Die Wahrheit über den 25. Spieltag

Die Dortmunder knüpften nahtlos an ihre Leistung letzte Woche gegen Hamburg an. Niemand scheint mehr den Glauben oder den Willen zu haben, den Zehn-Punkte Vorsprung auf die internationalen Plätze einholen zu wollen. Dabei ist es nicht so, dass man den Spielern Lustlosigkeit vorwerfen könnte. Sie mühen sich und rackern, aber in der dichtgestaffelten Kölner Abwehr fanden sie einfach die Lücke nicht. Fehl-, Rück- und Sicherheitspässe und Missverständnisse prägten das Dortmunder Spiel und man wusste nicht so recht, warum das so ist nach vier gewonnenen Ligaspielen. Lag es an Juventus, das Mittwoch nach Dortmund kommt? Lag es an den Kölnern, die genauso spielten, wie es die Dortmunder nicht mögen und wogegen sie keine Mittel finden? Warum findet Mkhitaryan nicht zu seiner Form? Warum bleibt Kagawa immer noch unter seinen Möglichkeiten? Köln hatte die eindeutig besseren Chancen, auch wenn sie vielleicht nur 30 Prozent Ballbesitz hatten. Aber genau das kommt eben heraus, wenn man sich hauptsächlich hinten die Bälle hin- und herschiebt und nach jeder Balleroberung darauf wartet, bis sich die Kölner Abwehr wieder sortiert hat. Die Kölner mussten nur darauf warten, bis einem Dortmunder im Mittelfeld ein Fehlpass unterlief und schon ging es zügig zum Tor. Zum Glück verdaddelten die Kölner ihre drei Großchancen wie das sonst nur die Dortmunder machen. Für das Highlight des öden Ballgeschiebes sorgte Aubameyang, der sich als die Hand Gottes versuchte, aber im Unterschied zu Maradonna dabei erwischt wurde. Zu offensichtlich war der Versuch. Und Marcel Reif kam schon ganz früh auf die Pressetribüne, um dem Kontakt mit seinen Zuhörern zu entgehen, er wurde sogar von einem Bodyguard bewacht. Niemand in Dortmund mag ihn und trotzdem darf er die Zuhörer quälen. Eine eigenartige Taktik, die der Bezahlsender sky da verfolgt. Jedenfalls ist Reif ein gutes Argument dafür, um das Spiel im Stadion zu gucken, aber nicht, um mehr Abonnenten zu kriegen. Im Vorfeld des Spiels Bremen gegen Bayern wurde mal erwähnt, dass Bayern von den Schiedsrichtern bevorzugt wird, nachdem ihnen im letzten Spiel ein Elfer geschenkt wurde. Gegen Bremen wurde ein Elfer gegen Bayern nicht gegeben. Natürlich weiß man nicht, ob der das Spiel entscheidend beeinflusst hätte, nachdem es am Ende 4:0 für die Bayern stand, aber es ist schon lustig, dass dieser Tatbestand statistisch ohne Ergebnis untersucht wird, dabei reicht der Augenschein und in diesem Fall das Bekenntnis des Schiedsrichters, der das Foul von Boateng an Prödl im Strafraum übersehen hatte. Jedenfalls treffen die Bayern wie sie wollen, während man bei Schmelzer schon beim Ansatz eines Schusses lieber die Augen schließt. Die Schiedsrichter scheinen sich das üble Foul von Behrami an Mkhitaryan letzte Woche angesehen zu haben und haben jetzt im Spiel des HSV in Hoffenheim die Konsequenz gezogen. Bereits in der 19. Minute musste Drobny wegen einer Notbremse vom Platz. Am Ende stand es 3:0 und Zinnbauer beklagte wahrscheinlich die mangelnde Härte seiner Mannschaft. Der VfB geht sehenden Auges dem Abstieg entgegen, denn auch nach der 4:0-Klatsche in Leverkusen hält Dutt an Stevens fest, und niemand weiß warum. Und Hertha klaut Schalke beim 2:2 einen Punkt, weil Wellenreuther, der gegen den BVB noch so sensationell gehalten hat, zwei schwere Patzer unterliefen.

Die Wahrheit über den 24. Spieltag

Eigentlich war es zu erwarten, dass es kein attraktives Spiel werden würde, denn der unter Druck stehende HSV-Trainer Zinnbauer würde für einen Punkt alles tun. Er baute einen Riegel um die Abwehr und sagte den Spielern, auf die Knochen zu gehen. Und das taten sie dann auch. Hummels sagte nach dem Spiel zwar, das Spiel wäre hart, aber nicht überhart gewesen, aber das ist wahrscheinlich der Perspektive auf dem Platz geschuldet, wo man nicht immer alles mitbekommt, aber am Schirm sah es aus, als würde Behrami unbedingt einen der Dortmunder als Invaliden vom Platz schicken wollen. Jedenfalls war das im Zweikampf gegen Mkhitaryan der Fall, dem er mit Vorsatz seinen Ellbogen in den Hals rammte. Eine klare rote Karte, die den Verlauf des Spiels völlig auf den Kopf gestellt hätte, denn die Hamburger hätten fast die gesamte Zeit über in Unterzahl spielen müssen. Gagelmann gab dem Treter aber nicht mal gelb, so dass die Hamburger das als Aufforderung verstehen konnten, in diesem Stil weiterzumachen. Es war dann auch nicht Gagelmann, der Behrami vom Platz nahm, obwohl er sich noch drei weitere ähnlich hässliche Fouls leistete, sondern Zinnbauer, der es selber nicht glauben konnte, dass Behrami noch nicht mit rot vom Feld geschickt worden war. Insofern war das positivste an diesem Spiel, dass keiner der Dortmunder ernsthaft verletzt wurde, ja es klingt fast wie ein Wunder, denn die Hamburger hatten es auf nichts anderes abgesehen, um das Spiel zu zerstören und die Dortmunder davon abzuhalten, ihr Spiel aufzuziehen. Diese Spielweise wird immer wieder mit Worten umschrieben, wie »sich Respekt verschaffen« oder »bissige Spielweise«, dabei handelt es sich einfach nur um üble Treterei. Und selbst van der Vaart, der später eingewechselt wurde und eigentlich als feiner Techniker gilt, wurde mit dem Auftrag auf den Platz geschickt, Subotic zu provozieren, was er auch gleich tat, indem er in ihn auf den herauslaufenden Weidenfeller schubste, sodaß beide zusammenprallten. Als Subotic  sich dann vor van der Vaart hinstellte, fiel der sofort wie vom Blitz getroffen um. Gagelmann gab beiden gelb und van der Vaart hatte seinen Auftrag erfüllt. Ein unansehnliches, zerfahrenes Spiel, in dem der HSV so gut wie nichts zustande brachte: 4 Torschüsse (12 der BVB) und auch in allen anderen statistischen Belangen war der HSV unterlegen, nur bei den Fouls führte der HSV mit 23:12. Ein Spiel ohne Tore und zum Vergessen, denn man sah mal wieder, dass Mannschaften, die spielen wollen, nicht dafür belohnt werden und nicht mal vom Schiedsrichter geschützt werden. Aber krasse Fehlentscheidungen von Schiedsrichtern gab es auch in Augsburg, als in der 10. Minute ein Spieler von Augsburg im Strafraum klar von den Beinen geholt wurde, ohne dass es Strafstoß und eine rote Karte gegeben hätte. Immerhin ließ Gräfe dann die Augsburger schließlich doch gewinnen, indem er einen regulären Treffer der Wolfsburger einfach nicht anerkannte, aber daran sieht man, dass Spiele weniger durch das Auftreten der Mannschaften entschieden werden, sondern durch den Schiedsrichter. Klopp war schon froh, dass man den HSV auf Distanz gehalten hat, gegen den man leider eine desaströse Bilanz aufweist, aber gegenüber den Vereinen, die um die internationalen Plätze spielen hat Dortmund Punkte verloren, denn Schalke und Augsburg haben ihre Spiele gewonnen.

Die Wahrheit über den 23. Spieltag – Das 146. Derby

Als in der 78. Minute das 1:0 im Revierderby BVB gegen Schalke fiel nachdem ein vom Gegner abgeprallter Ball Aubameyang vor die Füße fiel, der ihn am Torwart vorbei in die Ecke spitzelte, da fiel allen eine Zentnerlast von den Schultern. Diesmal aber machte Aubameyang keinen Salto, sondern er lief hinter das Schalker Tor, wo er vorher unbemerkt eine Batman-Maske versteckt hatte. Aubameyang als Batman und Reus mit einer Augen-Maske als Robin. Damit lagen sie sich in den Armen und jubelten und diese ganz und gar kindische Freude war entzückend anzusehen, und diese Aktion spricht vom Selbstbewusstsein des Gabuners, weil er offenbar schon vor dem Spiel davon überzeugt war zu treffen. Allerdings, wer sollte in Dortmund sonst treffen? Bei der Ladehemmung, die die gesamte Mannschaft befallen hat. Diesmal aber sah alles ganz anders aus, auch wenn bis zum erlösenden ersten Tor fast achtzig Minuten vergehen mussten. Und ausgerechnet Aubameyang erwies sich als der größte Chancentod, immerhin versiebte er drei Hundertprozentige. 31 zu 3 Torschüsse standen am Ende zu Buche, und die drei Schüsse von Schalke trafen dabei nicht mal das Tor, während gute zehn riesige Tormöglichkeiten für den BVB sprachen. Oder eben auch nicht, denn am Ende des Spiels beschlich mich langsam das Gefühl, dass trotz der aberwitzigen Überlegenheit es ein Tag werden könnte, an dem das gegnerische Tor einfach vernagelt war. Aber das Erstaunliche war, dass die Dortmunder zu keiner Phase des Spiels nachließen, dass sie Schalke ständig unter Druck setzten oder in den Ruhephasen laufen ließen, indem sie den Ball cool in den eigenen Reihen hielten. Fast alle Spieler traten wie entfesselt auf, als hätte es nie eine Krise gegeben, in der fast alle weit unter ihren Möglichkeiten spielten. Gündogan spielte grandios und bereitete in einer sensationellen Energieleistung mit einer Flanke das 2:0 durch Mhkitaryan vor. Und der wurde dann von allen besonders gefeiert, weil ihm seit gefühlten fünf Jahren endlich wieder ein Treffer gelungen war. Alle umarmten ihn und man sah sein glückliches Gesicht aus der Masse seiner Mitspieler hervorlugen. Wie lange schon hatte ich ihm diesen Treffer schon gewünscht, weil man den Knoten förmlich spürte, der sich bei ihm in Unsicherheit und Verzagtheit niederschlug. Aber wie fast alle seine Kollegen schien er seinen verpassten Möglichkeiten nicht lange nachzutrauern, sondern er machte weiter. Und das war das Besondere. Der BVB hielt das Niveau hoch, während Schalke wahrscheinlich vollkommen überrascht war, dass es diesmal mit der defensiven Taktik Di Matteos und dem Hoffen auf gelegentliche Konter, mit denen so viele limitierte Mannschaften in Dortmund gepunktet hatten, diesmal nicht klappte. Schalkes Auftritt war unterirdisch und nicht wirklich erklärlich, denn mit ihrem Catenaccio hatten sie bislang ja durchaus Erfolg, jedenfalls mussten sie im Unterschied zum BVB nur wenige Gegentore hinnehmen. In diesem Spiel allerdings hätten es auf einmal auch acht oder sogar noch mehr Tore sein können. Wenn der BVB so weitermacht, wovon man allerdings nicht ausgehen kann, dann könnte man tatsächlich noch an den internationalen Plätzen schnuppern. So aber ist es einfach nur schön, dass man wieder weiß, wie schön sie spielen können, denn mit Kagawa, Sahin, Gündogan, Hummels, Reus, Mhkitaryan und Aubameyang hat man ein unglaublich technisches Potential.

Die Wahrheit über den 22. Spieltag

Mit den guten Nachrichten, die sich, wie ich vor einer Woche schrieb, in Dortmund auffällig häufen, ist es schon wieder vorbei. Dortmunder Fans solidarisierten sich mit den »Boyz Köln«, die vor einer Woche das Spielfeld gestürmt hatten mit dem Plakat »Je suis Boyz Köln«. Was für Fans das waren, darüber war nichts zu erfahren, aber innerhalb der geölten Medienmaschine mit Spielern, die mehr Gel im Haar haben als Grips im Kopf, war es immerhin eine nette Provokation. Dann ließ noch Immobile seinem Frust in der »Gazzetta dello Sport« freien Lauf, weil er nur noch auf der Bank sitzt. Obwohl er 10 bis 11 Kilometer im Spiel laufe, werde er kaum angespielt. Das ist ein wenig so wie früher auf dem Bolzplatz, als sich auch jeder darüber beschwerte, weil er nicht dauernd den Ball kriegte. Das Problem ist vielmehr, dass er offenbar immer noch nicht das Spielsystem Klopps begriffen hat. Er sieht sich als ein Einzelspieler, auf den das Spiel zugeschnitten sein muss. Dann würde er wahrscheinlich auch glänzen, wenn alles klappt, aber würde er einen schlechten Tag erwischen oder ihn jemand aus dem Spiel nehmen, dann würde das ganze Spiel darunter leiden, weshalb ein solche Spielweise nicht sonderlich zeitgemäß ist. Dass er allerdings unter der Mentalität der Deutschen leiden muss, kann ich gut verstehen, vor allem, wenn es wie in den letzten Wochen, wenig zu lachen gab, wobei ich mir nicht so sicher bin, ob die Leute in Turin, wo Immobile zuletzt gespielt hat, wirklich so viel anders sind als die Deutschen, auch wenn dort Revolten und Streiks stattfanden, wie es sie in Dortmund meines Wissens nie gab, was für die historische Psyche der Einwohner nicht ganz unerheblich ist. In Dortmund lässt sich die in einem Wort zusammenfassen: »Maloche«. Noch bedenklicher erscheint mir, dass er offenbar keinen freundschaftlichen Kontakt zu seinen Teamkollegen hat. Wenn da was dran sein sollte, dann wäre es zumindest kein Wunder mehr, dass es bei Dortmund gerade so schief läuft, auch wenn sie zum 3. Mal hintereinander gewonnen haben. Aber auch der Sieg in Stuttgart war keine große Meisterleistung, denn der VfB ist völlig von der Rolle und war kaum in der Lage, mal in den gegnerischen Strafraum zu kommen. Aber es reichte zweimal dort aufzutauchen, um zwei Tore zu schießen. Und wenn Baumgartl nicht die schöne Vorlage auf Reus gegeben hätte, die der zum 3. Dortmunder Treffer nutzte, dann hätte es ein Unentschieden gegeben, egal wie verdient letztlich der Dortmunder Sieg war. Trotzdem kommen die Dortmunder langsam wieder in Tritt, aber ob es gegen Juve und Schalke reichen wird, ist noch lange nicht ausgemacht, denn das sind Gegner von einem anderen Kaliber. Erschreckend hingegen war die Leistung des für Kampl eingewechselten Mkhitaryan, dem kaum etwas gelingen wollte. Da lief ein Schatten seiner selbst auf dem Platz herum, dem fast alle Zuspiele mißlangen und der so zuverlässig beim Gegner hängen blieb wie sonst nur Großkreutz. Leider muss man konzedieren, dass die guten und aufregenden Spiele z.Z. woanders stattfinden, nämlich in Augsburg, wo es ein verrücktes 2:2 gegen Leverkusen gab, weil dem Torwart Hitz in der allerletzten Sekunde der Verlängerung der Ausgleich gelang, der hochverdient war, weil den Augsburgern ein glasklarer Elfmeter verweigert wurde und die Leverkusener um eine rote Karte herumkamen.

Die Wahrheit über den 21. Spieltag

Die guten Nachrichten aus Dortmund häufen sich auffällig: Der Fluch des BVB mit dem schon fast in Vergessenheit geratenen Niebaum, der als Präsident sagenhafte 250 Millionen Euro Schulden angehäuft hatte, steht vor Gericht wegen Betrug. Er hat als Anwalt einfach Unterschriften gefälscht, um noch an Geld ranzukommen, das ihm niemand mehr geben wollte. Vielleicht ist das das tatsächliche Ende eines bösen Voodoo-Zaubers. Marco Reus hat sich die Ausstiegsklausel abkaufen lassen, bis 2019 verlängert und mit geschätzten acht Millionen Jahresgage plus Werbeprämien das Gehaltsgefüge des BVB gesprengt, auf das Watzke bislang so viel Wert gelegt hat, aber nun nicht mehr einhalten kann, wenn er nicht weiterhin die besten Spieler an Bayern verlieren will. Dortmund geht ins Risiko, denn es gibt noch ein paar andere Kandidaten, die mit Verweis auf Reus nun ihr Gehalt aufgebessert sehen wollen, und das alles ohne CL-Einnahmen im nächsten Jahr. Und Reus fährt nicht mehr selber Auto, sondern lässt sich jetzt von Aubameyang im Lamborghini nach Hause fahren. Und man hat gegen Mainz zum 2. Mal hintereinander gewonnen, und zwar 4:2. Das hört sich nach den alten Traumergebnissen an, aber bei genauerer Betrachtung war die Sache doch wackliger, als man nach dem Ergebnis vermuten könnte, denn nicht nur kassierte die Dortmunder Wackelabwehr nach Slapstickeinlagen von Subotic und Weidenfeller schon in der 1. Minute das 1. Tor, auch in der Folgezeit glänzten die Dortmunder nicht gerade mit großartigem Fußball, und nichts deutete darauf hin, dass sich das in der 2. Halbzeit ändern würde. Aber es änderte sich und plötzlich fielen die Tore wie reife Früchte. Vor allem die Zaubersteilvorlage von Reus mit dem Außenrist auf Aubameyang war ein Fußballmoment von einem anderen Stern. Schon allein dieser kleine Augenblick versöhnte mit vielen bitteren Stunden. Immer noch aber ist die Abwehr ein Torso und für ein oder zwei Tore gut, d.h. die Offensive muss immer mindestens drei Tore schießen, damit der BVB am Ende gewinnt. Das könnte schwierig werden, ist aber nicht hoffnungslos. Das Problem ist, dass man mit Sahin und Gündogan zwei Spielgestalter auf der sechs hat, die nicht die Abräumermentalität eines Kehl oder Bender haben, die vor der Abwehr der Viererkette etwas das Leben erleichtern. Jedenfalls ist alles wieder offen. Aber es ist noch lange nicht alles in Butter und schon die nächste Partie gegen Stuttgarter, die mit dem Rücken zur Wand stehen, wird zeigen, ob die Dortmunder auch gegen solche Gegner bestehen können. Und sonst? Die Minikrise der Bayern ist schneller abgeklungen als sie überhaupt gekommen ist. Gegen völlig überforderte Hamburger feierten sie mit 8:0 ein Schützenfest und man konnte wieder den selbstgefällig grinsenden Robben sehen, der sich gleich den rechten Schuh putzen ließ, weil er mit dem auch mal getroffen hat. Aber nicht in München, sondern in Leverkusen fand das torreichste Spiel des Tages statt. 4:5 stand es am Ende gegen Wolfsburg, die in der 1. Halbzeit mit einem 3:0-Vorsprung wie die sicheren Sieger aussahen, bevor Leverkusen in der 2. Halbzeit noch den 4:4-Ausgleich schaffte. Erst mit dem letzten Angriff der Wolfsburger köpfte Dost seinen 4. Treffer in diesem Spiel und stürzte die Leverkusener in einen Abgrund der Verzweiflung. Nicht zu vergessen die 1:0-Niederlage der Schalker in Frankfurt. Die war auch schön.

Die Wahrheit über den 20. Spieltag

Hat man bei 3:0 in Freiburg wieder den alten BVB gesehen? Es sah jedenfalls so aus. Allerdings hat Freiburg einen schwarzen Tag erwischt. Das sind alles Dinge, die sich nicht rational erklären lassen, denn die letzten beiden Spiele der Freiburg waren beeindruckend. Warum der Freiburger Frantz gleich in den 9. Minute einen Pass zu seinem Torwart spielt, der zu einer genauen Vorlage für Aubameyang wird und zum 1:0 durch Reus führt, wird niemand verstehen. Nicht nur, dass das eigentlich bislang eine Spezialität der Dortmunder war, auch sind solche Bälle unerklärlich, wenn sie aus einer völlig unbedrängten Situation heraus gespielt werden. Sicher, die Dortmunder spielten Pressing und liefen die ballführenden Spieler an, aber wie man sich aus solchen Situationen löst, ist ja wohl Bestandteil eines jeden Trainings. Dennoch, es lässt sich nicht alles mit einem schlechten Tag der Freiburger erklären. Die Dortmunder haben diesmal mit Kagawa, den man schon in der Versenkung hat verschwinden sehen, wieder ordentlich Wirbel veranstaltet, und wenn man das 3:0 gesehen hat, dann war man fast wieder mit all den schlimmen Niederlagen versöhnt, denn dem Tor ging eine die Freiburger völlig verwirrende Kombination über sechs, sieben Stationen voraus bis zum freistehenden Aubameyang, der immer noch der Coolste im Torabschluss ist, während Immobile sich diesmal nicht mal im Kader befand. Kaum zu glauben, wenn Klopp sagt, er habe nur an »kleinen Stellschrauben gedreht«, so unterschiedlich war das Spiel im Vergleich mit dem letzten gegen Augsburg. War es wirklich nur das Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten, das gefehlt hat und diesmal vorhanden war? Jedenfalls könnte das tatsächlich der Wendepunkt gewesen sein, denn diesmal gab man das Spiel nicht mehr aus der Hand wie gegen Paderborn, diesmal war wieder so etwas wie Spielfreude zu erkennen. »Es reicht nicht«, sagte Klopp, »wenn nur ich an die Spieler glaube. Die Spieler müssen auch selbst an sich glauben. Das haben sie heute gut gemacht.« Auch wenn man weiß, dass Vorhersagen im Fußball nicht sehr zuverlässig sind, Dortmund hat jetzt die Chance, gegen Mainz mit dem zweiten Sieg in Folge dieses in Freiburg aufkeimende Selbstbewusstsein zu stabilisieren, denn Mainz verlor zu Hause gegen eine Hertha, die nach drei Niederlagen zuletzt völlig von der Rolle und ein leichtes Opfer schien. Aber Mainz spielte ohne Druck und Tempo, und so lässt sich auch eine Mannschaft nicht schlagen, die einen Manager hat, der mit der Trainerentlassung von Luhukay wieder einmal nur seine eigene Unfähigkeit unter Beweis gestellt hat. Jedenfalls ist Dortmund wieder dran, und das nächste Spiel wird richtungsweisend sein, denn man muss auch wieder die Fans zurückgewinnen, die nach langer Leidenszeit zuletzt zu Hause gegen Freiburg zum ersten Mal die Schnauze voll hatten und riefen: »Wir wolln euch kämpfen sehn.« Am Kampf jedoch lag es am allerwenigsten, denn die Spieler gaben ja alles, sie waren nur nicht in der Lage, vernünftig zusammenzuspielen. Und sonst? Hamburg gewinnt durch zwei abgefälschte Tore unverdient gegen Hannover. Bayern schießt zweimal aufs Tor und gewinnt 2:0 gegen bessere Stuttgarter, und niemand weiß, warum das so ist. Und Schalke grätschte und ackerte sich gegen Gladbach zu einem dreckigen 1:0.

Die Wahrheit über den 19. Spieltag

Der Alptraum nimmt kein Ende. Herr Dobler aus Augsburg wäre vorher mit einem 4:4 zufrieden gewesen, aber er wusste nicht, wie Dortmund in den letzten Spielen aufgetreten war. Dortmund galt als haushoher Favorit, aber ich wusste es besser und war zumindest skeptisch. Außerdem hatte Augsburg immer wieder aufs Neue bewiesen, dass sie oben mitspielen können und inzwischen sogar auf dem CL-Qualifikationsplatz stehen. Es war also klar, dass Augsburg aus einer kompakten Deckung heraus nur auf die Fehler der Dortmunder warten würde, genau das Konzept, gegen das Dortmund einfach kein Mittel findet. Aber Augsburg kann auch noch mehr. Sie hatten sich mehr klare Möglichkeiten als die Dortmunder und deshalb war der Sieg auch verdient. Dortmund spielte in seiner nominell stärksten Aufstellung. Gündogan und Sahin waren wieder dabei, und vorne tummelten sich Aubameyang, Reus und Kampl, später Kagawa und Mkhitaryan. Alle sind fit, wie Klopp noch einmal betonte. Zumindest daran liegt es also nicht mehr, wie noch am Anfang dieser Saison, als keine vernünftige Vorbereitung möglich war. Und dennoch: Es läuft nichts mehr zusammen, was man zu sehen bekam, war von erschreckender Hilflosigkeit, und als man am Ende in die Gesichter blickte, da sah man Verzweiflung, Niedergeschlagenheit und Ratlosigkeit. Jeder einzelne ist nur noch ein Schatten seiner selbst. Schmelzer schlug sensationelle Luftlöcher, ließ sich den Ball durch die Beine schieben, niemand traute sich etwas zu. Und so kam wieder ein kurioser Treffer zustande. Altintop spazierte durch die gesamte Abwehr, bis Schmelzer in einer letzten Rettungsaktion den Ball Bobadilla vor die Füße spitzelte, der sich diese astreine Vorlage gar nicht entgehen lassen konnte, obwohl er einen Ruf als Chancentod zu verteidigen hat. Und auch der Platzverweis des Augsburgers Jancker in der 64. Minute und die zahlenmäßige Überlegenheit in der letzten halben Stunde trug nicht dazu bei, dass der BVB in irgendeiner Weise souveräner aufgetreten wäre. Das Rätsel bleibt. Der Schrecken nimmt kein Ende. Jetzt geht es nach Freiburg, dem direkten Abstiegskonkurrenten, der allerdings gegen Gladbach weit besser aufgetreten ist und nur unglücklich verloren hat. Wie überhaupt keine einzige Mannschaft in der Liga derzeit solche desolaten Leistungen zeigt wie der BVB. Der steht so schlecht da wie noch nie, sieht man von der Saison ab, als sie abgestiegen sind. Immerhin sind sie in der Rückrunde bisher auch nicht schlechter als Bayern, die ebenfalls nur einen Punkt aus zwei Spielen gezielten. Allerdings gegen gut aufgelegte Wolfsburger und gegen ein unfähiges Schalke, die mit einem Mann mehr fast über die gesamte Spielzeit, und einem Elfer, den Choupo-Moting quasi wie einen Rückpass auf Neuer schoss, ein sehr unglückliches Unentschieden herausholte. Jetzt quält Guardiola die Vision, es könne den Bayern so ergehen wie den Dortmundern, und daran sieht man, dass auch fähige Trainer sich um möglichst große Geistesverlassenheit bemühen. Selbst Bremen trumpfte mit einem Auswärtserfolg in Hoffenheim auf, Frankfurt bewies mit einem Remis gegen Wolfsburg, dass die Pleite in Freiburg nur ein Ausrutscher war, und Hamburg setzte sich mit einem 3:0 in Paderborn auf Platz 13 ab. Nur Stuttgart, Berlin und Freiburg halten den Dortmundern da unten noch die Treue.

Die Wahrheit über den 18. Spieltag

Die Vorbereitung sei ganz prima gewesen. Endlich mal drei Wochen am Stück mit allen Spielern an Bord. Das Ergebnis jedoch ist mager. Im Testspiel gegen Düsseldorf vergangene Woche konnte man wieder die üblichen Symptome der Dortmunder Krankheit bewundern. Ein missglückter Pass von Hummels in die Beine des Gegners bescherte den Düsseldorfern gleich eine hundertprozentige Chance. Und aus einer ganz normalen Spielsituation heraus hebelten die Rheinländer mit drei/vier einfachen Pässen die Dortmunder Abwehr aus und erzielten das 1:0. Wenn so eine gute Vorbereitung aussieht, wie sieht dann eine schlechte aus? Für das Spiel gegen Leverkusen war also nichts gutes zu erwarten. Und tatsächlich neutralisierten sich beide Mannschaften in einem Kampfspiel, in dem die Qualität auf der Strecke blieb. Beim BVB wurde eine Fehlpassquote von 54 Prozent gemessen. Und auch Leverkusen machte es als Champions-League-Aspirant nicht wesentlich besser. Die Abwehr der Dortmunder lässt sich nach wie vor leicht ausspielen, was man in einigen Situationen merkte, von denen es Gottseidank nicht viele gab. Klopp war dennoch zufrieden, denn es ging ihm um Stabilität, und die scheint es nur bei einer hohen Passungenauigkeit zu geben, d.h. die Dortmunder bolzten die Bälle aus Gründen der Sicherheit einfach nach vorne oder anders ausgedrückt, sie versuchten, möglichst schnell das dichtgestaffelte Mittelfeld zu überbrücken. Der Abstiegskampf wurde in diesem Spiel Wirklichkeit. Die gute Nachricht: Dortmund hat ihn angenommen. Die schlechte Nachricht: Es geht auf Kosten der Attraktivität. Und eigentlich mag man solche Spiele nicht sehen. Vor allem dann nicht, wenn man weiß, was möglich wäre. Kevin Kampl, für 12 Millionen von Salzburg gekommen, hat sich immerhin gut in das Spiel des BVB eingefügt. Er ist noch mehr gerannt als Großkreutz und setzte zu 36 Sprints an. Das Problem aber bei all dem Gerenne: Es ist nicht mehr effektiv wie früher einmal. Eher schon hat man das Gefühl, dass sie damit ins offene Messer laufen, denn statt dem Gegner den Ball abzujagen, eröffnen sie ihm Räume. Immerhin ein Punkt, und damit tröstet sich auch Klopp, denn auch in den Hochphasen war man nicht unzufrieden, wenn man in Leverkusen einen Punkt mitnahm. Allerdings hat Freiburg mit einem 4:1 gegen die Eintracht, die ein Blackout hatten und einen sicheren Sieg verspielten, nun den BVB überholt und ihm den letzten Platz überlassen. Und dieser Absturz ist einzigartig. Selbst Manchester United unter van Gaal hat sich wieder auf Platz 3 vorgearbeitet und deren Untergang hatte ich für viel wahrscheinlicher gehalten. Immerhin also ein Punkt und keine 4:1 Klatsche, wie sie die Bayern in Wolfsburg bekamen. Leider, denn von mir aus kann Bayern gegen jeden verlieren, aber doch nicht gegen Wolfsburg, gegen eine ordinäre Automarke, die sich einen Verein hält wie ein Maskottchen und von Steuergeldern alles kauft, was der Markt so bietet, so lange es so bieder und angepasst ist wie ein rot- und pausbäckiger Belgier oder ein Trainer, der den VW-Chefs so tief in den Enddarm kriecht, dass nicht mal mehr der Trainingsschuh herausschaut, und dabei die Bayern auf unterwürfige Weise anfleht, ihn doch bitte wenigstens Zweiter werden zu lassen, was sich nur als Bewerbungsschreiben für den Posten als nächster Cheftrainer verstehen lässt.

Die Wahrheit über den 17. Spieltag

Seit Wochen schon laufen ein paar Fans in der Respect-Bar mit Krücken herum. Ein Sinnbild für die Lage des BVB. Und Freund Wiglaf sagte seinen Besuch in der Bar ab, weil er kein gutes Gefühl hatte. Darauf ist zwar nicht immer Verlass, denn gegen Wolfsburg hatte er einen »Zwanni« auf den BVB gesetzt, war aber immerhin nah dran, wenn Kehl nicht diesen Aussetzer gehabt hätte und Naldo nicht kurz vor Schluss… Ich hatte auch kein gutes Gefühl, ging aber trotzdem, wahrscheinlich weil ich mir im Innersten meines Herzens trotzdem Hoffnungen auf die schlechteste Abwehr der Liga, nämlich Bremen, machte. Aber wenn Dortmunds Abwehr an diesem Tag so stabil gewesen wäre wie die von Bremen, dann hätte es vielleicht wenigstens ein Unentschieden gewesen, und in dieser Verfassung muss man bei Dortmund für jeden Punkt dankbar sein. Gegen Bremen bewahrheiteten sich jedenfalls die schlimmsten Befürchtungen. Dortmund spielte pomadigen Sicherheitsfußball, der schon in der 3. Minute ad absurdum geführt wurde, als Hummels durch einen Stellungsfehler den U19-Spieler Selke ziehen ließ, der mit einer Coolness verwandelte, die keiner der Dortmunder auch nur annähernd hinkriegen würde. Aber auch danach änderte sich nicht der Stil. Kein schnelles Umschalten, sondern langsames Sich-nach-vorne-tasten, bis man irgendwann im dichten Abwehrnetz der Bremer den Ball verlor, die den Dortmundern ein ums andere Mal vormachten, wie man schnell nach vorne spielt. Der BVB hatte in der ersten Halbzeit so gut wie keine Chance, nur einige Schüsse aus der zweiten Reihe, die meilenweit neben das Tor gingen. Niemand strahlte so etwas wie Gefahr aus. Kam der Ball auf die Flügel stoppten Piszczek und Schmelzer beim Gegner regelmäßig ab und spielten zurück. Es gab keine Kombinationen, schon gar keine überraschenden, nur ein Ballkreiseln, mit dem man sich bis zu 70 Prozent Ballbesitz erarbeitete, das mehr ein bräsiges Ballverwalten war. Auch beim 2:0 wurde Hummels im entscheidenden Moment von Selke ausgespielt, der dann eine sehenswerte und genaue Flanke spielte, bei der Bartels nur noch den Fuß hinhalten musste. Auch wenn Hummels seine Schnitzer mit einem Kopfballtor nach einer Ecke zumindest zur Hälfte wieder gutmachte, es war ein spielerischer Offenbarungseid, den der BVB da leistete. Und Hummels war es dann auch, der dann deprimiert bekannte: »Eine Garantie dafür, dass es besser wird, gibt es nicht.« Klopp setzt jetzt auf die Winterpause, in der ein paar Verletzte wieder zurückkommen könnten und in der danach, wie Klopp meinte, es wesentlich schwieriger wird, Dortmund zu schlagen. Die entscheidende Frage aber ist, wie bringt man wieder das Spielerische und das Leichte ins Spiel der Dortmunder zurück? Wie knackt man die Verunsicherung, die Ängstlichkeit, die Depression? Vier Punkte hat Dortmund in der Vorrunde auswärts geholt. So wenig wie noch nie. Und die Hälfte aller Mannschaften, die die Vorrunde mit 15 Punkten abgeschlossen haben, sind am Ende dann auch abgestiegen. Es besteht also eine 50-prozentige Wahrscheinlich, nicht abzusteigen. Dafür müssten sich einige Dinge ändern, von denen ich nicht weiß, wie sich das bewerkstelligen lässt. Klopp ist nicht zu beneiden, denn niemand weiß, wie Dortmund aus diesem Loch wieder herauskommen kann. Auch Klopp nicht, von ihm aber wird es erwartet.

Die Wahrheit über den 16. Spieltag

Kaum spielt Dortmund gegen eine Mannschaft in der oberen Tabellenregion, sieht das Ganze schon wesentlich besser aus. Gegen den Zweiten Wolfsburg hatte man schon in den guten Zeiten manchmal schlecht ausgesehen, aber diesmal waren die Dortmunder nicht ängstlich und zögerlich wie in dem katastrophalen Spiel gegen Hertha, sondern setzten die Wolfsburger früh unter Druck, denen dann auch prompt Fehler unterliefen, die Immobile allerdings nicht zu nutzen wusste. Immobile allerdings machte diesmal sein bestes Spiel für Dortmund, war ein ständiger Unruheherd und gewann für einen Stürmer sensationelle 70 % seiner Zweikämpfe, es gelang ihm sein erster Assist, eine präzise Flanke auf Aubameyang, die der nur noch über die Linie zu drücken brauchte, und Immobile gelang durch einen Gewaltschuss in die Ecke auch das 2. Tor für die Dortmunder. Er hatte noch ein paar tolle Szenen mehr, scheiterte aber unglücklich am Wolfsburger Keeper. Den Wolfsburgern hingegen, die trotz des Pressings und vereinzelter Fehler ruhig blieben und mit De Bruyne einen Mann hatten, der durch kluges und präzises Passspiel die Dortmunder Abwehr in unangenehme Situationen brachte, reichten zwei Standardsituationen und zwei Fehler, um zu einem Unentschieden zu gelangen. Der erste Fehler unterlief dem Weidenfeller-Ersatz Langerak, der einen in die Torwartecke geschlagenen Freistoßball zu spät sah, was ihn nicht gut aussehen ließ. Beim späten Ausgleichstor (85. Minute) war es Kehl, der Naldo bei einer Ecke aus den Augen verlor, so dass der völlig unbedrängt einköpfen konnte. Diese Fehler sind den Dortmundern früher nicht unterlaufen, vielleicht wurden sie auch nicht immer so prompt bestraft wie zur Zeit, und umgekehrt gelingt es den Dortmundern nicht, die Fehler des Gegners so konsequent auszunutzen, wie es nötig wäre, um eine Mannschaft wie Wolfsburg zu bezwingen. Der nächste Gegner jedenfalls wird nicht so einfach sein. Der heißt Bremen, ist Tabellenletzter und wird durch eine kämpferische Mauertaktik den Dortmundern ein Spiel aufdrücken, mit dem sie nicht umgehen können. Und wenn alles so läuft wie bislang, können sich die Bremer darauf verlassen, dass die Dortmunder mindestens für ein Tor ins eigene Netz gut sind. Dann würden die Dortmunder möglicherweise auf dem letzten Tabellenplatz überwintern, wenn Freiburg zu Hause gegen Hannover gewinnt, was nicht ganz so unwahrscheinlich ist. Der Abstiegskampf hat jetzt richtig angefangen. Und dafür ist Immobile möglicherweise genau der richtige Mann, denn um aus dem Tabellenkeller zu kommen braucht man einen Wühler, der »mit dem Messer zwischen den Zähnen« (Immobile) in die Zweikämpfe geht. Und insofern war die Verpflichtung des Italieners gar nicht so schlecht wie ich bislang vermutet habe. Vielleicht braucht Dortmund dringend die Winterpause, um sich neu zu sortieren und ein paar Spielabläufe neu einzustudieren, die aus welchen Gründen auch immer verloren gegangen sind. Langsam gerät das spektakuläre Absacken der Dortmunder aus den Schlagzeilen und wird zur Meldung, die niemanden mehr verwundert. Dafür hat sich jetzt Reus wieder zurückgemeldet. Mit einem Strafbefehl von 540.000 Euro für Fahren ohne Führerschein mit einem Aston Martin bessert er die leere Kasse der Dortmunder Stadt nicht unerheblich auf. Der BVB ist einfach für alles zuständig.