Die Wahrheit über den 21. Spieltag

Die leere Südtribüne Die leere Südtribüne war an diesem Spieltag die Hauptattraktion. Und vielleicht war das ja doch keine so schlechte Entscheidung des DFB, denn vielleicht geht den 24500 Fans, die nicht den ca. 500 Hooligans angehören, ja ein Licht auf und wirken auf diese Leute ein bisschen ein, wenn sie selbst unter deren schwachsinnige Aktionen zu leiden haben, so jedenfalls ein Kenner der Szene aus Dortmund. Da der Hooligans aggressiv und geschlossen auftreten, hatten sie bislang auch wenig zu befürchten, aber das Interessante war ja, dass sie mit den Transparenten über die gesamte Südtribüne verteilt waren und die restlichen 24500 Leute sich das gefallen ließen und kein einziges der Transparente entfernt wurde, weil es den Leuten nicht passte, oder ist es tatsächlich so, dass die Südtribüne den Hooligan-Block nicht nur toleriert, sondern ihn auch noch irgendwie gut findet? 88 Personen wurden inzwischen identifiziert und mit einem Stadionverbot belegt. Und ich wette, dass man keinen von denen bemitleiden muss. Dabei geht es nicht darum, sich mit jedem anderen Verein in friedlichen Koexistenz zu befinden, aber man wird das Gefühl nicht los, dass die Parolen und Spottgesänge früher ein bisschen origineller waren als »Bullen schlachten«, und wehmütig erinnert man sich selbst an so schlichte Gesänge wie »Mario Basler du bist ein ganz großes Arschloch« nach der Melodie von »Guantanamera«. Da Dortmund z.Z. wie eine Wundertüte spielt, man also nie weiß, was drin ist, konnte man auch gegen Wolfsburg gespannt sein, aber Wolfsburg erfüllte alle Voraussetzungen an einer Schlaftablettenmannschaft, die die Dortmunder nicht in ihren Kreisen störte. Das war schön für die Dortmunder, die allerdings trotz des am Ende deutlichen 3:0 fast an ihrer mickrigen Chancenverwertung gescheitert wären, denn Gelegenheiten, das Ergebnis zu erhöhen, hatten sie gut dreimal so viel. Man of the match war Piszczek, der mit seinem 5. Tor inzwischen zum torgefährlichsten Verteidiger der Liga avancierte und der auch noch die beiden anderen Treffer vorbereitete. Viel zu spät wurde dann noch Kuba eingewechselt, allerdings bei Wolfsburg, und von den Dortmunder Fans wie ein verlorener Sohn gefeiert. Das war wieder mal eine Situation, bei der manche wieder wussten, warum man Fan der Schwarzgelben ist. Und Bayern ermogelte sich in Berlin einen Punkt. In der 6. von den fünf Nachspielminuten erzielte wer sonst als Lewandowski den Ausgleich, was zum einen zeigt, dass die Schiris inzwischen so lange nachspielen lassen, bis die Bayern den entscheidenden Treffer erzielen, und zum anderen, dass die Bayern eben nichts wären, wenn ihnen nicht Ex-Dortmunder den Arsch retten würden. Allerdings muss man deshalb auch nicht traurig sein, wenn man weiß, wie prollig-fies der Herthaner spielen, wenn es ums Ergebnishalten geht, und wie nicht minder fies sich deren Fans aufführen, die Ancelotti bespuckten, so dass der ihnen den Stinkefinger zeigte, und wenn das ein gutsituierter, höflicher, ruhiger und in sich ruhender Italiener tut, dann kann man ermessen, wie schlecht sich einige Leute da benommen haben müssen.

Die Wahrheit über den 20. Spieltag

Wenn z.Z. der Wurm drin ist, dann bei den Dortmundern. Nicht nur lieferten sie beim Tabellenletzten Darmstadt eines ihrer schlechtesten Spiele der Saison ab, auch die Ultras machten wieder von sich reden. Zwei ihrer Reisebusse wurden durchsucht und gefunden wurden etliche Dinge, mit denen man wieder auf unschöne Weise auf sich aufmerksam hätte machen können. Jetzt wird vielleicht sogar als Strafe die Südtribüne für ein Spiel gesperrt. Das wäre nicht besonders schlau, denn damit bestraft man auch die 24500 Fans, die nichts mit den 500 Hools am Hut haben. Statt die Ultras mit allen Mitteln das Leben schwer zu machen und alles daran zu setzen, sie aus dem Stadion zu entfernen, und damit Plätze zu schaffen, auf die viele scharf wären und die sich auch besser benehmen würden, setzt man sinnlose Symbolaktionen. Allerdings war es bei diesem Spiel eher so, dass es eine Strafe war, dem Spiel beigewohnt zu haben, denn von Dortmunder Seite war es unterirdisch. Und niemand verstand so recht, warum das so war. Klar, den Dortmundern steckte noch das Pokalspiel vom Mittwoch gegen Hertha in den Knochen, aber Tuchel hat eigentlich genügend Spieler, um frische Kräfte auf den Platz zu bringen, was er auch tat, dennoch ließ er etliche bewährte Kräfte wie Kagawa und Castro auf der Bank, während viele schon wieder verletzt oder angeschlagen waren. Aber das sind Dinge, die man nicht wirklich beurteilen kann, weil man von außen keine Diagnosen stellen sollte. Aber auch Tuchel sagte, dass es keine Anzeichen dafür gegeben hätte für die unterirdische Leistung seiner Mannschaft. Irgendwie beschlich einem das Gefühl, als ob die Dortmunder dachten, sie würden das Spiel schon irgendwie schaukeln. Vor zwei Wochen erst waren die Darmstädter gegen Köln mit 6:1 sang- und klanglos wie ein sicherer Absteiger untergegangen. Und auch die 2:0-Niederlage gegen die Eintracht war eindeutig. Was sollte da schon schiefgehen? Und was alles schief gehen kann, konnte man in diesem Spiel sehen, wenn eine Mannschaft plötzlich über sich hinauswächst und alles gibt. Die Niederlage war mehr als verdient, denn die Darmstädter erspielten sich Chancen über Chancen, während sich in der Dortmunder Defensive Lücken auftaten, die einer viertklassigen Mannschaft würdig gewesen wären. Sogar die Säule im Abwehrverbund Sokratis hatte Aussetzer und immer wieder ließen sich die Dortmunder überlaufen und konnten selbst bei einem Verhältnis von 7 Dortmundern gegen 2 Darmstädter das 1:0 nicht verhindern. Nur Pulisic und Emre Mor sorgten ab und zu für so etwas wie Gefahr. Sonst reihte sich ein Totalausfall an den anderen und die Dortmunder Spielidee schien darin zu bestehen, sich den Ball hin- und herzuschieben. Es war grauenvoll. Aber die Dortmunder waren nicht die einzigen, die sich als Anwärter für die internationalen Plätze blamierten. Leipzig verlor zu Hause gleich 3:0 gegen Hamburg und kassierte damit die 2. Niederlage hintereinander, und das ist ja auch eine durchaus reife Leistung. Frankfurt verlor in Leverkusen, weil Roger Schmidt wohl sonst seinen Platz hätte räumen müssen, und Hertha kriegte auf Schalke einen auf den Deckel. Nur die Bayern gewannen, obwohl auch sie nicht unbedingt besser spielten als die Konkurrenz (wobei das Konkurrenz zu nennen ein Euphemismus ist), aber ihnen genügte die Nachspielzeit, um noch schnell zwei Siegtore in Ingolstadt zu erzielen.

Die Wahrheit über den 19. Spieltag

Der Empfang der Leipziger Fans war nicht besonders freundlich. 28 Strafanzeigen wurden gestellt wegen Körperverletzung. Drei Polizisten und ein Polizeihund bekamen was ab, und ohne deshalb gleich in Hysterie verfallen zu wollen, denn dafür war nun wirklich zu wenig passiert, kann man davon ausgehen, dass die rechte Szene mal wieder ihr »schmutziges Haupt« erhoben hat, so hätte man das jedenfalls früher genannt. Der Verein kann zwar versuchen, die Rechtsradikalen aus dem Stadion zu halten, aber er kann wenig dagegen tun, dass sie sich Dortmund als Hochburg ausgesucht haben, für die die Sozialdemokratie das passende architektonische Ambiente geschaffen hat, trostlose Siedlungen, in denen die soziale Situation einem nicht viele Möglichkeiten einräumt, sein Leben zu gestalten. Aber auch die Südtribüne, die gerne als sportliches Ereignis gefeiert wird, zeigte sich von ihrer dämlichen Seite mit nicht sonderlich einfallsreichen Spruchbändern wie »Verpisst Euch« oder »Leipziger Hosenscheißer«, statt sich mal lustige Spott- und Hohngesänge einfallen zu lassen. Daran sollten die diversen Fangruppen mal arbeiten, schließlich ist es schon schlimm genug, wenn es in anderen Stadien so zugeht.
Die Leipziger konnten sich jedoch schon allein aufgrund des Reglements nicht »verpissen« und auch als »Hosenscheißer« ließen sie sich schlecht bezeichnen, denn sie spielten durchaus mit und riegelten eben nicht wie andere Mannschaften den Strafraum ab, und dieser Spielweise war es zu verdanken, dass die Dortmunder endlich mal wieder ein Spiel aufziehen konnten, das sehenswert war, und spannend obendrein. Ein »gefühltes 4:0« sei das gewesen, meinte Tuchel anschließend, aber Aubameyang, Reus und Dembelé ließen etliche Großchancen liegen, und deshalb war das Spiel bis zum Schluss offen, und das kann sich mit einer gelungenen oder zufälligen Situation schnell ändern. Das hatte das vergangene Spiel gegen Mainz wieder schmerzlich in Erinnerung gerufen, als die Dortmunder das gesamte Spiel beherrschten und den Mainzern eine Flanke und ein Kopfball genügten, um das Spiel auf den Kopf zu stellen. Und auch im Spiel gegen Leipzig war diese Option immer drin, wie die allerletzte Sekunde der Nachspielzeit zeigte, als die Leipziger noch den Ausgleich schossen, der wegen Abseits jedoch nicht gegeben wurde, wobei es höchstens ein Arm war, der sich im Abseits befand, was ein wenig wenig für eine Abseitsentscheidung ist, weshalb dem Linienrichter ein großes Lob ausgesprochen werden muss, denn diese Spielsituation kam nur deshalb zustande, weil den Dortmundern vorher ein eindeutiger Eckstoß verwehrt worden war. Ende gut alles gut also. So haben die Dortmunder wieder etwas Luft, um die sich zuletzt häufenden Medienberichten über das Knirschen im Gebälk des Apparates vom Hals zu schaffen, denen zufolge jetzt auch noch Reus Abwanderungsgedanken hegt, Tuchel die Mannschaft nicht mehr im Griff hat und über »Kommunikationsdefizite« mit Zorc und Watzke. Wenn Klopp in Liverpool weiterhin von Niederlage zu Niederlage eilt, vielleicht könnte Tuchel ja seine Stelle antreten und Klopp dann wieder zurückkehren. Naja, ist ja nur ein kleiner Wunschtraum.

Die Wahrheit über den 18. Spieltag

Der ehemalige Hertha-Angestellte Ben Hatira, der zusammen mit den Boatengs in einer üblen Gegend Berlins aufwuchs, wurde von seinem jetzigen Verein Darmstadt 98 »einvernehmlich« gefeuert, weil er Kontakte zu Salafisten pflegte. In Berlin wurde er rausgeschmissen, weil er seinem Mitspieler Mitchell Weiser ein Veilchen verpasste. Über Umwegen bei Darmstadt 98 gelandet sollte er eigentlich das Projekt Nicht-Abstieg voranbringen, das gerade mit dem neuen Trainer Torsten Frings den Bach runtergeht, jedenfalls spricht die 1:6-Heimpleite gegen Köln dafür. Ben Hatira behauptet, sein Engagement für Ansaar International, das Hilfsprojekte in Gaza finanziert, sei ehrenwert und lauter, und Ansaar International freute sich, einen so prominenten Fürsprecher und Unterstützer in seinen Reihen zu haben. Einen Tanklaster mit Trinkwasser war mit seinem Konterfei gepflastert nach Gaza gefahren nach dem Motto, man tut nichts gutes, es sei denn, man hängt es an die große Glocke. Laut Verfassungsschutz pflegt die kleine Hilfsorganisation Ansaar International Kontakte zu Salafisten wie z.B. zu dem Hassprediger Muhammed Ciftci, »der Menschen, die sich vom Islam abkehren, köpfen möchte und Gewalt gegen Frauen rechtfertigt«. So jedenfalls stand es auf einem Flyer der »Lilienfans gegen Rechts«, die vor dem Stadion verteilt wurden und das schließlich den Stein ins Rollen brachte. Aber erst als die Sponsoren des Vereins und CDU-Politiker Stellung bezogen, um ein schlechtes Image des Vereins zu verhindern, wurde der Vertrag Ben Hatiras »in gegenseitigem Einvernehmen« aufgelöst, auch weil der Verein Zuschüsse von der Stadt für den Stadionbau nicht aufs Spiel setzen will. Ben Hatira sieht sich hingegen im Recht und meinte, er könne noch in den Spiegel schauen. Das können in diesem Fall allerdings auch alle anderen, die eine Rolle spielen. Natürlich auch Ansaar International, das nur Gutes tut und jeden noch so leisen Einwand als Lüge und Verleumdung abwehrt. Egal, welche Motive die einzelnen Akteure antreiben, u.a. die Angst vor schlechter Presse und vor der AfD, es ist schön, dass solche Spieler in der Bundesliga kein Engagement mehr finden. Bei Real Madrid haben die Sponsoren hingegen andere Sorgen. Auf ihr Bestreben hin entfernte der Verein aus seinem Wappen das Kreuz, um die empfindlichen Gemüter arabischer Fans nicht zu verletzen. Leider mussten erst die Islamisten kommen und sagen, dass ihnen das nicht passt. Und der reichste Club der Welt folgt aufs Wort. Atheisten und aufgeklärte Geister hätten das nie geschafft. Aber im Westen wird das Kreuz auch weiterhin im Wappen sein, denn es wurde exklusiv für die arabischen Länder entfernt. Gespielt wurde auch noch. Bayern schaffte wieder einen glücklichen Sieg, und Leipzig brachte dem bislang ungeschlagenen Hoffenheim die erste Niederlage bei. Dank Wagner, der nach brutalem Foul völlig zu Recht vom Platz gestellt wurde. Sonst hat er meist Erfolg mit kleinen versteckten Fouls, aber diesmal stellte sich Hoffenheims Stürmer, der sich für den besten in Deutschland hält, zu dumm an.

Die Wahrheit über den 17. Spieltag

Der BVB hat sich eins der neuen Talente geangelt, die schon lange nicht mehr im Verborgenen blühen: Der erst 17jährige Alexander Isak ist Schwede und gilt bereits als Nachfolger von Zlatan Ibrahimovic. Eigentlich wollte ihn Real nach Madrid locken, aber dann kam ein kurzfristiges Angebot aus Dortmund, und der BVB gilt bei den Talenten mittlerweile als erste Adresse, weil sie dort auch spielen dürfen und nicht nur auf der Bank versauern wie bei den anderen europäischen Spitzenclubs. Bei seinem Heimatclub AIK Solna hat er als Stürmer mit zehn Toren eine ziemlich gute Bilanz. Du die muss er auch haben, denn Aubameyang verriet in einem Interview der inzwischen nun täglich erscheinenden „Sport-Bild“, dass er zwar nie zu den Bayern wechseln würde, weil das die Fans nicht gut finden würden (und weil da freilich die Planstelle mit Lewandowski fest vergeben ist), aber wer könne schon sagen, was am Ende der Saison sein würde, was die übliche Formulierung ist, um den Managern der Spitzenclubs zu signalisieren, mal Angebote auf den Tisch zu legen. Immerhin ist er 27, und in drei Jahren, also nach Beendigung seines vor nicht allzulanger Zeit verlängerten Vertrags, hätte er seinen Zenit vermutlich schon überschritten. Und Ramos ist nun auch weg und auf den Weg nach China, wo man in der Partei Pläne hegt, die Liga aufzurüsten, konkurrenzfähig und attraktiv zu machen, d.h. aus Prestigegründen Geld ohne Ende hineinzupumpen. Als Ausbildungslager de luxe zu fungieren macht den BVB ja auch so spannend, aber Titel wird man mit dieser Taktik nicht einsacken, denn kaum hat sich eine Mannschaft so eingespielt wie in der letzten Saison, in der man um alle Pokale mitzuspielen in der Lage war und nur durch außergewöhnliche Umstände daran gehindert wurde, einen davon tatsächlich zu gewinnen, wandern die wichtigsten und besten Spieler ab. Jetzt muss sich Dortmund erst wieder konsolidieren, was selbst nach der Vorbereitungszeit während der Winterpause schwer genug war. In Bremen jedenfalls taten sich die Dortmunder ziemlich schwer, und selbst als Bremens Schlussmann Drobny nach einem hässlichen Foul an Reus vom Platz gestellt wurde, kriegten die Dortmunder das Spiel nie unter ihre Kontrolle, im Gegenteil, den aufopferungsvoll kämpfenden Bremern gelang durch Bartels sogar der richtig gut herausgespielte Ausgleich, und nur einem Abpraller war es zu verdanken, dass Piszczek das 2:1 erzielen konnte. Souverän sieht anders aus, und das sah man in zahlreichen Situationen, in denen ungenaue Pässe und Missverständnisse vorherrschten. Aber auch die Münchner machten ihren Namen von den Dusel-Bayern mal wieder alle Ehre und erzielten, natürlich durch Lewandowski, erst in der Nachspielzeit den Siegtreffer in Freiburg, wo Streich eine richtig gut kickende junge Mannschaft zusammengebastelt hat. Und in Leipzig war das Spiel gegen die Eintracht schon nach drei Minuten entschieden, als Torwart Hradecky beim Herauslaufen ausrutschte und den Ball außerhalb des Strafraums in die Hand nahm. Rot und ein Freistoß, der zum 1:0 führte, ein Tor, von dem sich die Eintracht nicht erholte.

Harry Rowohlts letzte Briefe

Die Briefe von Harry Rowohlt gehören zum lustigsten, das die literarische Welt in Deutschland zu bieten hat. Zwei Bände sind bereits zu Rowohlts Lebzeiten erschienen, nun ist »Und tschüs. Nicht weggeschmissene Briefe Bd. III« gerade auf den Markt gekommen. Das Brief-Genre ist eigentlich nicht besonders hoch angesehen ist. Jedenfalls nicht beim großen Publikum. Und in der Regel ist es ja auch so, dass die nachgelassenen Briefe von Schriftstellern eher das Interesse von Literaturhistorikern bedienen und das leider zu recht, denn häufig verströmen solche Briefbände alles andere als Charme und Witz. Es gibt wenig Autoren, die im Bewusstsein ihres Nachruhms das Schreiben von Briefen – heute ja sowieso eine ausgestorbene Form der Kommunikation – als eigenständige Kunstform betrachtet haben. Hunter S. Thompson war so jemand, und das schon in jungen Jahren. Er schrieb an Verwandte und Bekannte, nicht bloß um sich mitzuteilen, sondern um sein Leben auf einer anderen Ebene und mit anderen Mitteln fortzuschreiben, was eine gewisse Hybris voraussetzt und den unbedingten Glauben an sich selbst. Aber während Hunter Thompson ein Poltergeist war, der auf brachiale, aber auch auf sehr kunstvolle und originelle Weise schimpfen konnte, bevorzugt Harry Rowohlt den hintergründigen Witz, die Pointe, die sich erst nach einer seiner Abschweifungen, für die er berühmt ist, erschließt. Das heißt aber nicht, dass er in seinen Urteilen nicht vernichtend sein konnte, wenn ihm jemand auf die Nerven ging.
Auf eine Anfrage der Grünen, für sie Wahlkampfwerbung zu machen, antwortete er 2005: »Lieber hänge ich tot über einem Zaun im Kosovo, als daß ich auch nur eine Sekunde lang die Grünen unterstütze.« Die Grünen hätten sich diese kleine Invektive ersparen können, wenn sie nicht einfach wahllos Promis angeschrieben, sondern recherchiert hätten, wofür Harry Rowohlt steht. Dann hätten sie herausgefunden, dass er es mit der Linken hielt und Joschka Fischer nicht ausstehen konnte. Er hasste es, wenn jemand seinen Status als Promi ausnutzen wollte.
Manchmal war es auch schlechte Erfahrung, aus der er versuchte klug zu werden, indem er wunderbare kleine Ablehnungsschreiben verfasste. »Für Gerstenberg habe ich schon mal was übersetzt und davon nur durch Zufall erfahren. Diese Zusammenarbeit reicht mir völlig. Wenn Sie das Buch zurückhaben wollen: Bis Samstag 14 Uhr liegt es in meinem Papierkorb.« Oder die Antwort auf eine Anfrage des SWR: »Mir ist plötzlich klar geworden, daß ich eigentlich gar keine Lust habe, am 6. Mai früh aufzustehen, um mir die immer gleichen Fragen stellen zu lassen.« Oder an die Redaktion »Season«: »Danke für die Anfrage. Ich habe m.W. noch nie eine Frauenbiographie gelesen. Nicht mal eine geschrieben.«
In seiner herzlichen Abneigung gegenüber seinen Übersetzerkollegen Hans Wollschläger lief er zur Hochform auf: »Der verehrte Kollege Wollschläger – und wenn ich ›verehrt‹ sage, meine ich ›verehrt‹, denn wenn es jemandem gelingt, sich vom als knausrig bekannten Suhrkamp Verlag fast zehn Jahre lang (andere Leute lernen in der Zeit Englisch) für seine Ulysses-Übersetzung alimentieren zu lassen, ist er jeder kollegialen Verehrung würdig – konnte nicht nur kein Englisch, er weigerte sich auch, es zu lernen«, denn Wollschläger hatte »›a bottle of pop‹ (= kohlensäurehaltiges Erfrischungsgetränk) allen Ernstes in seinem weithin strahlenden Schwachsinn und ohne jedes Unrechtsbewußtsein mit ›eine Flasche Popcorn‹ übersetzt.«
Sprachliche Nachlässigkeit ging ihm gehörig gegen den Strich, vor allem, wenn man seine Ahnungslosigkeit auch noch wie eine Monstranz vor sich her trug. Darüber erzählt er in einem Brief an seinen Verleger Peter Haag und sofort entsteht eine witzige Anekdote: »›Wenn heute jemand was will, bringe ich ihn um‹, habe ich gesagt, und dann war es Frau Dingsbums von dpa, die sagte: ›… und denn können Sie mir ja zumindestens sagen …‹, und ich sagte: ›Entweder ‘mindestens‘ oder ‘zumindest‘; ‘zumindestens‘ gibt es nicht‹, und fortfuhr: ›Wenn Sie mir trotz meines Sprachfehlers …‹, und ich hätte fast gesagt: ›‘Trotz‘ regiert den Dativ, und ein Sprachfehler ist, wenn man lispelt‹, aber sie kam dann zur Sache: ›Also Sie wohnen schon ganz lange in Eppendorf.‹ ›Ja.‹ ›Und sind verheiratet.‹ ›Ja.‹ ›Und was machen Sie so beruflich?‹ Und dann, aber auch erst dann, habe ich gebrüllt.«
Auf der anderen Seite konnte er auch vorbehaltlos begeistert sein, wenn ihm mal eine originelle Frage gestellt wurde, wie das Frau Verena Schmitz von der »Schwäbischen Post« einmal getan hat: »Herr Rowohlt, Sie schrieben einmal, bei Schwäbisch ziehe sich Ihnen das Skrotum zusammen. Isch des im Augebligg au dr Fall?«
Das Schöne an Harry Rowohlts Briefen ist, dass man immer Neues erfährt und deshalb auch klüger wird. Damit ist es nun vorbei, denn Harry Rowohlt ist im Juni 2015 gestorben. Und deshalb muss man seine Briefe ganz langsam lesen, sie genießen wie guten irischen Whiskey, damit man möglichst lange etwas davon hat.

Harry Rowohlt, »Und tschüs. Nicht weggeschmissene Briefe III«, Kein & Aber, Zürich 2016, 342 Seiten, 20.- Euro

Die Wahrheit über den 16. Spieltag

Der letzte Spieltag in diesem Jahr endete so übel wie 2016 auch in jeder anderen Hinsicht war. Und von den schlechten Nachrichten ist die Entlassung des sympathischen André Schubert nur eine. Dabei war sein Vertrag erst im September bis 2019 verlängert worden. Nach einer neuerlichen Pleite der Gladbacher, diesmal nun auch noch zu Hause gegen Wolfsburger, die bislang völlig von der Rolle waren und deswegen Dieter Hecking feuerten, wird nun genau dieser erfolglose und unsympathische Dieter Hecking als Notnagel engagiert. Die Unsicherheit, die die Gladbacher ausgestrahlt haben, hat Max Eberl gezwungen, »einvernehmlich diese Entscheidung zu fällen«. Und wieder kann eine Mannschaft, die im Vorjahr sensationell spielte, im Folgejahr das Niveau nicht halten, weil die CL einfach zu viel Substanz kostet. Dass Bayern in einer souveränen Vorstellung die bisherige Überraschungsmannschaft Leipzig mit einem deutlichen 3:0 abfertigte, ist ebenfalls eine Nachricht, die die Laune nicht unbedingt hebt, denn nachdem es auch aufgrund der Niederlage der Bayern in Dortmund kurz so aussah, als ob wieder Spannung im Kampf um die Meisterschaft geben könnte, machten die Bayern schnell wieder deutlich, dass es sein wird wie immer: the same procedure as every year. Und da wird keine andere Mannschaft mitmischen, auch nicht Hertha, die gegen Darmstadt gewann. Und auch die einzige Mannschaft ohne Niederlage in dieser Saison, Hoffenheim, kommt zu Hause gegen den Tabellenfünfzehnten Bremen nicht über ein Remis hinaus. Und das ist schon eine der wenigen guten Nachrichten, abgesehen von der Pleite der Schalker in Hamburg in einem Festival der Fehlpässe, aber diese kleine Freude wurde durch den Sieg der Hamburger getrübt, die es endlich verdient gehabt hätten abzusteigen. Und ebenfalls deprimierend, dass der BVB einfach nicht mehr gewinnen kann und nun schon elf Punkte weniger hat als zum gleichen Zeitpunkt der letzten Saison. Selbst gegen limitierte Augsburger geriet man schon nach einer halben Stunde in Rückstand. Behilflich bei diesem Treffer war wieder einmal Bartra, der zur Halbzeit dann auch prompt ausgewechselt wurde. Und wieder mussten die Dortmunder eine Aufholjagd starten, ließen aber jede Menge Chancen links liegen und verdankten es am Ende Dembélé, dass man nicht auch noch die erste Heimniederlage der Saison hinnehmen musste. Die Statistik spricht Bände: 23:8 Torschüsse, 732:256 gespielte Pässe, 74% Ballbesitz, 54% Zweikampfquote, aber durch die dicht gestaffelte Augsburger Verteidigung schien kein Durchkommen zu sein. Die Dortmunder Kreativabteilung Götze, Dembélé und Kagawa stand sich im Zentrum selbst im Weg, und man beginnt in Dortmund bereits zu munkeln, dass nicht nur das ständige Personalkarussel, hervorgerufen durch ständige Verletzungen, eine stabile Leistung verhindere, sondern auch die von Tuchel vorgenommenen ständigen taktischen Veränderungen die Mannschaft verwirre. Und dann kommt auch noch Sammer wieder zurück, als TV-Experte. Es wird wirklich alles getan, um einen den Fußball zu vermiesen.

Die Wahrheit über den 15. Spieltag

2:2 hieß es am Ende des spektakulärsten Spiels an diesem Wochenende Hoffenheim gegen Dortmund, aber selten wurde ein Spiel von so krassen Fehlentscheidungen des Schiedsrichters bestimmt wie dieses. Dortmund lief mit seiner letzten Elf auf, denn zehn Spieler waren verletzt, darunter so wichtige Leute wie Guerreiro, Sokratis, Castro und Piszczek. Aber diesmal hatten sie keine schwere englische Woche in den Knochen, und man sah von Anbeginn, dass beide Mannschaften bis in die Haarspitzen motiviert waren. Es entwickelte sich ein sensationeller Hochgeschwindigkeitsfußball, bei dem vor allem Weidenfeller nicht mithalten konnte, denn beide Treffer der Hoffenheimer war nicht unhaltbar, vor allem beim 2:1 machte er eine schlechte Figur. Eine weit schlechtere Figur allerdings machte der Schiedsrichter Benjamin Brand, dessen Entscheidungen meist zu Ungunsten der Dortmunder ausfielen, vor allem der 2:1-Führungstreffer der Hoffenheimer, dem ein Foulspiel von Sandro Wagner vorausging, der im entscheidenden Moment Sven Bender wegschubste und das nach dem Spiel auch zugab. Und schließlich stellte der Referee auch noch Reus vom Platz, der jedoch umgekehrt von seinem Hoffenheimer Gegenspieler gefoult worden war. Mit zehn Spielern aber drehte Dortmund noch einmal auf und das Spiel um nach einer genialen Vorlage von Dembélé, die Aubameyang hervorragend verwertete. Beide Mannschaften hatten noch den Siegtreffer auf den Fuß, aber es blieb beim Remis. Die Hoffenheimer spielten zwar hochklassig und stellten sich nicht hinten rein, aber auch sie nahmen Zuflucht zu vielen taktischen Fouls, unter denen vor allem Dembélé zu leiden hatte, der mit seinen beiden Vorlagen das Spiel für den BVB rettete, the man of the match, der wie von einem anderen Stern spielte, leichtfüßig, blitzschnell und mit Körpertäuschungen, die den Gegner immer wieder in tiefe Verwirrung stürzten, weshalb sie zu meist groben Mitteln griffen und ihn schließlich mit einer Oberschenkelverletzung vom Platz schickten. Götze konnte da nicht mithalten. Er ist zwar immer noch ein Zauberer und verteilt die Bälle sicher, aber auch uninspiriert, wurde aber von fast allen Gegenspielern überlaufen und ausgespielt und man hat den Eindruck, dass er mit Anabolika vollgepumpt sich kaum mehr bewegen kann. Und sonst: Die Eintracht, die noch gegen Dortmund sich ins Zeug warf, blieb ausgerechnet gegen Wolfsburg blass und verlor zu Recht 1:0. Und Hertha, ebenfalls gegen Dortmund sattelfest und taktisch gewieft, sah gegen die schnellen Leipziger, gegen die es immerhin um die direkte Konkurrenz um die oberen Plätze geht, ganz alt aus und ließ sich, ohne auch nur eine Chance selber zu generieren, in die eigene Hälfte drängen, was aussah wie ein fußballerischer Offenbarungseid. Mönchengladbach kann auswärts einfach nicht gewinnen und setzte diese Tradition in Augsburg mit einem 1:0 fort. Und Heribert Bruchhagen, der bei der Eintracht sein Amt niederlegte, um beim Abstiegskandidaten HSV anzuheuern, konnte sich ansehen, wie die Rautenelf in Mainz 3:1 abgefertigt wurde. Glückwunsch!

Die Wahrheit über den 14. Spieltag

Nach dem rauschhaften 2:2 in Madrid war es klar, dass Dortmund nur schwer wieder in den Bundesligaalltag zurückfinden würde, vor allem nach nur drei Tagen Regenerationszeit. Und dann noch in Köln, wo der BVB in den letzten Jahren nicht mehr siegen konnte und wo man bei der letzten Begegnung in der Schlussphase eine 1:0-Führung verspielte, weil die Mannschaft einfach zu platt war. Das hatte ich noch in Erinnerung, als ich in Hamburg die BVB-Kneipe »30« in der Fruchtallee ansteuerte. Ich hatte also alles andere als ein gutes Gefühl, aber dann saß ich neben drei Pärchen aus dem Ruhrgebiet, die Pils tranken und Pizza aus Pizzapappschachteln verspeisten. Da konnte eigentlich alles nur gut werden. Und in der Anfangsphase sah es dann auch so aus, als ob die Reus-Aubameyang-Dembele-Offensive mit ihrem schnellen Spiel an das Wunder von Madrid würde anknüpfen können. Und dann fiel auch ganz schnell das 1:0, das wegen Abseits leider nicht gegeben wurde, aber sofort spürte ich dieses Gefühl der Leichtigkeit, das einen unbesiegbar macht. Aber dann fingen die Kölner wieder an, das zu tun, was sie eben können, nämlich das Spiel zu zerstören. 26 Fouls begingen sie, und das war in der Statistik der einzige Wert, in der die Kölner führten. Und es genügte ihnen ein genial ausgeführter Freistoß, den Rudnevs ins Tor köpfte, weil Durm nicht aufpasste. Dortmund hatte einige Fehlbesetzungen zu verkraften. Schmelzer verursachte den Freistoß, weil ihm der Ball zu weit vom Fuß sprang, wie er überhaupt immer den Ball engagiert nach vorne trieb, bis sich ein Kölner näherte. Dann bremste Schmelzer ab und spielte zurück. Durm fiel nur bei haarsträubenden Fehlern auf und Castro trottete lustlos auf dem Platz herum. Die Kölner hatten ihr Ziel erreicht und den Dortmundern die Lust am Spiel genommen, dennoch hielten die Schwarzgelben dagegen und wehrten sich mit überdurchschnittlich vielen Fouls, weil sie wussten, dass sie gegen die Kölner nicht anders bestehen würden. In der 90. Minute ging ich deprimiert aufs Klo, wo ich dann das Torgeheul hörte. In der Vorbereitung glücklich, aber dann toll herausgespielt und genau zum richtigen Zeitpunkt traf Reus genau die kleine Lücke ins Tor, um die Kölner zu deprimieren. Mit dieser rituellen Handlung habe ich dem BVB schon viele Punkte beschert, auch wenn ich es nur in den allernötigsten Fällen mache. Der Tabellenerste Leipzig verlor beim Tabellenletzten Ingolstadt mit 1:0 und wehrte sich gegen seine erste Niederlage mit Hauen und Stechen, was Leipzig nicht sympathischer macht. Wolfsburg fuhr als williges Opfer nach München und nahm demütig ein 5:0 hin. Draxler saß nicht mal mehr auf der Bank und steht jetzt aufgrund von Lustlosigkeit auf der Transferliste. Ihn am Saisonanfang für unverkäuflich erklärt zu haben, das sei, erklärte Manager Allofs zerknirscht, ein großer Fehler gewesen. Jetzt wird wohl kaum jemand mehr etwas für ihn ausgeben wollen. Wolfsburg trudelt gerade unaufhaltsam dem Abstieg entgegen. Und Hertha verlor zu Hause gegen Bremen. Dabei hatte man einen Sieg sicher eingeplant, denn Bremen galt bislang als sicherer Punktelieferant.

Die Wahrheit über das letzte CL-Gruppenspiel Real-BVB

Nach dem Spiel sagte Zinedine Zidane, dass Dortmund den Gruppensieg verdient gehabt hätte. Ein größeres Lob hätte man nicht einheimsen können. Vom großartigsten Spieler seiner Zeit, vom erfolgreichsten Trainer und vom bestaussehendsten Mann seiner Branche. Tuchel kann da in keinem der Punkte mithalten, aber was die beiden Mannschaften im Bernabeu-Stadion boten, war ganz großer Fußball, und das, obwohl es nur noch um Platz 1 oder 2 ging. Es ging für den BVB also um die nicht gerade alles entscheidende Frage, ob man im Achtelfinale auf die Gruppenersten oder Gruppenzweiten treffen wird, und da hat man nach dem sensationellen Unentschieden nun das nur leicht bessere Ende erwischt, auf ManCity, Benfica, Sevilla, Paris oder Porto zu treffen, auch nicht gerade Mannschaften, gegen die man in jedem Fall weiterkommen wird. Nach dem Eindruck jedoch, den Dortmund in Madrid hinterlassen hat, scheint alles möglich. Vielleicht hatten die Dortmunder etwas Glück, weil Ronaldo nur den Pfosten traf und die Madrilenen auch sonst zwei bis drei Großchancen liegenließen, aber als dann der das 1:0 durch dämliches Herumstehen verschuldende Schürrle endlich für Reus ausgewechselt wurde, nahm das Spiel noch einmal durch zwei grandios herausgespielte Treffer Fahrt auf. Und in diesem Spiel konnte man beobachten, was passiert, wenn zwei Mannschaften auf hohem technischen Niveau aufeinandertreffen. Dann nämlich kommen die spielerischen Möglichkeiten der Dortmunder zum Vorschein, die gegen hartbeinig verteidigende und zerstörerische Mannschaften häufig untergehen. Sonst ging es bei den meisten Spielen um nichts mehr. Arsenal und Paris waren schon durch, während Benfica noch zittern musste, weil man zu Hause in einem ausgeglichenen Spiel gegen die zweikampfstärkeren Neapolitaner knapp mit 2:1 unterlag. Besiktas hätte also gegen das bereits als Gruppenletzter feststehende Dynamo Kiew noch eine Chance gehabt, eine Runde weiterzukommen, versiebte dies aber auf grandiose Weise mit einer 6:0-Schlappe. Barca war schon lange durch und gewann gegen Gladbacher, die nie einen Zugriff aufs Spiel bekamen, mit 4:0, ohne dass man den Eindruck hatte, sie hätten sich dafür anstrengen müssen. Bayern durfte sich gegen Atletico, die ebenfalls bereits als Gruppenerster feststanden, mit einem 1:0 revanchieren. Und auch Leverkusen bestritt gegen Monaco ein Freundschaftsspiel ohne Wert, das nur dafür taugte, sich ein bisschen Mut anzuspielen für die bislang vergeigte Saison. Und Ranieri ließ sein bereits auf Platz 1 platziertes Leicester City so rotieren, dass man in Porto ein 5:0-Fiasko hinnehmen musste, was ein wenig gemein gegen Kopenhagen war, denn indem man den Portugiesen die Punkte schenkte, hatten die Dänen keine Chance mehr, weiterzukommen. Und auch in der letzten Gruppe war Juventus Turin längst qualifiziert und gewann gegen den mit Null Punkten Tabellenletzten Zagreb. In der derart aufgeblasenen CL können einige Mannschaften einfach nicht mithalten, die Spannung ist in der Regel raus, weil häufig schon vor dem letzten Spieltag die Gruppenplatzierungen feststehen