weiter von der Meisterschaft entfernt als sich bisher annehmen ließ. Auch nicht schön war die fast schon kuriose und schnelle Niederlage der Gladbacher in Düsseldorf, wo man die meisten Punkte gegen Mannschaften aus der oberen Tabellenhälfte holte. Jetzt haben die Gladbacher den CL-Platz so gut wie verloren und langsam sollte Ebel ein Licht aufgehen, dass Dieter Hecking vielleicht nicht der richtige Mann ist. Immerhin ist Bremen auf dem Vormarsch und befindet sich seit der Winterpause ungeschlagen inzwischen schon auf einem internationalen Platz.

Die Wahrheit über den 26. Spieltag

Hertha hat im Spiel gegen den BVB alles versucht. Sogar der Platz war, wie Favre sagte »für die Pferde«, glich also eher einem Acker als einem Rasen, auf dem sich technisch versierte Spieler entfalten können. Die Berliner hatten damit weniger Probleme, weil sie sowieso nur vorhatten zu kämpfen, zu grätschen und zu rempeln. Aber das sind die Dortmunder mittlerweile gewohnt, dass man gegen sie mit allen Mitteln zu Werke geht. Der Schiedsrichter hatte einen großzügigen Tag und ließ mehr laufen als dem Spiel gut tat. Gleich in der 4. Minute patzte Bürki und ließ einen haltbaren Schuss vor die Füße Kalous abprallen, der den Ball nur einzuschieben brauchte. Wieder eins von den Geschenken, die Dortmund in der letzten Zeit großzügig an die Gegner verteilt. Delany, der ohne seinen an einem Muskelfaserriss verletzten Partner Witsel spielen musste, schnappte sich dann an der Mittellinie den Ball und schleppte ihn bis zum Sechzehner, ohne dabei gestört zu werden, schoss einen Berliner an, von dem der Ball in einer schönen Bogenlampe über den Torwart hinweg ins Tor abgefälscht wurde. Noch vor der Pause ging Hertha wieder in Führung durch einen Handelfmeter, der mal wieder ziemlich umstritten war, denn Weigl wurde aus kurzer Distanz angeschossen, wobei seine Hand instinktiv sein Gesicht schützte. Direkt nach der Pause kam der BVB überraschend stark aus der Kabine und machte sofort Druck und erspielte sich riesige Chancen, aber nur ein Kopfball von Zagadou nach Ecke von Sancho ging ins Tor. Aber auch die Hertha hatte einen Pfostentreffer und hätte durchaus noch ein Tor erzielen können. Die Dortmunder hingegen gingen wieder unglaublich verschwenderisch mit ihren Möglichkeiten um, so dass die Hoffnung auf einen Sieg immer mehr schwand, denn die Berliner nahmen sich immer mehr die Dortmunder Gefahrenquelle Nr. 1 vor und bearbeiteten Sancho mit allen Mitteln, bis schließlich der Schiedsrichter gezwungen war, Torunarigha nach einigen üblen und taktischen Fouls vom Platz zu stellen. Und wieder war es Sancho, der in der 92. Minute in unnachahmlicher Art den Ball zwischen zwei Herthanern zu Reus durchsteckte. Mit einer Direktabnahme beförderte der den Ball ins rechte untere Toreck. Dass die Berliner schlechte Verlierer sind, bewies der eingewechselte Ibisevic, der den Ball aus Ärger über angebliche Spielverzögerung Bürki an den Kopf warf. Aber dann war das Spiel aus, und man hatte gegen unangenehme Berliner drei Punkte einkassiert, die vor allem gegen Spitzenmannschaften gerne mal punkten und auch schon den Dortmundern die ein oder andere unangenehme Niederlage zufügten. Und auf Schalke fällt den Verantwortlichen nach dem 7:0-Abschied aus der Championsleague gegen Manchester City nichts anderes ein, als den alten prolligen Holzkopf aus den Niederlanden Stevens zu engagieren, der zum Einstand zu Hause auch gleich 1:0 gegen Leipzig verlor. Jetzt sind es noch drei Punkte auf den von Stuttgart gehaltenen Relegationsplatz, die immerhin zu Hause einen Punkt gegen Hoffenheim ergatterten. Auch Gladbach schwächelt. Nach drei Heimniederlagen in Folge schafften sie auch gegen Freiburg keinen Sieg zu Hause, so dass die Frankfurter Eintracht bei einem Sieg gegen den Club ihnen bis auf einen Punkt auf die Pelle rücken kann.