Die Wahrheit über den 20. Spieltag

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Die Vorstellung von Dortmund in Nürnberg war beeindruckend, vielleicht ja sogar beängstigend, jedenfalls für die drei Konkurrenten an der Spitze, die daraufhin nur noch ein Unentschieden zustande brachten, wie bei einer unerlaubten Absprache, wenn die denn einen Sinn ergeben hätte. Aber es gab durchaus Gründe für die Unentschieden von Bayern, Gladbach und Schalke. Bei Schalke scheint der Alzheimer von Assauer ansteckend gewesen zu sein, denn die Blauweißen hatten vergessen, wo das Tor von Mainz steht, weshalb sie ein wenig indifferent spielten. Außerdem hatten Kehl und Owomoyela dem zum 3. Mal nach Mainz gewechselten Zidan das Versprechen abgenommen, gegen Schalke zu treffen. Und das tat der dann auch. Leider schaffte Schalke den Ausgleich, weil der vom Hoffenheimer Wurm geflüchtete Obasi sich noch nicht von Assauer hatte anstecken können. Behilflich war ihm dabei der Mainzer Torhüter Wetklo, der dem Schützen bereitwillig eine Ecke zum Reinschießen öffnete, was seiner alten Liebe zu Schalke geschuldet war, denn dort durfte er als Jugendlicher mal zwischen den Pfosten stehen. Reus hingegen versiebte eine 250-prozentige Chance in Wolfsburg, wo Magath inzwischen schon 36 Spieler eingesetzt hat, d.h. drei Spiele hintereinander spielt eine komplett andere Elf, bzw. eigentlich Zwölf, aber das merkt niemand. Reus schämte sich offiziell für den Fehlschuß, aber schließlich hat der BVB für ihn 17 Millionen hingeblättert, und dafür kann man schon mal ein kleines Entgegenkommen erwarten. Am schwierigsten läßt sich das Versagen der Bayern erklären, die in Hamburg nur ein glückliches 1:1 hinkriegten, und das auch nur, weil der möglicherweise nach dem Spiel um einen Plasmaflachbildfernseher reichere Schiedsrichter den Hamburgern einen korrekten Treffer aberkannte. Wäre eine Erklärung. Aber es lag auch an Olic, der mal beim HSV spielte und da noch eine Rechnung offen hatte. Robben sagte: »Es fehlt am Ende ein Tick.« Aber es fehlt bei den Bayern z.Z. mehr als nur ein Tick. Was alles fehlt, konnte man im Spiel der Dortmunder beobachten, denn in Nürnberg ging es immer wieder munter rauf und runter, mit vielen Chancen auf beiden Seiten. Dann mußte Sven Bender mit Verdacht auf Bänderriß raus, und dennoch ging kein Benderriß durch die Mannschaft, denn für ihn kam Moritz Leitner auf den Platz, der einen so genialen Paß spielte wie es ihn in der Geschichte des Bundesliga noch nie gegeben hat, und daraus folgte quasi zwangsläufig das 1:0 durch Kehl, der nach Rückpaß von Piszczek kühl in die Ecke schoß. Da wird der zweitwichtigste Mann nach Götze ausgeschaltet und schon ist ein neuer Spieler nachgewachsen, der es Klopp schwer machen wird, ihn künftig nicht zu berücksichtigen. Die letzten 20 Minuten kam Barrios aufs Feld und markierte nur zehn Minuten später das entscheidende 2:0, sein erster Treffer in dieser Saison. Dabei hatte niemand mehr mit Barrios gerechnet, denn der Verein war sich mit Fulham bereits einig. Er hätte nur noch der Unterschrift von Barrios bedurft, aber dann hat er auf sein Herz gehört und blieb. Ist das nicht herzzerreißend? Fast hätte ich ein bißchen geweint.

Die Wahrheit über den 19. Spieltag

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Der BVB war genau wie in der Hinrunde gestartet und hatte den HSV in seine Einzelteile zerlegt. 5:1 hieß es am Ende, und schon lange vor dem Abpfiff wanderten die tollen HSV-Fans nach Hause oder zur nächsten Getränkebude, denn nach den ungefähr zwanzig dürftigen Unentschiedenspiele unter der Regie des als Retter geholten Thorsten Fink kriegte man jetzt von den Schwarzgelben auch noch ordentlich was aufs Haupt. In der Hinrunde war man mit einem 3:0 davongekommen und die Vorstellung des BVB war so beeindruckend und so wenig beeinflußt vom Fehlen Sahins, daß ich bereits hoffnungsvolle Prognosen stellte. Dann begann mit dem nächsten Gegner aus Hoffenheim bekanntlich ein Knick, der eine Zeitlang anhielt. Irgendwie ist man auf die Wiederholung eines Ereignisses fixiert und deshalb fürchtete ich mich vor dem Spiel, denn niemand konnte mir sagen, warum sich Dortmund ausgerechnet gegen Hoffenheim so schwer tut, die sonst noch mehr als letzte Saison vor sich hingurken und auf einen zweistelligen Tabellenplatz verdämmern werden. Aber diesmal war alles anders, diesmal wurde auch Hoffenheim völlig zerlegt von einer wie aufgedreht wirkenden Borussia, die dem Gegner nie die Zeit zum kontrollierten Paßspiel ließ. Und dabei ließ Lewandowski noch jede Meine Chancen aus, weshalb diesmal Kagawa und Großkreutz für ihn einspringen mußten, die auf wunderbare Weise miteinander harmonierten. Vor allem Kagawa war schnell und in seinen Laufwegen wie eine Flipperkugel, nie wirklich berechenbar. Und das alles ohne Götze, der wegen eines entzündeten Schambeins nur auf der Tribüne saß und von Klopp Urlaub verordnet bekam. Ich habe selbst schon alle Fußballverletzungen getestet wie Muskelfaserriß, Aduktoren, Bänderriß, Meniskus, Rücken, aber mein Schambein hat sich nie entzündet. Ich wüßte nicht mal, wo dieses ominöse Schambein eigentlich ist und wozu man das braucht. Viele Schriftsteller und Feuilletonisten schreiben ja immer wieder mal gern von der »großen Scham«. Vielleicht hat die ja jetzt Laufen gelernt. Aber warum mischt sie sich dann beim Fußball ein? Dieses Geheimnis muß noch genauer recherchiert werden. Überraschender als ein entzündetes Schambeim war die Tatsache, daß Dortmund sich immer wieder neu erfindet und Verluste von Weltklassespielern spielend wegstecken kann. Leider hat Bayern und Schalke auch gewonnen, gegen Luschenmannschaften wie Wolfsburg und Köln, so daß sich an den Tabellenspitze mit einem punktegleichen Trio nichts geändert hat. Die nunmehr schon neun bzw. zehn Punkte zurückliegenden »Verfolger« Bremen und Leverkusen trennten sich 1:1, geredet wurde aber nur über Ballack, der jetzt nicht mehr spielen darf und für sechs Millionen Jahresgehalt auf der Bank sitzt. Dafür würde ich mir sogar Leverkusen-Spiele angucken. Gerüchteweise geht er jetzt nach New York, der lukrativen Zufluchtsstätte für in Europa ausgemusterte Profis. So lange die dort aber nicht auf Nachwuchsspieler setzen, wird das auch nichts mit einer Fußballmacht USA, die sie sein müßte bei diesem großen Reservoir und Potential.

Die Wahrheit über den 18. Spieltag

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Die Bayern hatten »die beste Vorbereitung« ever absolviert, 68 Tore in 5 Testspielen geschossen oder noch mehr, dabei wurden 27 Elfmeter für die Bayern nicht gegeben, da war es nur noch Formsache mit einer kleinen Gurkentruppe aus Gladbach fertig zu werden, die in der Winterpause ihren besten Spieler Marcus Reus für 17 Millionen verkauft hatte. Auch wenn er erst zum Saisonende wechselt, er wechselt nicht zu den Bayern, obwohl die vermutlich mehr geboten haben, sondern zu Dortmund, wo gerüchteweise ein Verlagsmogul aus Kreuzberg die nötigen finanziellen Mittel für den Wechsel zur Verfügung gestellt hat, wie die junge Welt berichtete. Aber Reus ist klug und wechselt zu einem Verein mit Zukunft und nicht zum Verein mit der dicksten Gedbörse, um dann auf der Bank zu versauern oder seine besten Jahre beim Psychiater auf der Couch zu verbringen und dann mit Mitte zwanzig bereits ein Burnout zu haben. Diese Schmach, den Konkurrenten quasi in Grund und Boden zu bieten, ohne das es was nützte, und die Schmach, bereits das Hinspiel mit 1:0 verloren zu haben gegen eine Mannschaft, die sich mit Ach und Krach erst im Relegationsspiel gegen Bochum in die erste Lag gerettet hatte, das alles ließ den Verein und die Spieler davon reden, daß da noch eine Rechnung offen sei, die jetzt beglichen werden würde. Und dann stellte sich ausgerechnet der beste Torhüter der Welt depperter an als einer aus der Kreisliga und spielte Marcus Reus in die Füße, der den Ball annahm und dann allerdings sehr gekonnt ins leerstehende Tor beförderte, weil Neuner irgendwo weitab herumirrte. Wie schön das war, tausende von Wiederholungen zu sehen, von der Seite, von oben, in Zeitlupe, in Superslowmotion. Das war großes Kino, ebenso wie die beiden Konter zum 2:0 und 3:0, die glänzend herausgespielt waren. Den Rest des Spiels durften die Bayern sich den Ball hin und herschieben, engagiert über die Flügel spielen, es nützte alles nicht, die Gladbacher spielten mit einer Coolness und Abgeklärtheit, die mich wirklich überraschte, da gab es keine überhastete Aktion, keinen unnötigen Befreiungsschlag, sondern ein direktes und schnelles Paßspiel, manchmal so schön, wie man es sonst nur von der Mutter des schönen Paßspiels Barca sieht, und so genial wie das, das dem 3:0 vorausging, als Arango Reus bediente, der den tödlichen Paß auf Herrmann spielte. Reus und Herrmann wurden mit 1 benotet, während Arango nur eine 2 bekam, dabei war die Coolness von Arango eigentlich an diesem Abend eher die 17 Millionen wert als Reus, aber benotet wurde wieder mal die Effektivität und nicht die Schönheit. Die anderen Spiele waren langweilig und machten nur durch üble Verletzungen Schlagzeilen: Schalkes Höwedes erlitt beim Test, wer den härteren Schädel hat, einen dreifachen Jochbeinbruch, und Bremens Prödl bekam einen Fuß ins Gesicht. Folge: Oberkiefer- und Nasenbeinbruch. Ach ja, und Magath hat für 30 Millionen neue Spieler eingekauft und gegen Köln aber nur deshalb gewonnen, weil der Schiedsrichter zwei glasklare Elfer übersehen hat und die Kölner beste Chancen einfach links liegen ließen.

Im Taumel der Lust. Art Spiegelman entdeckt die wilde Party

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Eigentlich ist es ein Skandal, denn der Name des Autors steht nicht vorne auf dem Titel. Nur »Die wilde Party« und »Art Spiegelman«, der das Buch illustriert hat. In der Erstauflage, die 1995 bei Rowohlt erschien, stand der Autor noch vorne drauf, der Fischer-Verlag hingegen, wo die aktuelle TB-Ausgabe herausgekommen ist, fand die Erwähnung des Autorennamens offensichtlich für den Verkauf abträglich. Die Tatsache, daß der Autor Joseph Moncure March heute niemandem mehr etwas sagen würde, ist jedoch noch lange kein Grund, ihn nicht zu nennen, auch nicht, daß er schon seit 1977 verstorben ist. Immerhin war er in den zwanziger Jahren mal stellvertretender Chefredakteur des »New Yorker«, aber dann schmiß er mit 26 seinen Job hin, um Dichter zu werden. »Die große Party« war sein erstes großes Gedicht, und wie Art Spiegelman im Vorwort schreibt, galten seine Reime als »gewagt und damit unpublizierbar«. Dennoch erschien das Buch 1928, wenn auch nur in einer limitierten Auflage von 750 Exemplaren. Das Buch landete in Boston auf dem Index und erregte landesweit die prüden Gemüter, denn in der »Wilden Party« ging es nicht ganz jugendfrei zu. March nutzte die Gelegenheit für ein weiteres Buch über einen »abgehalfterten schwarzen Boxer«, mit dem er es auf die Bestsellerliste der »New York Times« schaffte. Von da aus führte die Reise nach Hollywood, wo March als Drehbuchschreiber arbeitete.
Art Spiegelman entdeckte das Buch »Die wilde Party« in einem Antiquariat, wo er von der Zwanziger-Jahre-Typographie und von einem »hingepfuschten Frontispiz von Reginald Marsh« so angetan war, daß er wie ein »Trinker, der sich zu Flaschen und ihren Etiketten ebenso hingezogen fühlt wie zum hochprozentigen Inhalt« auch zu lesen anfing. Und der Inhalt war tatsächlich hochprozentig, ein grandioses Langstreckengedicht aus der Halbwelt kleiner Krimineller und Lebedamen.
Als »perfektes Gegenstück zum ›Großen Gatsby‹« wird »Die wilde Party« in der Verlagsankündigung angepriesen, aber während »Der große Gatsby« zum großen Kulturerbe Amerikas gehört (von dem in der letzten Zeit gleich drei Neuübersetzungen erschienen sind), geriet »Die wilde Party« schlicht in Vergessenheit, dabei hat March mehr Witz und erzählerische Verve, er schreibt lebhafter und lustiger als F. Scott Fitzgerald, aber in der damals vorherrschenden Unterscheidung zwischen U- und E-Literatur gehörte das Buch zur schlecht beleumundeten Sparte. Nur Außenseiter der Literatur wie William Burroughs merkten, dass sie da ein Kleinod in den Händen hielten. Es verleitete den Beat-Literaten sogar dazu, sich selber als Dichter zu versuchen.
Marchs Buch spielt im gleichen anrüchigen Milieu wie Walter Serners »Die Tigerin«, und hätten Robert Gernhardt oder Kurt Tucholsky »Die Tigerin« in Gedichtform gebracht, dann wäre »Die wilde Party« herausgekommen. Eine einfache, kleine Geschichte: »Queenie war blond, ohne Alter so eine: Schmiß zweimal pro Tag beim Vaudeville die Beine.« Sie ist selbstbewußt und weiß genau um ihre Wirkung auf Männer. Queenie lebt mit Burrs zusammen, der als Clown im gleichen Laden wie sie arbeitet: »Seine Komik hatte höllisch Stil, Er brauchte nicht zu hampeln – Genügte schon sein Mienenspiel, Und alles war am Trampeln.«
Die beiden schmeißen eine Party, aber die gerät außer Kontrolle, sowohl in alkoholischer Hinsicht als auch in sexueller. Queenie lernt einen neuen Mann kennen. Es funkt und ratzfatz landen die beiden im Bett. »Nicht viel, und sie hätten im Taumel der Lust Einander gefressen und von nichts was gewußt.« Die Sache eskaliert, und was passiert? Und auch noch im ungünstigsten Moment? »Er stöhnte; er gähnte – Da trat wer die Tür auf: Es war die Polente.«
Mit seinen unverwechselbaren holzschnittartigen Illustrationen, die Art Spiegelman seit »Maus«, der KZ-Geschichte seines Vaters, weltberühmt gemacht haben, verschafft er dem Buch vielleicht die Aufmerksamkeit, die es verdient hat.
Die Geschichte hat Uli Becker ins Deutsche übertragen, und es ist ein weiterer Skandal, daß auch Uli Becker nicht auf dem Titel genannt wird, denn schließlich hat er mit seiner Nachdichtung ein neues Werk erschaffen, ohne sich dabei zu weit vom Original zu entfernen, eine Aufgabe, die ihm auf exzellente Weise gelungen ist.

Joseph Moncure March, »Die wilde Party«, illustriert von Art Spiegelman, aus dem Englischen übersetzt von Uli Becker, Fischer, Frankfurt 2011, 12,99 Euro

Die Wahrheit über das Achtelfinale

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Weihnachtsfeier in der Respectbar. Es gibt BVB-Plätzchen und Chili con Carne, von dem aber nichts mehr da ist, als ich ankomme. Da haben die Fans bereits mit Glühwein vorgeglüht und singen insbrünstig sämtliches Liedgut über den BVB, vor allem »Heja BVB«, und das vor allem laut, wegen des Glühweins und um die eher schlechten Prognosen zu übertönen, die da lauten, daß die Dortmunder extrem ersatzgeschwächt gegen den Überflieger und Tabellenführer der 2. Liga Fortuna Düsseldorf nach einer langen und aufreibenden Saison der Außenseiter sind. Und dann fällt direkt vor Spielanstoß auch noch Kagawa wegen einer Magendarmgrippe aus, sodaß die Mannschaftsaufstellung sehr merkwürdig zusammengewürfelt aussieht. Owomoyela wird nach Santanas Ausfall in die Innenverteidigung beordert und sieht dort schon nach 34 Minuten gelb-rot, weil er mit seiner Grätsche einfach zu spät kommt. Am Ende wird dann sogar der gute alte Kringe eingewechselt, weil Klopp die Spieler ausgehen. Einige Fans in der Respectbar verlieren vollkommen die Fassung. Viel zum Spiel trägt er nicht bei, außer daß er ein paar mal den Ball im Zweikampf verliert. Die Düsseldorfer riskieren trotzdem nichts und hoffen auf doofe Dortmunder, die aber durch Erfahrung schlau geworden, nicht auf Teufel komm raus in die Offensive gehen. Und deshalb bleibt die Partie ohne großartige Torszenen, mit ein paar Schüssen aus der Distanz von den Düsseldorfern, während die Dortmunder erst in der Verlängerung wieder aufdrehen und die platten Rheinländer ein wenig in Verlegenheit bringen, aber auch nicht viel. Die Gesänge werden lauter und es wird felsenfest geglaubt, daß die Düsseldorfer noch lange spielen können, aber an diesem Abend kein Tor mehr machen werden. Die Partie endet wie sie begonnen hat. Torlos, also Elfmeterschießen. Schiedsrichter Manuel Gräfe macht sich unbeliebt, weil er einen übers Tor geschossenen Elfer von Lambertz wiederholen läßt. Und auch Kuba muß zweimal ran, läßt sich jedoch nicht beirren. Aber Gräfes Parteinahme für den Toten-Hosen-Verein nützt nichts. Weidenfeller kann zumindest einen Schuß mit dem Fuß abwehren. Die Dortmunder aber treffen alle. Und begründen damit das Dortmunder Wunder von Düsseldorf, denn das ist dem BVB noch nie gelungen. Vielleicht ein weiterer Hinweis darauf, daß die Dortmunder routinierter werden, indem sie eben auch solche Spiele für sich entscheiden, und gerade die Spiele gegen Zweitligamannschaften, die bis in die Haarspitzen motiviert sind, sind am schwierigsten, vor allem, wenn alle denken, daß man das Kind schon irgendwie schaukeln wird. Auch Bayern tat sich schwer und gewann erst in der 93. Minute durch einen Treffer von Robben knapp mit 2:1 gegen Bochum. Nur Fürth gelang es, als Zweitligamannschaft sich gegen den nur ein paar Kilometer entfernten Club aus Liga 1 durchzusetzen. Auch nur knapp mit 1:0, aber um dieses eine Tor genau waren die Nürnberger eben schlechter. Jetzt eben »Fädd«, wie die »Fädder« zu Fürth sagen.