Ich wußte es. »Um ganz oben anzuklopfen, haben wir einige Male zu oft unentschieden gespielt«, sagte René Adler. Und zwar elf Mal. Diesmal gegen eine der überflüssigsten Mannschaften, die die Bundesliga zu bieten hat (außer Schalke natürlich), nämlich Köln, wo der unattraktivste Fußball gespielt wird. Könnte also sein, daß Leverkusen die Saison ohne Niederlage übersteht, aber eben doch nicht Meister wird, und es sieht ganz so aus, als ob Bayern München gar nicht auf das direkte Duell warten müßte, um die Tabellenspitze zu übernehmen (eine Prognose, die ich leichthin riskiere, auch wenn bei Redaktionsschluß noch nicht bekannt war, wie hoch Bayern gegen den HSV gewonnen hat). Es ist halt wie fast immer, und deshalb ist die Meisterschaft auch so langweilig. Viel spannender war natürlich die 135. Auflage des Ruhrderbys. Und da entpuppte sich Magath als autoritärer Unsympath, weil er Kuranyi in Schutz nahm, der nicht nur von der plötzlichen Selbsterkenntnis geschlagen wurde, »nichts im Hinterkopf« zu haben, sondern sich auch noch als hinterhältiger Fiesling entpuppte, der einen Unterkieferbruch von Mats Hummels verursachte, einem der besten Dortmunder, so daß dieser bis zu sechs Wochen ausfallen wird, ein mindestens so übles Foul wie das von dem damaligen Bayern Salihamidzic an Kehl, das ebenfalls nicht einmal mit gelb geahndet wurde. Kuranyi hatte Hummels einfach auf den herausstürzenden Weidenfeller geschubst, was Magath mit den skandalösen Worten kommentierte: »Ich habe Weidenfeller nicht gesagt, daß er Hummels mit der Faust ins Gesicht schlagen soll.« Was er stattdessen gesagt hat, wissen wir nicht, aber wahrscheinlich gab er Kuranyi den Tip, Hummels egal wie aus dem Gefecht zu nehmen, weil der Schalker bis dahin keine Schnitte gemacht hatte. Ich bin immer wieder erstaunt, wie Bilder kommentiert werden, die so eindeutig sind, daß nur ein Blinder ihre Wahrheit leugnen kann. Natürlich hat Kuranyi die Situation erkannt, natürlich sah er, daß Hummels und Weidenfeller aufeinander zulaufen und daß er den Ball nicht kriegen würde, und deshalb hat er Hummels den entscheidenden Stoß mitgegeben, der zu der Katastrophe führte. Daß das ein »glasklares Foul« war, sagte auch Hummels, auch wenn er Kuranyi entschuldigte, indem er den Stoß mit der Hitze des Gefechts entschuldigte. Klopp sagte hingegen, daß er »lieber unter der Berichterstattung als unter den Schiedsrichtern leiden« würde, denn den Dortmundern wurde ein überdeutlicher Elfer verweigert. Und damit hätte es schon mal 2:2 gestanden, und das hätte schon mal wesentlich besser ausgesehen, auch wenn Großkreutz und Valdez kläglich vor dem Tor versagten, während Schalke durch einen Glücksschuß den Siegtreffer erzielte. Der Fußballspezialist Joe Bauer hätte Valdez, der auch noch den Ausgleich der Schalker verschuldete, zum Fußballer des Jahres vorgeschlagen, und auch ich würde den Mann am liebsten zu Schalke abschieben. Da könnte er für die nächsten zehn Jahre dafür sorgen, daß Schalke auch in den nächsten 50 Jahren nicht Meister wird. Selten einen ineffektiveren Ballverstolperer und eine lahmere Ente als Valdez gesehen. Mit ihm kann sich der BVB einen internationalen Platz abschminken.
Feuilleton,das; Bushido, Rapperchen; Westerwelle, Guido
Die Hitparade der peinlichen Personen No Comments »Ich werde die Warnung Maxim Billers ernst nehmen und »Axolotl Roadkill« nicht lesen, denn ich bin schon über dreißig und über Dreißigjährige sollten das Buch lieber nicht lesen, meinte Biller, wodurch ich immerhin erfuhr, daß Biller auch schon dreißig ist. Wie die Zeit vergeht. Jedenfalls war das Buch der Aufreger im Feuilleton. Weil die Autorin bei der Niederschrift noch nicht volljährig war, hatte man sie sofort ins Herz geschlossen, denn die älteren Herren im Feuilleton mögen blutjunge Mädchen, die schreiben, daß sie »zu qualitativ hochwertigen Hardcorepornos wichsen«. Das regt die Phantasie an und macht aus jemanden, der möglicherweise bloß die Tinte nicht halten kann, gleich eine Ausnahmeschriftstellerin. Als dann allerdings herauskam, daß sich Helene Hegemann bei anderen Autoren bedient hatte, war die Romanze schnell vorbei. Und wie immer bei enttäuschten Liebhabern machten sich Rachegefühle breit. Die Autorin hätte nicht nur geklaut, sondern könne außerdem gar nicht bzw. nur grottenschlecht schreiben.
Ein Stoßseufzer ging durchs Feuilleton, das sich wünschte: »Es wäre schön, wenn man jetzt einfach noch mal von vorne anfangen könnte.« Helene Hegemann wurde als »altklug« bezeichnet, als jemand, der »nur klug daherredete. Eine junge Frau, die offenbar viel gelesen und noch viel mehr über Gelesenes gehört hatte.« Mit herablassendem Gestus urteilte man über Helene Hegemann, gelungen war einem dabei das perfekte Selbstporträt eines Feuilletons, das noch nie etwas anderes gemacht hat, als altklug und verquast daherzureden. In einer Branche, in der Abschreiben zum Alltagsgeschäft gehört, wo das Plündern der Ideen anderer zum Wesensmerkmal gehört, wurde das Vergehen plötzlich zu einem literarischen Verbrechen. Dabei hatte Helene Hegemann bloß versucht, nach dem Diktum des Comte de Lautréamont zu handeln, auch wenn sie den Autor wahrscheinlich gar nicht kennt, aber dafür bin ich ja da: »Das Plagiat ist notwendig. Der Fortschritt schließt es ein. Es folgt eng dem Satz eines Autors, bedient sich seiner Ausdrücke, tilgt eine falsche Idee, ersetzt sie durch eine richtige Idee.«
Ob es ihr gelungen ist, ist eine andere Frage, die ich nicht beantworten kann, weil ich schon über Dreißig bin, wenn auch nur knapp. Hinter der Debatte, ob Abschreiben legitim ist, steckt die Vorstellung von der strikten Originalität eines Autors. Aber diese geniehafte Originalität gibt es nicht, denn der Mensch ist ein nachäffendes Wesen. Und das ist er bis ins hohe Alter hinein, denn diesen Akt nennt man Lernen. Erst aus der Kombination von angeeignetem Wissen kann etwas Neues entstehen, und deshalb hat Lautréamont mit seinem Diktum eigentlich nur ausgedrückt, was sich gesellschaftlich sowieso vollzieht, aber der Vorstellung des Menschen von sich selbst als etwas Erhabenes widerspricht.
Jetzt hat Durs Grünbein sich auch noch gemeldet. Er hat in einem Artikel von Gottfried Benn aus den zwanziger Jahren, in dem der damals schon weihevolle Sülzkopf Benn eine heute unbekannte Autorin gegen Plagiatsvorwürfe verteidigte, ein paar Namen ausgetauscht und zu 99 Prozent unverändert übernommen, wie Frank Schirrmacher stolz auf diese depperte Idee verkündete. Und dann setzte er noch seinen Namen drüber. Auch wenn die beiden Komiker der Debatte ein »parodistisches Schlußlicht aufsetzen« wollten, geht es eben nicht darum, einfach etwas zu übernehmen und sich dann altklug wie 17-jährige Pubertierende darüber zu freuen, wenn Leute auf den Etikettenschwindel hereinfallen. »Niemand möchte sich der Kravatte Gérard de Nervals bedienen«, hatte Lautréamont diesen Vorgang umschrieben. Außer natürlich Durs Grünbein. Und weiter: »Hat man das nötig, um zu beweisen, daß man ein Mensch von Geist, das heißt ein Schwachkopf ist?« Und das ist doch ein ganz netter Schlußkommentar in der ganzen Debatte.
Es hätte mich allerdings noch interessiert, was das Balliner Rapperchen Bushido zu dem Feuilletontsunami im Wasserglas zu sagen gehabt hätte, aber der hat Probleme mit seiner Mutter, die auch irgendwie fiktional sind, wenn nicht sogar ficktional, wenn ich mal ein bißchen kalauern darf. In einem Interview malte er sich ein eigenartiges Szenario aus: »Jeder weiß, dass man mich über meine Mutter auf jeden Fall provozieren kann, und ich hab halt kein Bock, dass, wenn ich mit Alice Schwarzer da sitze und sie merkt, okay, ich krieg den halt nicht über die Macho-Schiene, und auf einmal sagt sie: ›Wie waren denn die Titten damals von deiner Mutter, als du als kleiner Junge dran gesaugt hast, so?‹ Und das wär ein Punkt gewesen, so, da hätt ich ihr gesagt, ganz ehrlich, ›weißte was, fick dich ins Knie, du Fotze, so‹.« Wenn Sie sich einen Reim darauf machen können, was Bushido so daherfaselt, dann sind Sie ganz weit vorn. Auch wenn man weiß, wie dämlich Alice Schwarzer ist, warum sollte sie das machen, was sich Bushido da so abgründig zusammenphantasiert? Okay, dämliche Frage, aber wenn es eines Beweises bedurft hätte, daß Alice Schwarzer nicht mehr alle Meerschweinchen im Gehege hat, dann können Sie sich folgende Antwort von Alice Schwarzer auf der Zunge zergehen lassen: »Wir sind für dich nur Fotzen, die man von hinten fickt«, erregt sie sich über etwas, was Bushido als Vorwurf gar nicht verstehen wird, der sich vielmehr ein Ei darauf brät und der auf den News-Bildschirmen der Berliner U-Bahn mit seiner Omnipotenz wirbt: »Ich habe mit 700 Frauen geschlafen!« »Ich vögle seit 16 Jahren, da kommt schon was zusammen«, sagt der Mann, der eigentlich nur will, »daß meine Mutter stolz auf mich ist« und seinen Hochleistungssport, sich deshalb aber nicht davon abhalten läßt, Frauen auf die Fresse zu hauen, die ihn in der Disco mit »Hurensohn« anreden, wahrscheinlich weil man ihn wohl korrekter als »wandelndes Bordell« bezeichnen müßte.
Da fällt mir Guido Westerwelle ein, der vor »spätrömischer Dekadenz«, also eigentlich vor Leuten wie Bushido und sich selber warnt, denn als dekadent galt ja damals Homosexualität und Vielweiberei, und auch nie einen Finger krumm gemacht zu haben gilt als dekadent, was ebenfalls auf die beiden zutrifft. Aber nicht Bushido und Guido, die ich mir in einem eheähnlichen Verhältnis gut zusammen vorstellen könnte, wenn Guido nicht schon vergeben wäre, sind gemeint, sondern die armen Hartz-IVler. Westerwelle sagte: »Wer dem Volk anstrengungslosen Wohlstand verspricht, lädt zu spätrömischer Dekadenz ein.« Und das ist interessant, weil Westerwelle implizit bereits zugibt, daß das deutsche Volk quasi nur noch aus Hartz-IV-Empfängern besteht. Und diesem Volk neidet er einen Wohlstand, also eine Erhöhung der Leistungen, mit denen er, Westerwelle, keinen Tag über die Runden käme. Lieber läßt sich Westerwellchen vom Steuerzahler großzügig entlohnen. Also ich finde das toll, denn schließlich muß ein Volk, das Westerwelle wählt, auch hart bestraft werden. Und deshalb: »Bushido for President!«
Als ich den dunklen Grenzbezirk des Postbahnhofs mit meinen Cowboystiefeln entlangschlurfe über die angetauten, schwarzen Eisplatten, den Kies, die Hundescheiße, die Dreckspfützen, in denen sich das illuminierte O2-Raumschiff spiegelt, da beschleicht mich ein ungutes Gefühl. Kann es sein, daß ich hier völlig deplaziert bin? Grundgütiger Himmel, denke ich, hier treiben sich ja nur gottverdammte Teenies herum! Was mache ich eigentlich hier? Die sind hier, um sich ins Getümmel zu stürzen, zu schwitzen, zu pogen, zu wuseln, sich zu verausgaben, zu kreischen und all das zu tun, was Teeniemäuse eben so tun. Aber das kommt davon, wenn man wie ich die Musik nur hört, ohne sich für das Drumherum zu interessieren. Die Songs von Jamie T. sind große Klasse. Ich hätte es beim Anhören der Scheiben belassen sollen. Ich verdrücke mich in eine Ecke, rauche und beobachte die kleinen hysterischen, stark parfümierten Mädchen mit den großen Ohrringen und den engen Klamotten. Die Vorgruppe, die nicht mehr Vorgruppe heißt, sondern Support Act, heißt Protokumpel, bestehend aus elektronisch zusammengefrickelten Geräuschen und zwei wie junge Hunde herumtollenden Prolls auf Koks. Der eine ist aus Moabit, der andere aus dem Wedding. Wer von den drei Bestandteilen der Protokumpels am klügsten ist, läßt sich nicht verifizieren. Sie brüllen sinnloses Zeug zu kratzenden Klängen und den Körper durchrüttelnden Bässen und wollen ein Kind. Dabei zeigen sie ins Publikum. Ich kann mir aber nicht vorstellen, daß jemand vor der Bühne das auch will, denn die Reaktion ist kühl. Die Leute beäugen sie verwundert und denken, was sind das denn für welche? Oder auch: Wo haben sie denn die rausgelassen? Dann erscheint Jamie T. in einem Kapuzenshirt. Und die Pacemakers. Und Nebel. Fast schon bin ich versöhnt, denn der kleine Junge mit dem starken britischen Akzent ist ja erst 24, er hüpft wild wie ein Derwisch auf der Bühne herum. Bei ihm sieht es nicht Scheiße aus, und er gibt alles, was nicht wenig ist, wenngleich das hinreißende »Salvador« rappelt und scheppert. Ich bewundere ihn, weil er sich soviel Text merken muß, denn seine Songs haben verdammt sehr viel Text, die kaum in einen Song passen, obwohl Jamie T. ihn mit der Geschwindigkeit eines guten alten Maschinengewehrs abfeuert, über tanzende Ladies, die »uns«, also jetzt nicht mich, sondern die rücksichtslosen oder auch sorglosen Söhne von wem auch immer »von hier bis Salvador« mit »der Leidenschaft des Herzens abfüllen«, oder sowas in der Richtung eben. Aber als er zwischenmoderiert, »I am here, you are here, we all are here« und den kreischenden Teenies schwachsinnige choreographische Anweisungen gibt, sich im Kreis zu drehen, da stehle ich mich lieber unauffällig davon. Nicht daß jemand von mir Notiz genommen hätte, aber man bleibt dann ja schon dezent. Naja, nicht alle: Vor dem Tresen machen zwei randvoll abgefüllte Jungs wilde Verrenkungen und verschütten Bier. Um sie herum hat sich eine »No go area« gebildet. Ich bewundere ihre glasigen Augen.
Ganz zum Schluß fiel dann doch noch ein schönes Tor, ein wunderbar präziser Paß von Subotic und ein eleganter Schuß ins Eck mit Rücklage von Großkreutz, der sein erstes Tor vor der Südtribüne schoß, auf der er früher selber immer stand. Dafür jubelte er sehr dezent, holte weder irgendeine Säge raus, noch machte er sonstwie den Affen. Das und seine neue Frisur macht ihn mir doch erheblich sympathischer, und auch daß er im Durchschnitt fünf Kilometer mehr rennt pro Spiel ist nichts, was man ihm ankreiden sollte. Und er hat offensichtlich Witz und weiß, was Ironie ist. Sport-Bild gab er in einem Fragebogen zu Protokoll: »Wenn mein Sohn Schalke-Fan wird, kommt er ins Heim.« Ich finde das lustig, aber der Mehrheit der Fans, auch der eigenen, dürfte dieses Statement zu weit gehen, das finden sie dann gar nicht mehr lustig, dabei drückt Großkreutz eigentlich nur aus, daß es ihm ernst mit Fußball und mit dem BVB ist und daß es eben nicht bloß »die schönste Nebensache der Welt« ist, sondern ein bißchen mehr auf dem Spiel steht. Jedenfalls zeigte er mit dem 4. Tor der Dortmunder, wie leicht und fast schwerelos Fußball manchmal aussehen kann. Vom übrigen Spiel allerdings kann man das nicht behaupten. Die Dortmunder waren zwar schwerst überlegen, aber gar nicht mal spielerisch, sondern kämpferisch, und die dicken Torchancen, die reihenweise vergeben wurden, kamen meistens durch dicke Schnitzer der Hannoveraner zustande, und als endlich die Tore fielen, waren es Rumpeltore, Subotic mit der Schulter, ein Eigentor und ein Abpraller. Die Ballsicherheit der Dortmunder war auch nicht so brillant, daß sie an diesem Tag gegen einen besser aufgelegten Gegner bestanden hätten. Ziemlich lang jedenfalls mußte man durchaus befürchten, daß der dünne 1:0 Vorsprung, den die Dortmunder kurz vor der Pause erzielt hatten, durch irgendeinen dummen Zufall egalisiert werden könnte, weil Hannover statistisch gesehen der Angstgegner Dortmunds ist. Gegen keinen anderen Verein ist man so lange sieglos geblieben, und man braucht nicht lange zurückdenken, da hatte Hannover in einem Spiel zweimal einen 2-Torevorsprung der Dortmunder zunichte gemacht. Aber dann wurde doch ziemlich deutlich, daß bei den Hannoveranern der Wurm drin ist und weder Slomka noch ein »Psycho-Doc« die Mannschaft davon werden kurieren können. Aber um Hannover ist es sowieso nicht schade, genausowenig wie um Hertha, eher schon um den Club, aber der erkämpfte sich tapfer ein 1:1 gegen die übermächtigen Bayern, und ich habe dieses Unentschieden vorausgesagt. Ich wußte es, und van Gaal wahrscheinlich auch, denn irgendwann mußte die Glückssträhne und die schiedsrichterliche Bevorteilung einmal zu Ende gehen. Und deshalb kanzelte van Gaal einen Reporter ab, der ihn auf die »unterkühlte« Spielweise der Bayern ansprach. Ich kann van Gaal sowieso nicht leiden, hier wurden mir dann meine Aversionen bestätigt, und zwar mehr als mir lieb war. Ein autoritärer Sack, der sich Journalismus als Hofberichterstattung wünscht, und wenn einer nicht so schleimt, wie das die Reporter von sky normalerweise tun, dann wird der Zwangscharakter kiebig und kläfft und belfert. Nein, ich möchte das gar nicht sehen.
Während die Niederlage gegen die Eintracht nicht unverdient war, weil beim BVB einfach zu wenig stimmte und die Frankfurter den Dortmundern deren Tugenden vorführten, die die Schwarzgelben stark gemacht hatten, vielleicht auch weil Sven Bender fehlte und Klopp umstellen mußte und deshalb das Mannschaftsgefüge nicht mehr so ineinandergriff – gegen die Bayern kann man trotz Ribéry und seinen genialen Pässen und Dribbelkünsten nicht behaupten, daß der Sieg der Bayern mit rechten Dingen zugegangen wäre, denn zwei Tore der Bayern waren schon mal irregulär. Dem 2:1-Führungstreffer ging ein Foul von Demichelis an Zidan voraus und das 3:1 von Gomez war Abseits. »Bei solchen Entscheidungen kann man schon die Lust verlieren«, sagte der gefrustete Klopp. Und auch sonst war die Chancenverteilung nicht so, daß ein 3:1 gerechtfertigt gewesen wäre. Ich weiß ja auch nicht, warum die Schiedsrichter glauben, den Bayern so unter die Arme greifen zu müssen. Befinden sich in den Präsentkörben mehr als nur die Hoeneß-Würste? Oder glauben diese Luschen in Schwarz keine günstige Bewertung zu bekommen, wenn sie Bayern nicht bevorteilen? Ich frag ja nur. Okay, die Bayern waren kombinationssicherer, wenn sie sich in der eigenen Hälfte den Ball zuschoben, und Ribéry und Robben sind natürlich Ausnahmespieler, die besser bei Dortmund aufgehoben wären, obwohl sie für den BVB wahrscheinlich schon zu alt sind, aber die Dortmunder Jugendmannschaft hielt ziemlich gut mit, vor allem Sven Bender machte ein großartiges Spiel, so daß man Kehl nicht wirklich mehr vermissen muß. Als Ribéryy und Robben ausgewechselt wurden, konnte man erkennen, daß sich zwei gleichwertige Mannschaften gegenüberstanden. Aber der Fußballgott verteilt seine Geschenke eben mehr an die Bayern. Zweimal gleich mußten bayrische Feldspieler für den schon geschlagenen Butt auf der Linie klären, und dann wagt van Bommel mal ein Schüßchen aus 23 Metern, das prompt abgefälscht wird. Dennoch hätte der Dortmunder Ersatzkeeper Ziegler den Ball halten müssen. Aber irgendwie grassiert gerade eine unerklärliche Torwartschwäche in der Liga. Hannovers Fromlowitz schenkte den Bremern gleich drei Treffer für den 5:1-Sieg, was ziemlich großzügig ist, aber an der Niederlage nichts geändert hätte. Und im Fernduell um Platz eins schenkte der Wolfsburger Keeper Lenz der Leverkusener Tablettenelf zwei Tore, die für den 2:1-Sieg und für die Poleposition in der Tabelle reichten. Trotzdem wird Heynckes nicht Meister, auch wenn Herr Osram nun seit 28 Spieltagen ungeschlagen ist, einige Spiele allerdings noch mit dem jetzigen Konkurrenten Bayern. Mit so einer Mannschaft ist das allerdings auch nicht so schwer, wie es übrigens auch keine Kunst ist, mit dem damaligen Dreamteam Real Madrid die Championsleague zu holen. Nächste Woche wird Bayer in Bremen ohne den gesperrten Sami Hyppiä die erste Niederlage einstecken müssen, während die von den Schiedsrichtern favorisierten Bayern kein Problem haben dürften, bei dem von den Schiedsrichtern chronisch benachteiligten Club zu gewinnen, der in Gladbach unter tätiger Mithilfe des Man in black schon wieder eine Niederlage einstecken mußte.